Texas) Als erstes besuchten wir eine 1000-jährige Eiche im Goose Island State Park (siehe Fotos), bevor wir am 1. Mai nach Corpus Christi fuhren, dort im Hafen den Flugzeugträger USS Lexington (siehe Foto) und am Ocean Drive die herrlichen Villen bewunderten. Ein Spaziergang mit Lobo am Strand und ein chinesisches Abendessen beendeten unseren Ausflug und am Abend trafen wir uns wieder mit Dick im Park, der den ganzen Tag auf Vogelsuche unterwegs gewesen war. Den nächsten Tag verbrachte er mit uns und wir fuhren gemeinsam zum Fulton Mansion, eine 1874 -1877 von Rinderbaron George Fulton erbaute Villa (siehe Fotos), gingen am Hafen von Fulton mit Lobo spazieren und aßen im „Big Fisherman“ Jakobsmuscheln und sonstige Schätze aus den Tiefen des Meeres. In dieser Nacht regnete es stark und der nächste Morgen war schrecklich schwül, aber es war zur Abwechslung mal windstill. Wir blieben am Campingplatz und bereiteten uns für unsere Abreise vor. Als Abschiedsessen kochte ich ein paar von Dicks Leibspeisen: Schweinekoteletts, Kartoffelpfannkuchen, Blumenkohl und es gab Salat dazu und Bratäpfel. Den Abend verbrachten wir am Lagerfeuer am Strand (siehe Foto) und am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Dick fuhr gegen 11 Uhr los in Richtung Westen zurück nach New Mexico; Chuck und ich waren um 12:25 Uhr abfahrbereit (Tachostand: 66192 Meilen). Der Himmel war bei 31°C bedeckt, es war schwül und windig. Wir fuhren über Texas Highway 35 (Nord) bis kurz vor Port Lavaca, dann über eine kleine Nebenstraße zur US Highway 87 (Nord), weiter bis zur US Highway 77 (Nord) und Texas Highway 21 (Nord/Ost) bis zur Texas Highway 60. |
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umkehren und einen Umweg über ein paar andere kleine Nebenstraßen machen, um zu unserem Tagesziel zu gelangen: Lake Somerville State Park. Ein schöner Park mit Campingstellplätzen direkt am See und die Frösche quakten nach Herzenslust im Schilf gleich neben unserem Wohnmobil. Diese Frösche waren es auch, die Lobo und mir halfen, zum Wohnmobil zurückzufinden, als wir uns auf unserem Abendspaziergang im Wald verlaufen hatten und im Dunkeln dem Gequake der Frösche folgten, welches uns letztendlich wieder „nachhause“ führte. Der 5. Mai war immer noch schwül, bedeckt mit etwas Sonne und um 13:30 Uhr verließen wir Lake Somerville und fuhren zurück zur Texas Highway 60 und dann bis zur Texas Highway 36, von welcher wir auf die US Highway 79 (Nord) abbogen und bis Palestine fuhren. Nach einem Einkauf im Supermarkt ging es weiter zum Palestine State Park, wo wir die Nacht verbringen wollten. Der Campingplatz dort hatte keine Anschlüsse für Strom und Wasser und da es sehr schwül war und wir beabsichtigten, die Klimaanlage laufen zu lassen, zogen wir weiter und fanden in Jacksonville den „Castle on the Lake“ Campingplatz, der neben Strom und Wasser auch Kanalisation anbot, was ich ausnützte, um ein paar Maschinen Wäsche zu waschen. Am Sonntag schafften wir es über Henderson und Marshall bis Texarkana, wo wir uns am Elliot Lake Campingplatz für zwei Nächte einmieteten. Texarkana liegt halb und halb in den Bundesstaaten Texas und Arkansas und das Gerichtsgebäude mit dem Hauptpostamt steht direkt auf der Landesgrenze (siehe Fotos). Montag besichtigten wir die Stadt und Dienstag fuhren wir in nordöstlicher Richtung bis Hot Springs durch eine landschaftlich recht schöne, etwas bergige Gegend mit Wäldern, Seen und Flüssen. Mitten im Ort befindet sich der „Hot Springs National Park“ mit seinen Badehäusern aus vergangenen Tagen, welche den europäischen Kurbädern nachempfunden sind (siehe Fotos). Die Nacht verbrachten wir etwas nördlich von Hot Springs auf einem Campingplatz im Lake Ouachita State Park. Am nächsten Tag fuhren wir nach Fort Smith zum einkaufen bei Aldi und danach auf der US Highway 71 (Nord) durch