
Reisebericht November / Dezember 2008 (beginnt in Albuquerque, New Mexico). In der Nacht zum 1. November wurden die Uhren auf Winterzeit umgestellt, was uns am Morgen eine Stunde extra gab, um uns für die Abfahrt von Albuquerque vorzubereiten. Wir verließen den Campingplatz auf dem Kirtland Airforce Base um 11:35 Uhr und fuhren zum „Manzano Mountain State Park“ (< - - bitte anklicken) südöstlich von Albuquerque (siehe Reiseroute). In diesem State Park befindet sich ein hübscher und bewaldeter Campingplatz mit nur 17 Stellplätzen. Einige davon haben Stromanschluss. Wasserleitungen führen allerdings nicht zu den Stellplätzen und wir waren auf unseren Frischwassertank angewiesen. Leider konnten wir nur eine Nacht bleiben, da wir wegen Chucks Arztterminen bis zum 3. November wieder in Las Cruces sein mußten. Irgendwann werden wir dem Manzano Mountain State Park einen zweiten Besuch abstatten und dann etwas länger bleiben. Auf der Weiterfahrt machten wir Halt an der Quarai Mission, einer der drei Pueblo Missionen im Salinas Tal, welche von Franziskanermönchen zu beginn des 17. Jahr- hunderts im Gebiet der Acoma-Zuñi Indianer errichtet wurden. Die eindrucksvollen Ruinen der Kirchen (siehe Fotos) werden heute vom Salinas Pueblo Missions National Monument (< - - bitte anklicken) betreut. Am Abend erreichten wir Caballo Lake State Park, wo Chuck unseren neuen Heißwasserboiler installierte, den wir vor unserer Abfahrt von Albuquerque gekauft hatten, nachdem unser alter ein Leck entwickelt hatte. Vom Caballo Lake State Park aus fuhren wir an den nächsten beiden Tagen zweimal nach Las Cruces, wo Chuck am 3. 11. einen Hautarzttermin hatte und am 4. 11. eine Darmspiegelung. Am Abend nach Chucks Prozedur beim Gastroenterologen, verfolgten wir mit Spannung die Wahlergebnisse im Fernsehen und freuten uns über den von uns erhofften Ausgang der Wahl! |
| Jedes Nachricht-Eingabefeld im Gästebuch ist auf ca. 250 Buchstaben einschließlich Leerzeichen beschränkt. Für längere Mitteilungen schickt uns bitte eine E-Mail unter: morton@rmortonc.com |
| Jedes Nachricht-Eingabefeld im Gästebuch ist auf ca. 250 Buchstaben einschließlich Leerzeichen beschränkt. Für längere Mitteilungen schickt uns bitte eine E-Mail unter morton@rmortonc.com |



Am 5. November verließen wir Caballo Lake State Park und fuhren nach Deming, NM, wo ich um 13 Uhr einen Termin beim Augenarzt hatte. Er war zufrieden mit dem Heilungsprozess nach meiner Netzhautoperation im Sommer und verschrieb mir eine neue Brille. Danach fuhren wir weiter zum Pancho Villa State Park in Columbus, wo wir bis zum 12. November blieben. In Columbus wartete ein weiterer Arzttermin, dieser für mich, um die leidige Angelegenheit mit den erhöhten Kaliumwerten überprüfen zu lassen. Das Ergebnis war zufriedenstellend! Tillie und Lobos kleine Freundin „Puddles“ (Chihuahua-Dackel-Mischung) waren auch wieder im Park. Tillie hatte Probleme mit ihrem Auto und Chuck verbrachte gar manche Stunde, um das Gefährt wieder flott zu machen. Tillie begleitete Chuck und mich am 7. November über die Grenze nach Palomas, Mexico, wo Tillie und ich neue Brillen bestellten und anschließend im Pink Store Restaurant hervorragend zu Mittag aßen (siehe Fotos). Während dieses einwöchigen Aufenthalts im Pancho Villa State Park lernten wir eine 60-jährige schwarze Frau kennen, die mit ihrem weißen Freund in einem winzigen Wohnwagen dort geparkt waren. Sie hatten eine kleine, noch ganz junge Hündin namens „Gracious“. Die Hunde waren sehr aneinander interessiert und dadurch kamen wir ins Gespräch, als