Eigentlich sind wir dafür bekannt, dass wir Langschläfer sind, aber am 1. Oktober machten wir eine Ausnahme und standen früh auf, um die „Bay of Fundy“ bei Ebbe zu erleben. Chuck und ich machten mit Lobo eine Wattwanderung (siehe Fotos) und Elke blieb am steinigen Strand und sonnte sich auf einem der großen, Felsbrocken. Die Fundy Bucht wirkte auf uns wirklich, wie in allen Reiseprospekten prophezeit, als ob alles Wasser „rausgesaugt“ worden sei. Nachdem wir dieses Erlebnis in uns aufgenommen hatten und in Alma, einer kleinen Ortschaft direkt vor den Toren des Nationalparks, unser restliches kanadisches Geld im Fischmarkt ausgegeben hatten, kehrten wir zu unserem Campingplatz zurück. Um am nächsten Tag nicht mit einem Berg von kanadischem Kleingeld an der Grenze anzukommen, hatte ich bei der Fischfrau den gesamten Inhalt meines Geldbeutels auf ihren Tresen geleert und sie gebeten, mir dafür Jakobsmuscheln und Räucherlachs einzupacken. Die Jakobsmuscheln waren fürs Abendessen geplant, den Räucherlachs probierten wir schon vorher. Das waren nicht so dünne, rosa Scheibchen, wie man sie aus dem Supermarkt kennt, sondern herzhafte, saftige, zusätzlich noch ausgezeichnet gewürzte Filets, die uns vollends in Begeisterung geraten ließen. Sie waren sehr schnell aufgegessen und als Chuck nach dem Mittagessen noch einmal nach Alma fuhr, um unsere Propantanks nachfüllen zu lassen, gab ihm Elke ihr gesamtes kanadisches Geld mit und er kaufte im Fischmarkt auf die selbe Weise noch einmal Räucherlachs nach. Am Nachmittag machten wir eine Fahrt durch den Nationalpark mit einer Wanderung zum Dickson Wasserfall und einem Besuch zur gedeckten Brücke am Point Wolfe. Unterwegs bot sich Gelegenheit, leckere Äpfel von 150 Jahre alten Apfelbäumen zu ernten (siehe Fotos). Wir „ernteten“ zwei große Beutel voll und machten in den darauffolgenden Wochen gar manchen feinen Apfel „Cobbler“ (Apfelauflauf mit Teigkruste) davon. Bevor wir zum Campingplatz zurückkehrten, fuhren wir noch einmal zur Bucht, um sie auch bei Flut zu sehen (siehe Fotos). Zum Abendessen ließen wir uns die Jakobsmuscheln schmecken!
Kanada. Wir fuhren um 11 Uhr los (siehe Reiseroute für nähere Angaben) und |
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erreichten Saint John zum Mittagessen, wo wir in einem Park oberhalb der „Reversing Falls“ (siehe Fotos) ein Picknick machten. Bevor wir Saint John verließen, deckten wir uns bei einem Supermarkt mit einigen tief gefrorenen „Seafood Lasagnes“ ein (die gibt es in USA nicht) und dann ging es zum Grenzübergang in St. Stephen (Kanada). Bei der Ausreise aus Kanada wird man nicht kontrolliert, aber dann kam die Einreise in die USA bei Calais, Ferry Pointe im Bundesstaat „Maine“, welche weniger reibungslos ablief. Zuerst wurden wir angeblich willkürlich dazu auserkoren, eine“ landwirtschaftliche Kontrolle“ über uns ergehen zu lassen. Das heißt im Klartext, welche landwirtschaftlichen Produkte und andere Lebensmittel aus Kanada haben wir bei uns? Da wir eine ziemlich gut ausgerüstete Küche mit uns führen, war da so einiges, das hätte Anstoß erregen können! Da unser Wohnmobil nicht so konzipiert ist, dass man während der Fahrt darin herumspazieren kann und man zuerst den Küchenerker ausfahren muß, um in den Kühlschrank zu gelangen, konnten wir den Wünschen der Inspektorin nicht sofort nachkommen. Die Durchfahrt an diesem Grenzübergang (siehe Foto oben links) war auch etwas eng und wir mussten erst ein Stück vorfahren, um wenigstens einen der Erker ausfahren zu können (= den Küchenerker) damit man die Kühlschranktür öffnen kann. Um den Esszimmererker auszufahren, war nicht genug Platz, was wiederum bedeutete, dass man über den Eßzimmertisch klettern