
Zu den Fotos geht es über die Menüschaltfläche "Fotos März 2008" oben. Reisebericht März 2008 (Beginnt in Round Rock, Texas) Wir blieben noch bis zum 5. März in Round Rock und verbrachten unsere Tage damit, die Sehenswürdigkeiten um uns herum und im nicht weit entfernten Austin (Hauptstadt von Texas) anzuschauen (siehe Fotos). Von besonderem Interesse war für uns die 1826 von Joseph Nicéphore Nièpce aufgenommene erste und noch erhaltene Fotografie, die im Museum des Harry Ransom Centers an der University of Texas at Austin aufbewahrt wird. Ein weiteres erwähnenswertes Exponat in diesem Museum ist ein Exemplar der noch 48 existierenden Gutenberg Bibeln, die Johannes Gutenberg in Mainz zwischen 1452 und 1455 in einer Auflage von 180 Stück gedruckt hat. Nur 21 der Bibeln sind vollständig erhalten und diese zweibändige und auf Papier gedruckte Bibel ist eine davon. Ein Teil des Museums war geschlossen und deshalb konnten wir nicht in den Literatur- Manuskript- und Filmarchiven stöbern, stattdessen bot das Museum eine Wanderausstellung mit Werken von Burgess Collins (Jess) (1923-2004), der Anfang der 1950er Jahre Collagen herstellte, für die er Teile bekannter Comicstrips nach seinen Vorstellungen zusammenstellte, die Geschichten dadurch in seinem Sinne änderte und diese dann Necrofacts nannte. Auch die Architektur der Innenstadt Austins, des Kapitols, des Gouverneurspalasts und der stattlichen Villen prominenter Bürger vergangener Tage interessierte uns (siehe Diashow im Fotoalbum), nur konnten wir leider nicht auf den Turm der University of Texas at Austin (siehe Fotos), um Aufnahmen der Stadt von dort oben zu machen, da dieser nur an den Wochenenden für Besucher geöffnet ist und wir an einem Dienstag vor seinen verschlossenen Türen standen. Ein Besuch im Emma Long Park außerhalb von Austin gab uns die Gelegenheit einen langen Waldspaziergang mit Lobo zu machen, ohne, wie sonst meistens der Fall, gesetzeswidrige Handlungen dabei zu verüben! Auf dem 4½ km langenTurkey Creek Trail ist es erlaubt, Hunde frei laufen zu lassen. In Austin gibt es 12 Parks, die so ein großzügiges Angebot machen! |
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Die Nächte waren teilweise noch recht kalt, aber tagsüber kletterte das Thermometer auch mal auf 23°C. So war es, als wir am 5. März von Round Rock weg- und nach Fredericksburg, Texas weiterfuhren (siehe Reiseroute). Fredericksburg, bis Mitte der 1880 Jahre noch „Friedrichsburg“ genannt, wurde 1846 von John O. Meusebach (Otfried Hans Freiherr von Meusebach) gegründet. Er war Generalkommissar des Mainzer Adelsvereins (< - - bitte anklicken = interessanter Artikel über die Zustände damals), ein Verein, der in Mainz zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas gegründet worden war. (bitte anklicken - - >) Friedrichsburg / Fredericksburg (< - - bitte anklicken) erwies sich für uns als eine eigenartige Mischung von Deutschem und Amerikanischem. Wir blieben eine Woche, obwohl der Campingplatz, auf dem wir untergekommen waren, nicht gerade das Gelbe vom Ei war. Trotzdem, unser Aufenthalt war sehr, sehr interessant und wir lernten viel, was deutsche Siedlungsgeschichte in dieser Gegend und auch Amerika im Allgemeinen angeht. Das Wetter hatte sich in der Nacht nach unserer Ankunft sehr verschlechtert und unser erster Tag in Fredericksburg war regnerisch und kalt (3°C). Ein guter Tag für einen Museumsbesuch. Das erste Museum, das wir besuchten, war in der „Vereins Kirche“ das Wahrzeichen der Stadt am