ich mit Lobo vorbei ging. Wir unterhielten uns danach öfter. Die Frau heißt Sandra, ihr Freund heißt Peter-Michael. Die meisten Leute nennen ihn Pete, Sandra nennt ihn Michael. Sandra ist lernbehindert (wie sie selbst sagt) und auch sonst etwas „anders“ und wird vom Staat unterstützt, ist aber nicht dumm, eher das Gegenteil! Auch ist sie sehr vielseitig interessiert und sehr kreativ. Man merkt ihr die Behinderung auch nicht gleich an, nur wenn man sich lange und ausgiebig mit ihr unterhält, merkt man, dass sie oftmals zu etwas phantastischen Äußerungen neigt und Zukunftspläne in sich trägt, die sich niemals realisieren lassen werden, selbst wenn sie noch so löblich sind, um nicht zu sagen „idealistisch“. Auch springt sie im Gespräch von „dieser Welt“ in ihre „ideale Welt“ und man muss etwas aufpassen, damit man weiß, wo sie gerade ist. Nichtsdestotrotz fand ich Sandra sehr sympathisch und Unterhaltungen mit ihr waren immer sehr interessant. Später kommen wir noch einmal auf Sandra zurück. Die Tage in Columbus waren sonnig, aber manchmal ziemlich kalt und windig. Nachts hatten wir meist Frost. Bei unserer Ankunft war der Park ziemlich voll gewesen und eine Campinggruppe aus Silver City feierte trotz der niedrigen Temperaturen jeden Tag große Grillfeste im Gemeinschaftsbungalow. Am Sonntag begann sich der Campingplatz zu leeren, es kehrte wieder Ruhe ein und die restlichen Tage bis zu unserer Abfahrt am Mittwoch waren wieder etwas mehr nach unserem Geschmack, was die Atmosphäre auf dem Campingplatz anging. Am Dienstag vor unserer Abfahrt fuhren wir noch einmal mit Tillie nach Palomas um unsere Brillen abzuholen, wir schmausten wieder im Pink Store Restaurant zu Mittag und dann kehrten wir gut „bebrillt“ und gut genährt zurück in die USA. Am 12. November fuhren wir wieder zum Leasburg Dam State Park in der Nähe von Las Cruces, wo wir unseren Lieblingsstellplatz Nummer 8 unbesetzt vorfanden. Da wir länger dort bleiben wollten, waren wir sehr glücklich über diese Tatsache. Gleich am nächsten Tag hatte Chuck seinen ersten Arzttermin beim HNO Arzt in dieser neuen Runde von Terminen. Seine Nasenscheidewandoperation war für den 19. November angesetzt und zwischendrin hatte er auch noch einige andere Arzttermine. Die Nacht nach der Operation musste Chuck im Sitzen schlafen, er blutete stark und sah schrecklich aus mit all dem Mull und den Schläuchen, die ihm aus der Nase hingen und erst am nächsten Tag entfernt wurden. Lobo musste an diesem Tag auch zum Tierarzt und dort rastete er total aus. Es sollte Blut abgenommen werden, um zu testen, ob nach seiner zwei Monate langen Antibiotikakur seine Lyme-Borreliose abgeklungen war. In dieser Tierklinik (eine Außenstelle der Tierklinik vom Holloman Airforce Base) ist es so Brauch, dass Herrchen oder Frauchen nicht mit in den Behandlungsraum dürfen. Lobo flippte aus, bepinkelte in seiner Panik die Tierärztin und deren Assistentin, jaulte und gab Geräusche von sich, wie ich sie noch nie von ihm gehört hatte. Man konnte es in der ganzen Klink hören. Ich hatte Angst, dass er einen Herzschlag kriegen würde und die Tierärztin war wohl auch besorgt, denn sie beschloss aufzugeben und wir sollten dann ein andermal in die Hauptklinik auf dem Airforce Base kommen, wo sie ihn leicht unter Narkose setzen wollte, um es dann noch einmal zu versuchen. Bevor sie Lobo zu uns zurückbrachten, hatte er auch noch eine Durchfallattacke und besudelte den ganzen Behandlungsraum. Toller Tag! Lobo war nach diesem Erlebnis ziemlich schlecht drauf und erholte sich erst ein