mußte, um zum Kühlschrank zu gelangen. Wir erklärten den zuständigen Beamten all dies, aber sie waren weiterhin nicht der Meinung, dies sei zu umständlich. Wir machten uns also daran, den Zugang zum Kühlschrank so einigermaßen zu ermöglichen, die etwas füllige Inspektorin stieg mit mir ins Wohnmobil, während Chuck und einer der Beamten draußen vor der Tür blieben. Bevor ich die Beamtin einweisen konnte, wie sie über den Tisch klettern müsse, um nicht Gefahr zu laufen, dass die Tischplatte abbricht (der Tisch hat nur zwei oben in der Mitte der Tischplatte und unten am Boden angeschraubte Beine), setzte sie ihren dicken Hintern auch schon auf die Tischkante. Chuck sah es zuerst. Er rief laut: „Nein, halt, so nicht!“. Der Beamte neben ihm geriet deshalb total aus der Fassung, schrie Chuck an, befahl ihm an der Wand zu stehen und benahm sich, als ob Chuck mit einem Sprengkörper verdrahtet sei und dieser jeden Moment losgehen könne. Die Situation spitzte sich völlig aus aller Relation geraten zu! Chuck entschuldigte sich wiederholt, dass er seine Stimme erhoben hatte, aber der Beamte ignorierte das. Ich konnte nicht umhin, zu bekunden, dass all dies denn nun wirklich nicht nötig sei und als sich dann die Situation etwas beruhigt hatte und auf Anweisung ich, statt der Beamtin, über den Tisch kletterte und alles aus dem Kühl- und Gefrierfach holte und ihr wie gewünscht vorführte, endete die ganze Aktion darin, dass alles in Ordnung war und keines der Lebensmittel zu beanstanden sei. (Die Äpfel, die wir tags zuvor geerntet hatten, waren hinten im Truck, die hat sie gar nicht gesehen und das Beweismaterial ist zwischenzeitlich in Form von Apfel-Cobblern verspeist worden.) Draußen war währenddessen der Vorgesetzte des erregten Beamten erschienen, was Chuck die Gelegenheit gab, sich für Behandlung, die ihm widerfahren war, zu beschweren. Zuerst schien auch dieser nicht so ganz willig, sich für den Vorfall zu entschuldigen, aber da alles auf Film aufgenommen worden war, überlegte er es sich dann doch anders und gestand Chuck zu, dass er mit seinem Grenzler ein ernstes Wort reden müsse. Ich ging anschließend mit Elke in die Grenzstation, um den ganzen Papierkram zur Einreise für sie als deutsche Staatsbürgerin erledigen zu lassen und dann fuhren wir mit einen ziemlich schalen Geschmack im Mund weiter. Solche Vorfälle können einem so richtig die gute Laune verderben! Wir übernachteten in dieser Nacht im Sunset Acres Campingplatz zwischen Calais und Alexander an der Maine (ME) Highway 9 und am nächsten Tag erreichten wir nordöstlich von Bangor, ME das „Great Pond Outdoor Adventure Center“, wo wir uns für eine Woche neben einem herrlichen See einmieteten (siehe Fotos). Die Woche verging mit mehreren Einkaufsbummeln in Bangor, Spaziergängen im Wald, Sonnenbaden am See (siehe Fotos), Lobo wurde noch einmal gebadet (er war schwimmen gewesen und roch wieder etwas undefinierbar unangenehm, entweder nach Stinktier oder auch Aas. Wir berichteten darüber im September Reisebericht), Elkes Flug zurück nach Deutschland musste umgebucht werden und das erwies sich als nicht so reibungslos, wie man ihr bei ihrem Reisebüro in Deutschland vor dem Abflug zu glauben gegeben hatte. An einem Abend gingen wir im „Sea Dog“ (<-- bitte anklicken) in Bangor zum Abendessen aus, an anderen Abenden kochten wir, strickten Socken, genossen tagsüber das herrliche Herbstwetter und ließen es uns rundherum gut gehen. Am 10. Oktober brachen wir um 11:30 Uhr bei bedecktem Himmel, gelegentlichem Nieselregen und 13°C auf (siehe Reiseroute) und fuhren bis zum Pemaquid Lake, wo wir einen bereits für den Winter geschlossenen Campingplatz vorfanden. Es war schon zu spät um weiterzufahren und somit