Reiseroute:
(Tagesausflüge in New Mexico und nach El Paso,
Texas)
Reisejournal
Dezember 2005
Am 1. Dezember kam unser Freund, Dick Farmer, aus Las Cruces und verbrachte
den Tag mit uns. Wir haben viel erzählt,
Steaks gegrillt und es uns gut gehen lassen, nicht zuletzt mit einem riesigen
Berg Krabben, die Dick mitgebracht hatte und welche wir uns mit Cocktail Sauce
munden ließen. Es war ein gelungener Tag
und es war einfach schön, mal wieder über „alte Zeiten“ zu plaudern. Während wir hier in New Mexico sind, werden wir uns noch oft mit Dick treffen,
wenn er aus Florida zurückkommt, wo er jedes Jahr die Weihnachtsfeiertage und
Sylvester mit seiner Schwester verbringt.
Die erste Dezemberhälfte verbrachten wir mit Einkaufsfahrten nach El Paso
und Las Cruces, denn Alamogordo ist wahrhaft kein Einkaufsparadies! Dann wurden die Geschenke verpackt und
abgeschickt und unser Heim weihnachtlich geschmückt. Eine Überraschungslieferung des Blumenladens
vor ort, welche Helga in Pueblo veranlasst hatte, trug dazu bei, dass wir auch
von außen weihnachtlich eingedeckt waren:
Zwischendurch gönnten wir uns Ausflugsfahrten in unsere nähere und weitere
Umgebung. Eine Fahrt zum Hauptquartier nebst
der Wohnsiedlung von White Sands Missile Range (Raketenabschussbasis) führte
uns an dem Haus vorbei, in dem wir gewohnt haben, bevor wir 1979 unser Haus in
Las Cruces gekauft haben. Eine
Fahrradfahrt durch das White Sands National Monument brachte Lobo ganz aus dem
Häuschen und als ich ein paar Tage
danach die Räder putzte, fing er gleich wieder an, aufgeregt zu bellen, denn er
dachte, die nächste Fahrradtour stehe bevor.
Lobo ist ja nun schon fast 11 Jahre alt und man merkt ihm sein Alter
schon an. Unsere Spaziergänge mit ihm
sind kürzer, weil er nach einer Weile immer langsamer wird und eine Fahrradtour
geht auch nur in recht gemäßigtem Tempo mit wiederholten Verschnaufpausen, denn
er wird schnell müde. Aber er genießt
das Leben, wenn er zwischen den vielen Nickerchen wach ist.
Eigentlich sind 11 Jahre nicht so arg alt für einen Hund, aber sein Papa,
Chino, ist auch nur 12 Jahre alt geworden.
Chino war halb Coyote, halb Chow Chow.
Die Lebenserwartung von Coyoten wird im Allgemeinen mit „3 -10 Jahren“
angegeben, Chow Chows gehören auch nicht zu den Hunderassen, die sehr alt
werden, je nachdem welchen der „Experten“ man glaubt.
Ich mag gar nicht daran denken
.
Eine weitere Ausflugsfahrt führte uns nach Timberon (ç bitte anklicken), ein „Ort“, der Ende der 60-er
Jahre damit begann, mit Einladungen zur Besichtigung des Gebietes und
Werbegeschenken um Grundstückskäufer zu werben.
Wir folgten Anfang der 80-er Jahre, als wir in Las Cruces wohnten, einer solchen Einladung und es war ein recht
abenteuerliches Unterfangen. Die
Zufahrtsstraßen waren Schotterwege und die Grundstücke lagen mitten im Wald und
waren nicht erschlossen. Wir wollten mal
sehen, ob Timberon es in den letzten 20 Jahren geschafft hatte, Fuß zu
fassen. Die Zufahrtsstraßen sind jetzt
von Norden her asphaltiert und der „Ort“ hat über 300 Einwohner, die dort oben
in den Sacramento Bergen in wunderschöner, einsamer Natur, direkt neben dem Lincoln National Forest (ç bitte anklicken) hausen, zum Teil in sehr schönen
Häusern, zum Teil aber auch in ziemlichen Bruchbuden. Timberon liegt so weit ab vom „normalen“ Leben,
dass dort nur Pensionäre und ein paar Selbstständige, die in irgendeiner Form
den Bedürfnissen der anderen Einwohner nachkommen (Lebensmittel, Tankstelle, u.