wenig, als wir auf den Campingplatz zurückkehrten und er mit seinen neuen Freunden „Red“, einem vier Jahre alten Rhodesian Ridgeback Rüden und „Mollie“, einer sechs Jahre alten Mischlingshündin, spielen konnte. Red und Mollie waren ein paar Tage nach uns mit Herrchen „Neil“ und Frauchen „Jeanie“ im Leasburg Dam State Park angekommen und hatten sich mit ihrem Wohnmobil auf einem Stellplatz in der Nähe von uns eingemietet. Lobos Zustand verschlechterte sich dann aber wieder und am 23. November hatte er eine Art spastischen Anfall (Schlaganfall?), von welchem er sich nur langsam erholte. Er lahmte noch einige Tage danach und zog sein linkes Vorderbein etwas nach. Unsere Freunde, Bea und Phil Shapiro, in Tucson, Arizona hatten uns bei unserem letzten Besuch dort zum Thanksgiving Fest am 27. November eingeladen. Am 26. 11. ließen wir unser Wohnmobil im Leasburg Dam State Park zurück und fuhren nach Tucson. Unterwegs regnete es ein bisschen, das war der erste Regen, den wir seit Monaten gesehen hatten. Es war auch viel kühler (fast kalt) in Tucson, als wir erwartet hatten. Die Feste im Hause Shapiro sind immer ein kulinarisches Erlebnis, Bea ist eine ausgezeichnete Köchin, und Thanksgiving war da keine Ausnahme (siehe Fotos). Die engere Shapirofamilie war ziemlich vollständig vertreten. Tochter Danielle und Sohn Isaac, wie auch Phils Mutter, ein Bruder, eine Nichte und einige andere Verwandte waren anwesend. 15 Erwachsene, zwei Kinder und Lobo kamen in den Genuss des obligatorischen Thanksgiving-Truthahns. Wir kehrten am 30. November zurück zu unserem Wohnmobil in New Mexico, nachdem wir vorher noch im Commissary auf der Airforce Base in Tucson einen Großeinkauf in Sachen „deutsches Weihnachtsgebäck“ (Lebkuchen, Spekulatius, Stollen etc.) getätigt hatten. Als wir in Las Cruces, New Mexico ankamen, sahen wir eine Tankstelle, wo Diesel für $ 2.10 /Gallone (=3,79 l) verkauft wurde. So billig hatten wir seit einer Ewigkeit nicht mehr getankt! Dezember 2008 Chuck begann den Monat mit einem Termin beim HNO Arzt zur Nachuntersuchung und erfuhr bei dieser Gelegenheit, dass eine zweite Operation nötig sei. Sie wird wahrscheinlich im Februar stattfinden. Die erste Dezemberwoche verging ansonsten mit Weihnachtsvorbereitungen, Kartenschreiben, Geschenke kaufen und verpacken und am 7. Dezember verließen wir Leasburg Dam State Park, fuhren nach Las Cruces und verbrachten eine Nacht auf dem Parkplatz der Firma, die frühzeitig am nächstem Morgen damit begann, unser Weihnachtsgeschenk, das wir uns selbst schenkten, an unserem Wohnmobil anzubringen: eine vollautomatische Markise über der Eingangstür. Es war ein sehr stürmischer Tag und als wir am Nachmittag unser Wohnmobil mit der neuen Markise abholen wollten, war nichts fertig. Der Wind hatte sich inzwischen etwas gelegt und wir bestanden darauf, dass die Arbeiten noch an diesem Tag beendet würden, denn wir hatten am nächsten Morgen einen Tierarzttermin für Lobo in Alamogordo auf dem Airforce Base. Das bedeutete zwar Überstunden für die Handwerker, aber das sollte unser Problem nicht sein. Es war schon dunkel, als wir endlich abfahren konnten und wir verbrachten die Nacht auf dem Holloman Airforce Base Campingplatz, dort wo wir 2005/2006 überwintert haben. Am nächsten Morgen lieferten wir Lobo in der Tierklinik ab, fuhren anschließend zum Oliver Lee State Park, ein paar Kilometer südlich von Alamogordo, wo wir ein paar Tage bleiben wollten. Lobos neue Freunde, Red und Mollie vom Leasburg Dam State Park waren auch dorthin umgezogen und wir freuten uns für ihn, dass