übernachteten wir neben dem Einfahrtshäuschen des Campingplatzes und hatten dort sogar Stromanschluss. Man konnte dort wunderschön am See spazieren gehen und Besuch von einem Erdhörnchen hatten wir auch noch (siehe Fotos). Tags darauf fuhren wir bis Hampton, New Hampshire (siehe Reiseroute), aber der Campingplatz, den wir uns ausgesucht hatten und der auch noch nicht für den Winter geschlossen hatte, erlaubte keine Hunde und somit fuhren wir weiter nach Salisbury, Massachusetts, wo wir sowieso einige Zeit verbringen wollten, um unsere Freundin, Phyllis Twichell, zu besuchen, die dort seit Anfang des Jahres, nach einem schlimmen Sturz und gebrochener Hüfte, in einem Seniorenheim mit betreutem Wohnen lebt. Nach einem erfolglosen Anlauf auf einen (geschlossenen) Campingplatz, fanden wir in Salisbury, ganz in der Nähe von Phyllis einen Campingplatz, der noch offen hatte. Wir bauten unser Wohnmobil auf und fuhren dann zum Abendessen in die Stadt zum „China Buffet“. Es regnete derweil in Strömen! Um 14 Uhr des nächsten Tages besuchten wir Phyllis in ihrer neuen Umgebung, während Elke im Wohnmobil bleiben wollte um an ihren Socken zu stricken. Das Seniorenheim machte einen sehr guten Eindruck und Phyllis schien sich auch relativ gut eingewöhnt zu haben. Sicher nicht leicht für eine Frau, die im Alter von weit über 70 in den Peace Corp (Friedenscorps) eintrat und in Albanien diente. Jetzt ist Phyllis 87 Jahre alt, geistig noch topfit, nur der Körper will nicht mehr so, wie sie es will und sie läuft nur noch mit Rollator. Wir verbrachten schöne Stunden mit ihr (siehe Fotos) und luden sie für den Tag darauf zum Essen in einem mexikanischen Restaurant ein. Am nächsten Morgen fuhren Chuck, Elke, Lobo und ich zum Strand (siehe Fotos), anschließend inspizierten wir mehrere mexikanische Restaurants, zwecks behindertengerechter Zugänge zu Restaurant und Toiletten und als wir fündig wurden, bestellten wir ein Taxi zum Seniorenheim und holten Phyllis ab. Chuck und Elke fuhren voraus und Taxi mit Phyllis und mir fuhren hinterher zum Acapulcos Restaurant. Phyllis war begeistert von der tollen Vorspeisenplatte, dem mexikanischen Bier, dem guten Essen und der Tatsache, dass dies ihr erster richtiger Ausflug aus dem Seniorenheim war (mit Ausnahme von ein paar Arztbesuchen und anschließenden Besuchen in „fast Food“ Kneipen) seit sie dort lebt. Der Abend endete mit einer Taxifahrt zurück zum Seniorenheim, wo wir eine sehr glückliche und müde Phyllis in ihrem Zimmer ablieferten. Am 14. Oktober verließen wir Salisbury kurz vor 11 Uhr bei Sonnenschein und fuhren 45 Meilen (72 km) bis Bedford (siehe Reiseroute), wo wir uns für 2 Wochen auf dem Hanscom AFB Campingplatz einmieteten. Die erste Nacht verbrachten wir in der „Warteschleife“ für einen Stellplatz mit sämtlichen Anschlüssen. Am nächsten Morgen zogen wir um und bekamen einen sehr schönen Platz ganz am Ende der Reihe, dicht am Wald. Unsere Satellitenverbindung funktionierte dort zwar nicht wegen der hohen Bäume, aber der Campingplatz hatte einen Hotspot für Internetverbindung, der auch meistens funktionierte, wenn er nicht überlastet war. Unsere Tage in der Umgebung von Boston begannen mit Einkaufsfahrten, aber am 17. Oktober, nachdem wir morgens Michael angerufen und ihm zum Geburtstag gratuliert hatten, waren wir wieder unterwegs, um uns die Gegend anzusehen. Wir fuhren nach Swampscott, Marblehead, Salem (die Stadt der Hexenverbrennungen im Jahre 1692) (<-- bitte anklicken), fuhren die Küste rauf und runter, besuchten das „House of Seven Gables“ („Haus der Sieben Giebel”, gleichnamiges Buch von Nathaniel Hawthorne) (siehe Fotos) und am 18. Oktober besuchten wir abends Chris Twichell und Familie zum Abendessen, wo sich