Reisejournal
Unsere Reise wird hier
beginnen, in Stafford, VA:

Wann? Sobald
wir unseren Haushalt
aufgelöst haben und
das Haus
dem Makler zum Verkauf
über-
geben haben.
(Hoffentlich bis
zum 1. September
2004.)
Wohin geht’s
zuerst?
Vielleicht nach Süden. Oder Norden. Kann
aber
auch sein, wir fahren gen Westen oder
in
Richtung Südwesten. (Nordwesten oder
Nordosten
ist auch nicht schlecht.) ![]()
Fortsetzung folgt
……………
2. Oktober
2004
Mit einiger Verspätung melden wir uns nun zurück.
Unsere Reise hat begonnen, wenn auch nicht am 1.
September, wie geplant! Wir hatten die Ausmaße der Vorbereitungen
wohl ein wenig unterschätzt. Der Schluss war der absolute Horror und wir
schufteten manchmal 14 Stunden am Tag und fielen dann todmüde ins Bett, bzw.
auf die Luftmatratzen, denn unsere Betten hatten wir bereits am 26. August nach
Fort Wayne, Indiana in unsere Möbellager gebracht. Am 15. September haben
wir dann unser Wohnmobil vom Stellplatz geholt und den Rest eingeladen.
Am Tag darauf sind wir richtig eingezogen und haben es zu einem
Campingplatz gefahren, der sämtliche Anschlüsse (Strom, Wasser und
Kanalisation) anbot, damit wir all unsere Geräte testen konnten. Nun, aller
Anfang ist schwer und als erstes gab der Laptop seinen Geist auf und musste zu
Hewlett Packard eingesandt werden, wo ihm eine neue Festplatte verpasst
wurde. Nachdem wir in paar Tage in unserem neuen Zuhause verbracht
hatten, bemerkte ich so einen eigenartigen Geruch, der von Tag zu Tag stärker
wurde, ganz besonders stark roch es in der Küche. Ich habe Chuck gebeten,
mal zu schauen, ob da eine tote Maus unter den Schränken liegt. Er konnte
keine finden, schickte aber meine Nase auf Tour, um den Ursprung des Geruchs
genau zu orten. An einem Schächtelchen mit Mäusegift (wir hatten ein
Mäuseproblem, während wir das Wohnmobil längere Zeit auf einem Stellplatz
abgestellt hatten), wurde ich fündig. Das Mäusegift war
patschnass!!! Lange Rede kurzer Sinn, da wir die Plastikschutzschicht
während des Einräumens des Wohnmobils noch nicht vom Teppich genommen hatten,
haben wir nicht gemerkt, dass der Teppich ganz nass war. Das hatte nichts
mit den Ausläufern des Hurrikans Jeannie und dem begleitenden, starken Regen
von zu tun, der auf uns am 28. September ganztägig einwirkte, sondern mit
dem Abflussrohr unter dem Spülbecken, das nicht ordentlich befestigt war und
Dichtung war auch keine drin. Mehrere Tage liefen sämtliche Ventilatoren
auf Hochtouren, die Schutzschicht wurde überall vom Teppich entfernt und
langsam begannen wir auszutrocknen. Da die Luftfeuchtigkeit nach dem
Hurrikan sehr hoch war, dauerte das alles etwas länger, aber letztendlich
standen wir dann doch wieder auf trockenem Boden. Abgedichtet ist das
Rohr nun auch, aber dann entdeckte ich gleich das nächste Leck, diesmal an der
Waschmaschine. Am Wasserschlauch stimmte irgendetwas nicht und nachdem
wir das Wohnmobil bereits einmal wegen eines Lecks an der Waschmaschine zum
Händler zurück gebracht hatten, hat sich diesmal Chuck selbst daran gemacht, es
zu reparieren. In ihn habe ich bei solchen Reparaturen doch mehr
Vertrauen als in irgendwelche Handwerker, denen es sicher wichtiger ist, ihren
Job zu erhalten, als unsere Waschmaschine richtig anzuschließen. Je öfter
wir zu ihnen zurückkommen müssen, umso mehr Arbeit ist für sie da! Nun
können wir nur hoffen, dass wir nicht noch mehr solche Schlampereien
entdecken!!
Ach übrigens, unser Nummernschild auf dem Wohnmobil ist
„Daheim“. Statt einer staatlich ausgegebenen Nummer haben wir uns selbst
eine ausgesucht.