er jemanden zum spielen haben würde. Aber daraus sollte nichts werden! Nachdem wir uns auf Stellplatz Nummer 24 häuslich nieder gelassen und Strom- und Wasser angeschlossen hatten, fuhren wir zurück zur Tierklinik und holten Lobo ab. Das Ergebnis des Laborbefunds sollten wir erst ein paar Tage später erfahren. Lobo war sehr glücklich uns zu sehen und schlief dann im Auto ein. Wir erledigten noch ein paar Besorgungen und fuhren zum Oliver Lee State Park zurück. Als wir Lobo aufweckten und aus dem Wagen holten, merkten wir, dass es ihm gar nicht gut ging. Er verweigerte am Abend sein Futter und auch am nächsten Tag war er immer noch vollkommen lethargisch. Red und Mollie kamen ihn im Laufe des Tages zweimal besuchen, beschnüffelten ihn in seinem Krankenbett, aber er nahm kaum Notiz von ihnen. Tags darauf schien es Lobo ein winziges bisschen besser zu gehen und am Abend nahm er ein klein wenig Futter zu sich. Sein Laborbefund erwies sich als zufriedenstellend, alle Werte waren im grünen Bereich und die letzte Episode der Lyme-Borreliose war auch abgeklungen. Wenn man ihn so teilnahmslos da liegen sah, war dieses Laborergebnis der reinste Hohn! Am 12. Dezember brachen wir unsere Zelte im Oliver Lee State Park ab und nachdem wir auf dem nächsten Postamt in Boles Acres, New Mexico (3½ Hütten und ein paar staubige Straßen) unsere Weihnachtspakete abgeschickt hatten, fuhren wir über Alamogordo in Richtung Norden (siehe Reiseroute) bis Carrizozo und dann westlich zu den Lavalandschaften des „Valley of Fires“ (siehe Fotos), wo wir auf dem Campingplatz den für unsere Bedürfnisse besten Stellplatz vor Ort (= Nummer 15) für drei Tage belegten. Wir hatten eine herrliche Aussicht auf Sierra Blanca und der Hügel hinter unserem Stellplatz schützte uns etwas vor den erbarmungslosen Windböen, die am späten Vormittag des 13. Dezembers begannen und bis zum Abfahrtstag mehr oder weniger stark anhielten. Der Wind war so schlimm, dass wir am ersten Tag gar nichts unternahmen. Mit Lobo ging es so nach und nach bergauf; er fraß wieder und das gab uns die Möglichkeit, ihm seine Pillen, in Würstchen versteckt, zu verabreichen, was dem Genesungsprozess sehr förderlich war. Am 14. Dezember fuhren wir bei Wind und 10 °C nach Carrizozo, um uns den Ort anzuschauen. Da gab es nicht viel zu sehen und das einzige Museum war geschlossen. Zurück im Valley of Fires durchwanderten wir die Lavafelder (siehe Fotos) und sogar Lobo war mit von der Partie! Als es dunkel wurde, fuhren wir noch einmal nach Carrizozo rein, um im „Four Winds“ Restaurant mexikanisch Abend zu essen. Tags darauf ging unsere Reise weiter in westlicher Richtung bis San Antonio, New Mexico, wo Chuck auf dem Parkplatz des „Owl Bar & Grill“ Restaurants eine goldene Markennuhr mit mehreren Diamanten fand. Wir hinterließen unsere Telefonnummer im Restaurant, aber es hat sich nie jemand bei uns wegen der Uhr gemeldet. Es schaut so aus, als ob wir nun die stolzen Besitzer einer teuren Uhr sind, die gar nicht unser Geschmack ist, aber in einem Schmuckschächtelchen ganz gut wirkt. Wie fast immer, wenn wir in dieser Gegend sind, haben wir einen Green Chile Cheeseburger im „Owl Bar & Grill“ gegessen, bevor wir zum Percha Dam State Park am Rio Grande, etwas südlich von Truth or Consequences, weiterfuhren. Dort blieben wir zwei Nächte, dann fuhren wir zum Rockhound State Park bei Deming, wo wir nur eine Nacht blieben, da der Campingplatz sehr voll war. Tillie und Puddles waren auch da und wollten bis nach Weihnachten bleiben und uns dann zum Pancho Villa State Park in