ä.), wohnen können. Morgens auf die
Arbeit fahren, dürfte sich für die wenigsten der Timberoner anbieten, denn der
nächstgelegene Ort, das 52 km entfernte Cloudcroft, wird selbst kaum genug
Arbeitsstellen haben, um alle seine eigenen Einwohner beschäftigen zu
können. Größere Orte mit entsprechenden
Arbeitgebern sind weit entfernt und im Falle von El Paso, das südwestlich von
Timberon liegt, nur über steinige Schotterstraßen zu erreichen.
Es gibt in Timberon einen kleinen Flughafen für Privatflugzeuge und für all
diejenigen, die sich einen fliegenden Untersatz leisten können, ist somit der
Weg zum Arbeitsplatz gesichert, sofern sie am anderen Ende eine
Landemöglichkeit haben. 
Wir entschlossen uns, von Timberon aus über die südliche Route nach
Alamogordo zurück zu kehren und kamen dadurch, als wir aus den Bergen kamen und
in Richtung Westen abbogen, in den Genuss, in der Ferne zwei Raketenabschüsse mitzuerleben, die auf White Sands Missile Range
abgefeuert wurden. Bis wir angehalten
und den Fotoapparat bereit hatten, blieben zwar nur noch Dunststreifen zu
fotografieren, aber trotzdem werden diese Bilder helfen, das Erlebnis in uns
wach zu halten:
Das Panorama war es auch wert, im Bilde festgehalten zu werden und wir
knipsten, was das Zeug hielt. Hier eine
kleine Kostprobe:
Es stellte sich heraus, dass die Tarnkappenbomber, von welchen uns einer am
Tag unserer Ankunft auf dem Campingplatz hier „begrüßte“ (ich berichtete davon
im November Reisebericht), eine recht alltägliche Sache sind. Sie üben fast jeden Nachmittag und drehen
ihre Kreise über uns (Gott sei Dank sind sie recht leise) und somit hatten wir
Gelegenheit, sie auch noch selbst im Bild festzuhalten, als sie direkt über uns
waren:
Die Sonnenuntergänge können in Wüstenregionen manchmal wirklich spektakulär
sein und man möchte am liebsten bei jeder Gelegenheit den Fotoapparat zücken,
aber wir halten uns nun schon etwas zurück:
Am 21. Dezember war der erste Monat unseres Aufenthalts auf dem Holloman
Campingplatz vorbei und unserem Ersuchen, einen Monat zu verlängern, wurde
stattgegeben. Darüber waren wir sehr
froh, denn wer zieht schon gerne 3 Tage vor Weihnachten mit Sack und Pack um?
Am 22. Dezember fuhren wir nach San
Antonio, New Mexico (ç bitte anklicken) (nicht San Antonio, Texas). San Antonio, New Mexico ist ein wirklich
kleines Nest, z. T. nur noch aus zerfallenen Gebäuden bestehend, aber da es an
einer Interstate- (=Autobahn) -ausfahrt liegt, gibt es ein paar Tankstellen,
Geschäfte und das „Owl Bar & Café, wo die besten „green Chile Cheeseburger“
serviert werden, welche wir noch in guter Erinnerung aus unseren New Mexico
Tagen hatten. Die Fahrt von Alamogordo
nach San Antonio führt durch eine sehr interessante Landschaft, „Valley
of Fires“ oder „Malpais“ (ç bitte anklicken) genannt, wo vor 1000-1500 Jahren das
Lava eines Vulkanausbruchs in die Ebene floß, dort erhärtete und nun Pflanzen
aus den Spalten und Ritzen wachsen. Ein
sehr eindrucksvoller Anblick:
Ansonsten ist die Landschaft recht eintönig mit
Yucca Pflanzen, knorrigen Koniferen und Hügeln.