die Ozark Berge bis Brentwood, vorbei an unzähligen Kirchen und Kirchlein in den kleinen Ortschaften, die den Straßenrand säumten. Außerhalb von Brentwood fanden wir zwischen der Landstraße und dem Fluss einen Rastplatz mit Grillstellen, hübschen Holzbänken und –tischen, Toiletten und Pavillons. Der Rastplatz wird von den Anwohnern in Brentwood instand gehalten und wirkte so einladend, dass wir uns entschlossen, dort zu übernachteten. Nach dem Abendessen setzten wir uns auf eine Bank am Fluss und schauten Lobo zu, der im Wasser spielte. Als es dunkel wurde, bekamen wir Besuch vom Sheriff aus Brentwood, der gekommen war, um nach dem Rechten zu sehen. Er unterhielt sich eine Weile mit uns, bevor er weiterfuhr. Donnerstag, 10. Mai 2007, 27°C, bedeckt mit etwas Sonne, Abfahrt 11 Uhr, Tachostand 67181 Meilen. Unser letzter Tag in Arkansas brachte uns nach Bentonville, wo wir das Wal Mart Museum / Besucher Zentrum besuchten (siehe Fotos). Danach ging es weiter auf der US Highway 71 (Nord) bis Missouri. In Neosho bogen wir auf die US Highway 60 nach Osten ab. In Missouri wurde uns schnell bewusst, dass die guten Zeiten für „Vagabunden“ vorbei waren. Es gab kaum noch Rastplätze und die wenigen, die wir sahen, erlaubten keine Übernachtungen. Campingplätze waren schlecht oder überhaupt nicht ausgeschildert und bei Wal Mart in Republic durfte man auch nicht übernachten. Zwischen Springfield und Mansfield entdeckten wir wieder Mennoniten und Amish (< - - bitte anklicken) Bauernhöfe, die wir aus Pennsylvania und Indiana bereits kannten. In Mansfield fanden wir dann auch endlich einen Campingplatz, direkt unterhalb des Hauses (siehe Fotos), in dem die Schriftstellerin Laura Ingalls Wilder (< - - bitte anklicken) ihre Bücher schrieb, die als Vorlage für die berühmte Fernsehserie „Unsere kleine Farm“ dienten. Wir setzten unsere Reise am darauffolgenden Tag fort und fuhren über Fort Leonardwood, wo wir im Commissary unsere Vorräte aufstockten und über Jefferson City (= Landeshauptstadt von Missouri), wo wir das Kapitol sahen, bis Holts Summit, wo wir auf einem Truckstop übernachteten. Außer einem ziemlich aufwendigen Wendemanöver kurz hinter Fort Leonardwood auf einer Brücke, die über einen Fluss zu einer Landstraße führte, die viel zu eng für uns war und uns dazu bewog, umzukehren, verlief die Fahrt ereignislos. Von Samstag auf Sonntag (13. Mai / Muttertag) übernachteten wir auf einem Wal Mart Parkplatz in einem Städtchen mit dem kuriosen Namen „Mexico“ und ließen einen unserer Reifen reparieren, in welchem ein Nagel steckte. Danach fuhren wir von Mexico nach Paris ☺, bogen dort auf die US Highway 24 (Ost) ab und mieteten uns in der Indian Creek Recreation Area am Mark Twain See für 4 Nächte ein (Tachostand bei Ankunft: 67656 Meilen). Unterwegs rief Michael an, um zum Muttertag zu gratulieren. Wolkenloser Himmel begrüßte uns am Montagmorgen. Mücken und sonstige Insekten machten uns das Leben schwer aber ich wollte das schöne Wetter nutzen, um wieder Wäsche zu waschen, was dann auch geschah. Wir verbrachten den Tag auf dem Campingplatz und gönnten uns eine Verschnaufpause ohne Fahrerei. Die nächsten beiden Tage brachten deutlich schlechteres Wetter mit gelegentlich viel Regen und Donner. Dies hielt uns aber nicht von unseren geplanten Ausflügen ab und wir waren wieder unterwegs, zuerst zu dem Dorf „Florida“, wo Mark Twains Geburtshaus und ein Museum zu finden sind sowie nach Hannibal, wo das Haus steht, in dem Mark Twain aufgewachsen ist (siehe Fotos). Marceline, wo Walt Disney aufgewachsen ist, besuchten wir ebenfalls (siehe Fotos) und auf dem Rückweg von dort zum Campingplatz sammelte ich an die 10 Zecken ein, als ich unterwegs auf einem Rastplatz ohne Toiletten mal kurz in die Büsche ging. Letzteres war ein weniger erfreuliches Erlebnis und verursachte mir eine fast