Columbus folgen. Wir fuhren am nächsten morgen nach Columbus, hatten Glück und bekamen unseren Lieblingsstellplatz auf dem Pancho Villa Campingplatz und begannen unser Wohnmobil weihnachtlich zu schmücken. Sandra war auch wieder da. Lobo fand sie zwei Stellplätze von uns entfernt in einem Zelt. Wie im Novemberbericht angekündigt, komme ich nun noch einmal ausführlich auf Sandra zurück, denn damit beginnt unsere Weihnachtsgeschichte, bzw. zuerst die Vorgeschichte zur Weihnachtsgeschichte: Es stellte sich heraus, dass sie sich mit ihrem Freund nicht mehr so ganz gut vertrug und der winzige Wohnwagen war zu klein für die beiden geworden. Pete war mit seinem Wohnwagen abgefahren und hatte diesen auf sein etwa 10 km entferntes Gründstück, das er vor einiger Zeit dort gekauft hatte, gestellt und haust nun dort. Sandra blieb allein zurück. Zuerst wurde sie von einer Familie aufgenommen, die auf dem Campingplatz Freiwilligenarbeit verrichtet und deshalb bleiben kann, so lange sie will (ansonsten gibt es bei den New Mexico State Parks ein Dreiwochenlimit, mit welchem die meisten Parkranger aber ziemlich locker umgehen, wenn man um eine Verlängerung bittet). Als es bei der Familie zu eng wurde, kaufte sie den Leuten das alte Zelt, das sie ihr geliehen hatten, für 15 Dollar ab und stellte sich auf einen anderen Stellplatz. Pete kam ab und an vorbei, um nachzusehen, wie es ihr geht, aber so richtig zusammen kamen die beiden nicht wieder. Sandra hatte vorher in Columbus in einem Haus gewohnt (gemietet), aber das Geld (600 Dollar im Monat), das sie vom Staat bekommt, hat hinten und vorne nicht gereicht und deshalb ist sie mit Pete zusammen gezogen und sie wollten dann gemeinsam im Wohnwagen umher reisen. Ihre Sachen aus dem Haus hat sie in einem Lager untergestellt. Einige Haushaltssachen hat sie sich von diesem Lager für ihr Leben im Zelt geholt. Nachdem das mit Pete nicht so recht geklappt hat, ist sie nun obdachlos. Auto hat sie auch keins. Als sie auseinander gingen, war ihr Geld für Dezember bereits aufgebraucht, da Pete immer darauf bestand, dass zuerst ihr Geld ausgegeben wird, bevor er an seine Pension ging. Pete bezahlte dann zwar die Stellplatzgebühren für Sandra bis Ende Dezember und wahrscheinlich auch für das Zelt. Er fährt sie auch ab und zu mal wohin und als sie am Hl. Abend vom Sozialdienst nach Las Cruces zur Kolonoskopie und Endoskopie gefahren wurde, brachte er sogar den kleinen Wohnwagen zu ihrem Stellplatz, damit sie sich nicht in einem windgebeutelten Zelt bei nächtlichen Minusgraden von der Prozedur erholen musste, aber als sie dann wieder fit war, fuhr er am 2. Weihnachtsfeiertag zurück zu seinem Grundstück. ------- So, das war die Vorgeschichte. Nun zum eigentlichen Teil: jedes Jahr zu Weihnachten hat die Familie Morton eine große Weihnachtsfeier in Kentucky und statt sich gegenseitig zu beschenken, wird über eine Wohltätigkeitsagentur eine Familie in Not unterstützt. Wir haben auch immer etwas hingeschickt, aber dieses Jahr waren wir zu spät dran und da kam Chuck auf die Idee, dass wir hier in New Mexico jemanden in Not mit den 100 Dollar beglücken, die wir sonst immer nach Kentucky geschickt haben. Weihnachten rückte immer näher und wir hatten noch niemanden gefunden. Dann erfuhren wir die Geschichte von Sandra und wir fanden, das sei Not genug! Wir wollten aber nicht, dass sie das Geld direkt von uns bekam. Also ließen wir uns etwas einfallen. Wir stellten einen Fresskorb zusammen (sie hatte kaum Lebensmittel in ihrem Zelt), schmückten ihn hübsch weihnachtlich, steckten eine