auch sein Bruder Peter und seine Schwiegermutter Barbara zu uns gesellten (siehe Fotos). Chris und Peter sind die beiden Söhne von Phyllis. Barbara und die Frau von Chris, Eileen, kannten wir schon von früher. Elke begleite uns nicht, sie fühlte sich an diesem Tag nicht gut, blieb im Wohnmobil zurück und strickte an ihren Socken. Am Freitag, 19. Oktober, fuhren wir nach Cambridge, sahen Harvard University, haben uns auch etwas verfahren und am Abend machten Elke und ich einen zweiten Anlauf auf Apfelmusmascarpone zum Nachtisch, da es uns am Tag zuvor misslungen war (Schlagsahne vergessen). Wir hatten es ohne Sahne mit zu Chris zum Abendessen genommen aber keiner scheint sich daran gestört zu haben. Sie wussten ja auch nicht, wie es sein soll. Ich hatte der Nachspeise für unsere amerikanischen Freunde sogar einen Namen gegeben: „Apple-misu à la Elke“ (weil es so ähnlich wie Tiramisu ist). Das Wochenende (20. Oktober) begann mit einer Fahrt nach Hull, an der Spitze einer Landzunge südlich von Boston gelegen. Nach einem herrlichen Spaziergang am Strand entlang, lud uns Elke am Abend ins Ocean View Restaurant zum Abendessen ein (siehe Fotos). Als wir von diesem Ausflug zurück kamen, brachte ich Elke zur Notaufnahme des nächsten Krankenhauses, da sie hinter dem Ohr, ein paar Zentimeter oberhalb eines bereits fast verheilten Zeckenbisses eine eitrige Stelle entwickelt hatte, die mir gar nicht gefiel. Der Arzt im Krankenhaus meinte dann zwar, er glaube, es habe nichts mit dem Zeckenbiss zu tun, gab ihr dann aber trotzdem Antibiotika gegen Borreliose. Sonntag war warm und sonnig, Elke musste packen für den Heimflug und als Abschiedsessen gab es abends noch einmal Jakobsmuscheln, diesmal auf dem Holzkohlengrill am Spieß mit Shrimp, Tilapia und frischem Gemüse gegrillt. Wir wollten ihr den Abschied ja nicht zu leicht machen ☺! Um 14 Uhr am Montag d. 22. 10. 07 hob die Air Canada mit Elke von Boston ab in Richtung Toronto. Dort musste Elke in die Maschine nach Frankfurt umsteigen, wo sie dann wohlbehalten am nächsten Morgen landete. Wir verbrachten die nächsten paar Tage bei manchmal miesem, manchmal schönem aber stets kaltem Wetter mit Hausarbeit, Buchführung und anderen nützlichen Beschäftigungen. Am 28. Oktober fuhren wir ab zu unserem nächsten, geplanten Campingplatz, „Fourth Cliff“, zwischen Boston und Cape Cod. Nach einigen Umwegen (siehe Reiseroute) landeten wir dort auch im Laufe des Nachmittags und als wir sahen, wie schön es dort war (siehe Fotos), hängten wir gleich beim Einchecken noch 3 Tage an die ursprünglich im Voraus telefonisch gebuchten 2 Tage dran. Während wir an der Rezeption waren, kam eine Frau zur Tür herein und händigte Chuck unsere Fernsehantenne aus. Er hatte am morgen vor der Abfahrt vergessen, sie herunterzurollen und als wir in Fourth Cliff kurz vor dem Rezeptionsgebäude unter einem etwas niedrig hängenden Kabel hindurch gefahren waren, war sie im Kabel hängen geblieben und abgebrochen. Montag betätigte ich mich als Barbier und dann machten wir einen schönen Strandspaziergang mit Lobo, bevor wir nach Scituate zum Baumarkt fuhren, zwecks Einkauf von ein paar Dingen in Sachen „Fernsehantenne“ und Reparatur derselbigen. Am 30. Oktober standen wir in diesem Monat schon zum zweiten mal früh auf, denn wir hatten einen Tagesausflug nach Cape Cod (<-- bitte anklicken) und Provincetown geplant (siehe Fotos). Auf dem Hinweg machten wir auch am Plymouth Rock halt (siehe Fotos). Der letzte Oktobertag zeigte sich mit Sonne und Wärme von seiner schönsten Seite. Wir blieben am Campingplatz und genossen den Tag und Chuck reparierte die Fernsehantenne, während Lobo und ich bei Ebbe an den Stränden entlang zogen. Fortsetzung folgt……………. |