schlaflose Nacht. Donnerstag, 17. Mai 2007, 20°C, Sonne und Wolken, Abfahrt 14 Uhr, Tachostand 67959 Meilen. Über Hannibal und teilweise am Mississippi Fluss entlang fuhren wir Richtung Norden nach Iowa. Iowa ist der 49. Staat für mich und außer Hawaii habe ich nun alle US Staaten besucht. Kurz vor Iowa City besuchten wir Riverside, den zukünftigen Geburtsort von Kapitän James T. Kirk aus der Fernsehserie ,,Star Trek“, der dort am 22. März 2233 das Licht der Welt erblicken wird (siehe Fotos). Anschließend ging es weiter zum Coralville See, nördlich von Iowa City, wo wir uns am Linder Point Campingplatz für drei Nächte einmieteten (Tachostand bei Ankunft: 68164 Meilen). Am nächsten Morgen fuhren wir zu den Amana-Kolonien (siehe Fotos), wo wir ein paar Museen besichtigten und durch die Straßen und Geschäfte bummelten. Im Nordwesten von Iowa City gelegen, handelt es sich dabei um Siedlungen ehemaliger deutscher Einwanderer, die Anhänger des radikalen Pietismus waren. Diese ,,Inspirierten" sind christliche Freikirchler, die neben der Bibel das nach ihrem Glauben vom Heiligen Geist inspirierte Zungenreden als Quelle göttlicher Offenbarung betrachten. Die Amana sind eine deutsche Erweckungsbewegung. Um 1843 fanden sie, geführt von Christian Metz, ihren Weg von der Ronneburg in der Wetterau nach Buffalo im US-Bundesstaat New York und 1855 übersiedelten sie von dort nach Iowa. In der Nähe von Cedar Rapids gründeten sie die Amana-Kolonien, 7 Dörfer in einem Bogen von 25 km. Bis 1932 kannte die Gemeinschaft kein Privateigentum. Auch heute stellen die Amana-Dörfer eine kulturell eigenständige Struktur dar, die immer noch stark deutsch geprägt ist. Erst seit 1960 wird auch auf Englisch gepredigt. Die älteste Brauerei in Iowa sowie acht Weinbaubetriebe liegen auf Amana-Gebiet. Anders als die Amish und Mennoniten lehnten die Amana die technischen Fortschritte der Zivilisation nie ab. Im Gegenteil, sie sind modernster Technik zugetan. Whirlpools, Kühlschränke, Mikrowellengeräte, Geschirrspülmaschinen und Öfen tragen das Markenzeichen AMANA und werden auch in Deutschland verkauft. Nach diesem Ausflug verbrachten wir den Samstag und einen Großteil des Sonntags auf dem Campingplatz. Um 15:15 Uhr verließen wir am 20. Mai Linder Point Campingplatz (Tachostand 68229 Meilen) und fuhren auf der Autobahn I-80 in östlicher Richtung bis Hampton, Illinois am Mississippi. Westlich von Davenport fuhren wir am „größten Truckstop der Welt“ vorbei und kurz danach sahen wir den wahrscheinlich „längsten Truck der Welt“ (siehe Fotos). Wir blieben bis Mittwoch auf dem Fisherman’s Corner Campingplatz in Hampton, nur wenige Schritte vom Mississippi entfernt (siehe Fotos). Chuck hatte vor 20 Jahren auf einer Dienstreise mehrere Wochen in Davenport verbracht und er zeigte mir die Stadt, sein Hotel und die schönen, alten Bauten, in welchen er damals an einer Schulung teilgenommen hatte. Wir gingen mit Lobo am Mississippi entlang spazieren und wir machten einen längeren Ausflug auf der Iowa Seite des Flusses bis hoch nach Clinton und fuhren auf der Illinois Seite wieder zurück zum Campingplatz in Hampton. Abends loderte ein schönes Lagerfeuer neben unserem Wohnmobil, wir grillten Bratwürste und in dieser Nacht wurde Lobo krank und er musste dauernd raus. Gott sei Dank ging es ihm aber am nächsten Tag wieder besser. Mittwoch, 23. Mai 2007, 31°C, sonnig/dunstig/schwül, Abfahrt 15 Uhr, Tachostand 68467 Meilen. Weiter ging die Reise in Richtung Indiana über US Highway 150 bis zum Jubilee College State Park nordwestlich von Peoria, Illinois, wo wir eine Nacht campten. Unterwegs war die Landschaft eher langweilig, meist flach mit nur sanften Hügeln ab und zu, mit Landwirtschaft (hauptsächlich Ackerbau, kaum Viehzucht, bis auf ein paar Pferde Gestüte westlich von Peoria). Am nächsten Tag, östlich von Peoria