Karte, gespickt mit 100 Dollar, in den Korb und die Karte sagte nur: ,,Merry Christmas from Santa Claus". Während Sandra bei ihrer Darmspiegelung war, bin ich in ihr Zelt und habe den Korb reingestellt. Als Sandra am Nachmittag vom Arzt zurückkam, ging sie in ihr Zelt, ich konnte alles vom Fenster aus beobachten. Nach einer Weile kam sie raus und setzte sich in die Sonne. Ich wartete noch ein Weilchen und dann ging ich hinüber, um zu fragen, wie die Darmspiegelung war. Sie zeigte mir den Befund (alles soweit in Ordnung, nur ein kleines Divertikel im Darm) und dann fragte sie mich, ob ich jemanden gesehen hätte, der in ihr Zelt gegangen ist, während sie weg war. Ich sagte „Nein“, aber ich hätte einen dicken Mann mit einem weißen Bart und roten Anzug gesehen, der in der Umgebung herumgeschwirrt sei. Damit wusste sie Bescheid, aber sie wusste auch, dass wir anonym bleiben wollten. Sie schaute mich nachdenklich an und meinte dann, sie würde auch so gerne mal in der Lage sein können, Santa Claus zu spielen. Damit war alles gesagt! Pete war in der Zwischenzeit auch mit dem Wohnwagen eingetroffen und da wir Sandra zum Weihnachtsessen eingeladen hatten, erweiterten wir die Einladung auch auf ihn. Er ist eigentlich gar kein so übler Typ. Heilig Abend verbrachten Chuck, Lobo und ich bei Kerzenschein und deutschen Weihnachtsliedern. Nachdem wir Michaels Weihnachtspäckchen geöffnet hatten und er unseres, rief er an. Am ersten Weihnachtsfeiertag landete Michael im Krankenhaus mit zwei Nierensteinen, aber das wusste er am Abend vorher Gott sei Dank noch nicht, was ihm da bevorstand. Am Weihnachtstag kamen Sandra und Pete zum Weihnachtsmahl zu uns und wir schmausten an Gans, Rotkohl und Kartoffelklößen. Das war alles neu für die beiden. Es gab auch Salat und wir hatten heraus gefunden, dass sie gerne corn bread (Maisbrot) ißt, deshalb habe ich auch noch ein corn bread gebacken. Auch amerikanische stuffing (Brotfülling) gab es und viiiiieeel Gänsebratensoße. Zum Nachtisch gab es „Rote Grütze“ über Vanilleeis mit Schlagsahne. Zum Naschen stand ein Teller mit Spekulatius, deutschen Weinbrandbohnen, Weihnachtsstollen, deutscher Schokolade und Lebkuchen auf dem Tisch. Beide waren pappsatt als sie fertig waren (wir auch) und ich habe dann für Sandra noch ein Fresspaket mit den Resten eingepackt zum Mitnehmen. So, das war unsere Weihnachtsgeschichte! Es war ein schönes Fest! Allerdings ist es nicht ganz einfach im Wohnmobil so ein großes Essen vorzubereiten und mit der Gans hatte ich auch ein paar Probleme, weil mein Backofen so klein ist. Aber Ende gut, alles gut! Am Tag darauf mussten wir Lobo zum Nottierarzt fahren. Ganz plötzlich am Abend nach dem Weihnachtsessen erwischte es ihn: er stand nur herum, auch in seinem Bett, oder trat auf der Stelle hin und her, konnte aber nicht richtig laufen, er fraß nichts mehr, hechelte in einer Tour und atmete sehr schwer. Das ging die ganze Nacht so, er legte sich fast überhaupt nicht hin. Am nächsten morgen brachte Chuck ihn raus, Lobo kackte, pinkelte, kam wieder rein (unter größten Schwierigkeiten) und dann hechelte er weiter ohne sich hinzulegen, immer im Kreis von einem Bein aufs andere tretend. Später ging ich noch mal mit ihm raus, er schaffte es kaum bis zu seinem Lieblingspinkelplatz auf der anderen Straßenseite. Er pinkelte & kackte noch einmal, dann watschelte er zurück und nach langem hin und her legte er sich endlich hin. Dann schlief er in der gleichen Stellung, ohne sich zu bewegen, den ganzen Tag bis abends. Der Wind wehte eiskalt und schrecklich stark, aber