Kurz vor San Antonio überquerten wir den Rio Grande
Fluss und fuhren an einem alten Friedhof und der dazugehörigen
„Geisterstadt“ San
Pedro (ç bitte anklicken)
vorbei. Im „Owl Bar & Café“ bestellten
wir den „weltberühmten“ Cheesburger mit
grünen Chiles und er schmeckte genauso gut, wie wir ihn in Erinnerung
hatten. Nachdem wir gesättigt waren,
machten wir uns auf die Suche nach dem Haus von Conrad Hilton, der am Weihnachtstag 1887 in San Antonio,
im Territorium New Mexico zur Welt kam. (New Mexico war damals noch kein
Staat.) Sein Vater hatte dort ein kleines Hotel und einen Laden. Sein
erstes eigenes Hotel hat Conrad Hilton dann in der Nähe von Dallas gekauft, als
er 32 Jahre alt war und damit begann das Hilton Hotel Imperium. Hier ein
Bild von dem, was von dem Gebäude der Hiltons in San Antonio noch übrig ist:
Nicht gerade mehr sehr
eindrucksvoll! Wir sind früher, als wir noch in Las Cruces gewohnt haben,
öfters nach San Antonio wegen der leckeren Hamburger gefahren und damals stand
ein Schild vor der Ruine, das besagte, dass Conrad Hilton dort zur Welt
kam. Als wir diesmal dort waren, war das Schild weg und wir hatten
echte Schwierigkeiten, jemanden im Dorf zu finden, der uns sagen konnte, wo das
Haus der Hiltons war. Es stehen so viele zerfallene Gebäude herum, dass
wir nicht mehr sicher waren, welches nun das Hiltonhaus war. Die Anwohner
taten alle so, als ob sie es auch nicht wüssten. Das kam uns schon recht
eigenartig vor. Endlich fanden wir dann jemanden, der unsere Vermutung
bestätigte, dass dies das ehemalige Hiltonhaus war und als wir heimkamen, haben
wir im Internet nachgeschaut und da wurde es uns dann noch einmal
bestätigt. Warum man dort so geheimnisvoll tut, weiß der Kuckuck.
Auf dem Rückweg fuhren wir durch das
Naturschutzgebiet Bosque del Apache, ein Mekka für Vogelfreunde, vorbei am Elephant Butte Stausee und über Las
Cruces wieder zurück nach Alamogordo, wo wir ziemlich spät am Abend todmüde
ankamen.
Am Heiligabend sind wir, einem Brauch
aus Michaels Kindheit folgend, nach Old Mesilla gefahren, um die Luminarias
(ç bitte anklicken) anzusehen. Old Mesilla liegt ganz in der Nähe von Las Cruces (ç bitte anklicken). Als Michael noch klein war, sind wir vor der
Bescherung immer die Luminarias anschauen gegangen und wenn wir dann heimkamen,
war das Christkind während unserer Abwesenheit da gewesen und die Bescherung
konnte beginnen. Wir haben Heiligabend
immer nach deutscher Tradition gefeiert und Michael macht das jetzt auch mit
Katja und Keith.
Heilig Abend 2005:
Wir hatten einen Tisch im „Double Eagle“ (ç bitte anklicken), direkt am
Plaza neben der alten Kirche bestellt und haben dort zu Abend gegessen, bevor
wir nach Alamogordo zurück fuhren, um einen besinnlichen Weihnachtsabend in
unserem „Häuschen“ zu verbringen. Es war
das erste mal, dass wir diesen Abend so ganz alleine, als „Vagabunden“
verbrachten.