auf der US Highway 24, kämpften wir gegen einen starken Südwestwind, während wir weiterhin durch Ackerbaugebiete fuhren. Wir erreichten Indiana im Laufe des Nachmittags und fanden einen netten Campingplatz in Earl Park, Indiana, ein paar Kilometer südlich von Kentland (Ankunftstachostand: 68695 Meilen). Eigentlich war es ein Stadtpark mit Stellplätzen für Camper und die Bezahlung lief auf Vertrauensbasis. Da am Montag ein Feiertag war, wollten wir den Andrang auf die Campingplätze an Seen, Flüssen und sonstigen Erholungsgebieten meiden und somit bezahlten wir bis Montagnachmittag. Auch dieser Stadtpark begann sich nach und nach zu beleben und ab Freitagnachmittag war er ziemlich voll mit Campern, Zelten und Wohnmobilen. Wir hatten einen super Stellplatz gewählt (siehe Fotos) und hatten ausreichend Ellbogenfreiheit. Der Ort Earl Park erwies sich als eine sehr eigenartige Ansiedlung, als wir uns dort mal ein wenig umschauten. Hübsche und weniger hübsche Wohnhäuser, eine sehr schöne, kleine Kirche, ein paar Straßen, ein älterer Ortskern, aber nicht eine Menschenseele. Es war wie eine Episode aus der Fernsehserie Twilight Zone (Unwahrscheinliche Geschichten) (< - - bitte anklicken) und wir waren die einzigen Lebewesen in einer toten Stadt. Man konnte richtig das Gruseln bekommen! Aber im Park, da herrschte Leben! Wir hielten uns zurück, denn das Wetter war kühl und regnerisch. Eine Fahrt zum Supermarkt in Kentland, waschen, kochen, nähen und bügeln standen auf unserem Wochenendplan. Am Montagnachmittag, als sich der Park zu leeren begann, fuhren auch wir los (Tachostand bei Abfahrt 68717 Meilen), um unseren letzten Zwischenstopp zu erreichen, bevor wir dann bei Michael in Fort Wayne eine längere Reisepause einlegen würden. Südlich von Peru, Indiana am Mississinawa See erreichten wir gegen 17 Uhr den Miami State Recreation Area Campingplatz, der sich nach dem Feiertagwochenende bereits geleert hatte (Ankunftstachostand: 68810 Meilen). Wir ließen uns häuslich nieder, fuhren am Dienstagmorgen zum ehemaligen Grissolm Air Force Base, wo wir bei unserer Krankenversicherung ein paar wichtige Dinge zu erledigen hatten und nachdem wir zum Campingplatz zurückgekehrt waren, machten wir am Nachmittag ein wohlverdientes Nickerchen. Mittwoch, 30. Mai 2007, 32°C, sonnig, Abfahrt 12:55 Uhr, Tachostand 68847 Meilen. Auf Indiana Highway 19 fuhren wir zurück nach Peru und von dort aus auf US Highway 24 nach Fort Wayne, wo wir um 15:04 Uhr bei Michael eintrafen. Keith und Katja schienen sich sehr zu freuen, ihre Oma und ihren Opa wieder zu haben und Michael kam gleich nach hause, um uns gebührend zu empfangen. Ankunftstachostand: 68922 Meilen Seit unserer Abfahrt von Fort Wayne am 8. Oktober 2005 waren 19 Monate, 22 Tage und 3 Stunden vergangen. Wir haben in dieser Zeit 44808 Meilen (= 71692 km) zurückgelegt, 22 US Staaten, 2 kanadische Provinzen, 1 kanadisches Territorium und 3 mexikanische Staaten besucht. Wir haben Erfahrungen gesammelt, viel Schönes gesehen, aber auch Armut und Leid. Wir haben Natur pur erlebt, die Einsamkeit gesucht, gefunden und (vorübergehend?) wieder hergegeben. Wir essen und leben gesünder, fühlen uns besser und sind glücklich. Wir haben gelernt, mit den kleinen (und größeren) Missgeschicken des Vagabundenlebens zu Recht zu kommen. Nicht eine Minute unserer Erlebnisse möchten wir missen! Juni 2007: Große Pause für 3 Vagabunden Unser Wohnmobil steht neben Michaels Haus und der Monat Juni verging mit Renovierungsarbeiten am Wohnmobil, Ausmisten, Ordnen, Putzen, etc. Chuck und Michael nahmen auch ein paar Reparaturen am Haus in Angriff und das Ende der Aktivitäten an Haus und Wohnmobil ist noch nicht in Sicht. Wir melden uns wieder, wenn die Reise weiter geht. |
| Verliebte Schmetterlinge in Michaels Garten. (Diese Falter waren RIESIG! (= Handflächen groß) |