Wir haben uns noch nicht so ganz an die relative Enge
eines Wohnmobils gewöhnt und heute morgen brachte ich haushoch den Beweis
dafür. Ich wollte einen Untersetzer aus dem Schrank holen, bückte mich
und brach mit meinem Hintern die geöffnete Spülmaschinentür ab. Ich war
so wütend auf mich, dass ich mir am liebsten selbst in den destruktiven Hintern
getreten hätte. Die Tür ist richtig irreparabel kaputt und wir mussten
eine neue bestellen.
Zurück zu unserem Wechsel von Haus zu Wohnmobil: Bis zum
21. September sind wir vom Campingplatz täglich nach Stafford gefahren, um die
letzten Handgriffe am Haus und Garten anzulegen. An einem Nachmittag zog
ein Wirbelsturm über uns hinweg, während ich das Gästeclo putzte und Chuck den
Himmel beobachtete, denn übers Radio wurden wir aufgefordert, uns alle in die
Keller zu begeben und Chuck sollte aufpassen, wann es soweit ist, dass auch wir
in den Keller gehen. Wir haben gesehen, wie der Wirbelsturm über uns
hinweg zog. Weiter nördlich ging er dann nieder und hat ziemlich viel
Schaden angerichtet. Nicht so schlimm wie der Hurrikan, der zu diesem Zeitpunkt noch in Florida sein
Unwesen trieb, aber es reichte allemal.
.
Seit dem 21. 9. wird unser Haus zum Verkauf angeboten, es
waren auch schon etliche Leute da und haben es sich angeschaut, aber verkauft
ist es noch nicht. Wir müssen nur ab und zu hinfahren und den Rasen mähen
und die Post abholen. Am Tag nach
dem Hurrikan sind wir natürlich auch nach Stafford gefahren, um zu schauen, wie
viel Schaden Haus und Garten abbekommen haben, aber bei uns war es nicht so
schlimm. Gestern, am 1. Oktober 2004, mit genau einmonatiger Verspätung,
sind wir zu unserer ersten richtigen Wohnmobilreise aufgebrochen, in
Richtung Pennsylvania, wo wir eine Einladung von einem Camping-Erholungsgebiet
hatten, 40 Nächte umsonst dort oder in einem ihrer Partnercamps zu
übernachten. Wir haben uns auf 3 Nächte eingelassen, denn das Ganze ist
so eine Art “Kaffeefahrt”. Man muss sich das Gelände anschauen und die
Betreiber hoffen natürlich, dass man dann einen Stellplatz kauft, bzw. Mitglied
wird. Das Ganze ist auf ziemlich hohem Niveau mit Tennisplätzen,
Reitställen, Golfplatz, Schwimmbad, See mit Bootanlegestelle, etc. Bei
uns hatten sie da wenig Glück, wir haben andere Pläne! Auch widert uns
diese Art von Camping an. Das ist alles so strukturiert, mit
Animationsabenden, Bingo, geplanten Gemeinschaftsessen, zu dem jeder eine
Speise mitbringt, und sonstigen Gruppenaktivitäten. Die vielen
alten Ehepaaren nebst ihren Pekinesen/Pudeln/Dackeln/…., die dicht um uns herum
ihre gigantischen Wohnmobile aufgebaut haben, würden sich ja sonst zu
Tode langweilen. Drei Tage können wir es schon ertragen, denn man
muss auch so etwas mal erlebt haben, um aus Erfahrung sagen zu können, dass man
es entsetzlich findet!
Wir werden von hier aus noch einmal nach Stafford zurück
fahren und dort in der Nähe campieren, um noch ein paar letzte Dinge zu
erledigen, bevor wir dann am 15. Oktober Richtung Fort Wayne, Indiana
losfahren, wo wir am 17. Oktober mit Michael seinen 35. Geburtstag feiern
werden. Dort werden wir uns längere Zeit aufhalten, denn wir haben,
nachdem wir die letzten Sachen aus unserem Haus ausgeräumt haben, noch viel
Zeug übrig, das nicht ins Wohnmobil passt und es steht mir noch eine
größer Räumaktion bevor, da ich mich ziemlich verkalkuliert habe, was und wie
viel wir an Klamotten und Küchenutensilien im Wohnmobil unterbringen können.
Auch hat Chuck angeboten Michael beim Ausbau eines Zimmers zu helfen, das
wird sicher auch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Fortsetzung folgt……………
10. Oktober
2004 Ich kann nur wiederholen: „Aller Anfang ist
schwer!“
Unsere Abfahrt aus Pennsylvania am 4. Oktober war mit
einigen unvorhergesehenen, kleinen Pannen verbunden, aber als wir dann
sämtliche Kurzschlüsse geortet und durchgebrannte Sicherungen & Glühbirnen
ausgewechselt hatten, sodass alle Blinker und Bremslichter wieder
funktionierten, konnten wir unsere Rückreise antreten.