Die Weihnachtsgans musste dieses Jahr
leider ausfallen, da wir vergessen hatten in El Paso oder Las Cruces nach einer
zu suchen und in Alamogordo konnten wir keine finden. Also gab es Truthahn am Weihnachtstag, mit den
Beilagen, Kläße und Rotkohl, die eigentlich für die Gans gedacht waren. War auch nicht schlecht und der kleine
Truthahn wurde wider Erwarten sehr gut in dem kleinen Backofen des Wohnmobils.
„Zwischen den Jahren“ blieben
wir, mit einer Ausnahme, daheim, beschäftigten uns mit mondänen Dingen und
Chuck möbelte die alten Skier auf für unsere geplanten Skiausflüge zur Sierra Blanca (ç bitte anklicken). Sierra Blanca liegt in Sichtweite unseres
Campingplatzes und vom Skigebiet selbst sind wir etwa 1 bis 1 ½ Autostunden
entfernt.
Einen Ausflug nach Las Cruces
machten wir, um unser Weihnachtsgeschenk von Michael einzulösen.
Er hatte uns einen Gutschein zum „Outback Steakhouse“ geschenkt und den
wollten wir verbrassen. „Outback Steakhouse“ (ç bitte anklicken) ist eine
Restaurantkette, die auf australisch macht und sich ziemlicher Beliebtheit
erfreut. Wir waren erst einziges mal in
einem Outback Steakhouse gewesen, in Virginia, und hatten uns dort ziemlich den
Magen verdorben. Diesmal lief auch nicht
alles ganz glatt, aber unser Ober war rührend und wusste gar nicht, was er alles
für uns tun sollte, um es wieder gut zu machen.
Als erstes fror das Bier in den Gläsern, als es eingeschenkt wurde. Die Gläser kamen aus dem Gefrierschrank,
damit sie schön frostig aussehen, wenn sie serviert werden. Das Bier war aber zu kalt für diese
Servierweise und somit ging die Sache in die Hose. Als wir die Steaks „englisch“ bestellten,
riet er uns davon ab und sagte, da würde die Kuh noch muhen. Also beschrieben
wir ihm in allen Einzelheiten, wie wir unsere Steaks gerne hätten und er empfahl
uns „medium“. Als die Steaks dann kamen,
waren sie total durchgebraten. Dies nun
war ihm furchtbar peinlich und die Steaks wanderten zurück in die Küche. Als sie dann wieder kamen, bekam Chuck
natürlich auch frische Pommes und die waren so versalzen, dass er sie nicht
essen konnte. Also hielt er sich an das
frisch gebackene Brot, das mit den Steaks serviert worden war und ließ die
Pommes auf dem Teller. Dann kam der Ober
und teilte uns mit, dass er wegen der ganzen Patzer eines der Steaks von unserer
Rechnung gestrichen hätte und ob er uns denn nicht auf Kosten des Hauses eine
Nachspeise bringen könnte. Da wir
schon satt waren, ließen wir uns die
Nachspeise einpacken, sowie den Teil der Steaks, der uns zu viel war (sie waren
sehr groß) und machten am nächsten Tag ein leckeres Resteessen daraus mit dem
New York Käsekuchen zum Nachtisch, den uns „Outback Steakhouse“ geschenkt
hatte.
Am 28. Dezember passierte es:
beim Wäscheaufhängen baute ich einen Sturz.
Rechter Ellbogen, rechtes Knie geschürft und blutig, und entweder eine
angeknackste Rippe oder eine üble, äußerst schmerzhafte Zerrung in der
Rippengegend. Lachen, niesen, husten
wurden zur reinsten Qual, die Nächte mehr oder weniger schlaflos, denn egal wie
man liegt, es ist unbequem und im Bett umdrehen tut sakrisch weh!
Und so endete das Jahr 2005. Das neue Jahr hat erst mal ein paar
Arztbesuche auf dem Kalender.
Fortsetzung folgt,
sobald es wieder etwas Neues zu berichten gibt.
Anleitung für unser
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