der Hund rührte sich nicht. Es war unsere Hoffnung, dass er sich gesund schlief, aber das war ein Trugschluß. Als es dunkel wurde und wir ihn endlich aufweckten, war er noch genauso schlecht dran und wir riefen einen Tierarzt an, der Notdienst hatte. Durch einen Schneesturm fuhren wir zur 50 km entfernten Klinik. Es wurde Blut abgenommen, Fieber gemessen (er hatte hohes Fieber) und er bekam eine Spritze. Die Spritze hat insofern geholfen, dass er danach ruhig dalag und sogar ein paar Häppchen, die ich ihm per Hand gefüttert habe, gefressen hat. Am nächsten Morgen war er wieder in der gleichen Verfassung, wie vor dem Besuch in der Tierklinik. Wir riefen den Tierarzt an, wir fuhren wieder zur Tierklinik und er gab ihm eine Spritze, die ihm auch wieder etwas half. Wir sprachen auch darüber, ob es nicht an der Zeit sei, ihn aus seinem Elend zu erlösen, denn in den letzten 6 Monaten ging‘s mehr bergab als bergauf mit seiner Gesundheit und die Lebensqualität ist nun doch mehr und mehr eingeschränkt. Zeitweise fehlt sie gänzlich! Der Tierarzt hat uns ein paar Pillen für das Fieber und die Schmerzen mitgegeben, die auch entzündungshemmend sind. Zuerst erholte sich Lobo ein wenig, aber am Sonntag (28. Dezember) als ich morgens aufstand, lag Lobo vor der Klotür. Ich schob ihn etwas weg, damit ich auf die Toilette gehen konnte. Er rührte sich kaum. Er atmete flach und wir kletterten den ganzen Tag über und um ihn herum. Er bewegte sich nicht, er öffnete seine Augen kaum und so war es den ganzen Tag über. Wir saßen herum, beobachteten ihn und es war wie eine Sterbewache. Ab und zu machte sein Körper spastische Zuckungen aber das beruhigte sich nach einer Weile immer wieder und er bewegte sich weiterhin überhaupt nicht. Wir beschlossen ihn am Montag in die Tierklinik zurückzubringen, um ihn aus seinem Elend erlösen zu lassen, sollte er bis dahin nicht von selbst eingeschlafen sein. Aber Lobo hatte andere Vorstellungen! Nach dem Abendessen hob er plötzlich den Kopf, versuchte aufzustehen, wir halfen ihm dabei und dann torkelte er total benommen und wie besoffen zur Tür. Wir halfen ihm die Rampe runter (er kann seit Monaten nicht mehr Treppen steigen und Chuck hat ihm eine Rampe gebaut), er torkelte zu seinem Lieblingspinkelplatz, kam nach vollbrachtem Werk zurück, wir halfen ihm die Rampe wieder hoch ins Wohnmobil, er schnüffelte an seiner Schüssel, ich füllte sie sofort, er trank viel Wasser, fraß sein Futter, nahm seine Pillen und legte sich wieder hin und schlief weiter. Seither geht es in kleinen Schritten weiter bergauf. Seine kleine Freundin „Puddles“ kam dann auch zurück zum Pancho Villa State Park und er hat sich sehr gefreut, sie wiederzusehen. Leider war Puddles auch nicht so gut beieinander. Sie hatte Durchfall und hat oft gebrochen, also sahen sich die beiden sehr selten. So, das war Lobos Krankenbericht. Also schau’n wir mal wie’s weitergeht…… Sylvester haben wir in aller Stille verbracht. Ich hatte einen Hexenschuß und am Sylvesterabend war ich davon so geschlaucht, dass ich mich nach dem Abendessen ein wenig auf die Couch legte, um mein Kreuz etwas ausruhen zu lassen. Ich schlief prompt ein und wachte erst um 23:20 Uhr wieder auf. Da hatte ich gerade noch genug Zeit, um mich seelisch und moralisch auf das neue Jahr vorzubereiten, Chuck seinen Neujahrskuss zu verabreichen und dann ging ich gleich nach Mitternacht ins Bett und schlief weiter. Und so endete 2008 für uns. Fortsetzung folgt ……. |
| Zu den Fotos etc. geht es über die Menüschaltfläche "Fotos Nov./Dez. 2008" oben. |
| Lobo |