Bevor ich weiter berichte, möchte ich noch von einem
Erlebnis erzählen, das wir hatten, als wir einen Ausflug von dem oben erwähnten
Camping-Erholungsgebiet in Gettysburg, Pennsylvania nach dem etwa 50 km
entfernten Carlisle machten, wo wir vor etwa 30 Jahren mal gewohnt haben. An einem Abend sind wir zu unserem ehemaligen
Haus in Carlisle gefahren, parkten auf der Straße etwa 150 m vom Haus entfernt,
holten Lobo aus dem Auto und liefen langsam zum Haus zurück, blieben auch ab
und zu mal stehen und riefen Erinnerungen wach, während wir uns die
Nachbarshäuser anschauten und uns an die Leute erinnerten, die damals unsere
Nachbarn waren. Lobo schnüffelte
interessiert an den Büschen, ließ sich von zwei Golden Retrievern, die ihn aus
dem Haus direkt neben unserem ehemaligen Haus anbellten, nicht aus der Ruhe
bringen und dann lief er auf das Haus zu, in dem wir vor 30 Jahren gewohnt
haben und wollte hinein. An keinem der
anderen Häuser hatte er irgend ein Interesse bekundet, aber ausgerechnet in das
Haus wollte er hinein. Es war schon fast
dunkel, in dem Haus brannte kein Licht, es rührte und bewegte sich nichts und
es war vollkommen unerklärlich, warum er da hinein wollte. Es kostete uns einige Mühe, ihn von seinem
Vorhaben abzubringen und das Ganze war irgendwie unwirklich, fast
gruselig.
Anschließend sind wir zum Mexikaner zum Abendessen, aber
in Pennsylvania sollte man wohl besser „Pennsylvania Dutch“ oder „Amish“ essen gehen, haben wir festgestellt.
Zurück zum 4. Oktober:
Wir haben unser Wohnmobil an einem wunderschönen See, Lunga
Reservoir, in der Nähe von Stafford
geparkt und dort 2 Nächte verbracht. Das
Wetter war herrlich und die Umgebung traumhaft schön. Hier ein paar Fotos:
1. Von der Tür des Wohnmobils aus kurz nach
Sonnenaufgang aufgenommen (bitte anklicken)
2. Blick vom Wohnmobil zum See (bitte anklicken)
3. Lobo bewacht das Wohnmobil (bitte anklicken)
Unser Stellplatz war auf einem Hügel und das Aufstellen
erwies sich als recht problematisch, da die Auffahrt sehr schmal und uneben
war. Für die Abfahrt musste Chuck 5
Bretter unter die Hinterreifen auf einer Seite des Pick-ups legen, damit er
halbwegs eben unter den Auflieger kam, denn wenn man zu schräg auf einer Seite
liegt, stößt die andere von unten an den Auflieger. Wir lernen noch und jeder Standortwechsel
bringt neue Erfahrungen.
Auf was man da nicht alles achten muss! Wir haben uns schon eine Liste gemacht, damit
wir die selben Fehler nicht zwei mal machen.
Entfernung zum Wasseranschluß, Strom und zur Kanalisation, wenn man auf
einem Campingplatz parkt, müssen beim Einparken beachtet werden, denn wenn das
Kabel oder der Schlauch nicht hinreicht, nützen einem die ganzen Anschlüsse
herzlich wenig. Dann muß das Wohnmobil
in alle Richtungen vollkommen eben sein, was man bei starken Abweichungen
während des Einparkens mit Brettern unter den Rädern bewerkstelligt. Da wir 3 ausfahrbare „Erker“ haben, müssen
wir immer aufpassen, dass wir genug Platz haben, sie auszufahren. Einmal standen wir zu nah am Wasserhahn und
haben es erst bemerkt, als wir schon alles angeschlossen hatten und das
Wohnmobil vom Zugfahrzeug abgekoppelt hatten.
Da konnten wir alles wieder abmachen, den Pick-up wieder ankoppeln und
von vorne anfangen.
Von dem schönen See aus sind wir für ein paar Tage nach
Fort AP Hill, etwa 35 km südöstlich von Fredericksburg entfernt, gefahren. Auch hier haben wir Natur pur, wenn wir auch
nicht direkt an einem der vielen kleinen Seen parken dürfen. Aber man kann mit dem Fahrrad hinfahren oder
zu Fuß durch die Wälder und um die Seen streifen.
Morgen fahren wir zum Lunga Reservoir zurück und bleiben
dort bis zum 15. Oktober. Dann geht’s ab
nach Fort Wayne, Indiana!
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