Marktplatz, eine Rekonstruktion der ursprünglichen Siedlungskirche von 1847 in oktogonaler Form, die Kaffeemühle, wie sie im Volksmund heißt (siehe Fotos). Es ist ein kleines Museum, das sich mit der Geschichte und den Menschen von Fredericksburg befasst, größtenteils in Form alter Fotos. Ein paar wenige Exponate und ein Modell des alten Fredericksburg runden den Museumsbestand ab. Wichtigen Persönlichkeiten aus der Gründerzeit der Stadt, wie Otfried Hans Freiherr von Meusebach und Jacob Brodbeck ist in Form von Skulpturen in einem kleinen Park hinter der Vereins Kirche ein Denkmal gesetzt. Im Anschluss an unseren Museumsbesuch fuhren wir ins 16 km entfernte Luckenbach, welches in einem Lied, interpretiert von Waylon Jennings und Willie Nelson mit dem Titel „Luckenbach, Texas“ erwähnt wird. Der Ort erwies sich als eine recht urige Angelegenheit (siehe Fotos). Um nicht die gleiche Landstraße nach Fredericksburg zurückzufahren, ging es dann über Feldwege quer durchs Hinterland zurück in die Stadt. Freitag war Haushaltstag aber am Samstag, 8. März waren wir wieder unterwegs. Das Wetter war herrlich und wir erklommen gemeinsam den Gipfel von „Enchanted Rock“ (siehe Fotos). Der Enchanted Rock befindet sich nördlich von Fredericksburg im Texas Hill Country und ist ein riesiger Granitfelsen, dem die Indianer magische Fähigkeiten zusprachen. Dieser Granitfelsen ist der zweitgrößte seiner Art in den USA. (Der größte befindet sich im Stone Mountain Park in Georgia.) In der Nacht vom 8. zum 9. März wechselten wir zur Sommerzeit über. Der nächste Tag war alles andere als sommerlich, eher bewölkt und ziemlich kühl. Wir wollten zum Pioneer Museum aber Lobo weigerte sich in den Wagen zu springen, also ließen wir ihn daheim. Dieses Museum hatte etwas mehr zu bieten als das Vereins Kirche Museum und eröffnete detaillierte Einsichten in die deutsche Siedlungsgeschichte mit zahlreichen original eingerichteten Räumen, einschließlich Weinkeller. Was wir ganz besonders interessant fanden, war unser Gespräch mit dem alten Ehepaar, das die Führungen dort machte. Beide waren über 80 und ihre Vorfahren waren mit dem Mainzer Adelsverein nach Texas gekommen. Beide sprachen Deutsch, waren aber nie in Deutschland gewesen. Es war ein etwas altmodisches Deutsch mit pfälzer Einschlag und die Frau rollte ihr „r“ etwas amerikanisch. Wie wir erfuhren sind etwa 10-20.000 ältere Texaner, Nachkommen der Deutschen, die vor über 160 Jahren nach Texas ausgewandert sind, heute noch deutschsprachig, weil sie in ihrer Kindheit mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen sind. Viele davon sprechen aber eher „Texasdeutsch“ (< - - bitte anklicken). Unser nächster Museumsausflug tags darauf ging zu dem in Form eines Schiffes gebauten Nimitz Museum (ehemals Nimitz Hotel und Wohnhaus der Familie Nimitz), das die Kriegsgeschichte rund um die Biographie des Marine- Helden Admiral Nimitz erzählt. Der Enkel des aus Bremen stammenden Karl Nimitz wurde 1885 in Fredericksburg geboren und brachte es bis zum US Flottenchef im Pazifik. Im Hinterhof hat man als Geste der Versöhnung einen Japanischen Friedensgarten angelegt (ein Geschenk des japanischen Volkes) und das Areal wurde erweitert, als das Museum zum „Nationalmuseum für den Krieg im Pazifik“ befördert wurde. Die simulierte Südsee-Ambiente mit Panzern, Bombern und U-Booten wirkt wie eine Art Kriegserlebnispark (siehe Fotos). Nach diesem Erlebnis gönnten wir uns im Restaurant „Ausländer“ ein deutsches Abendessen, das aus Wiener Schnitzel für Chuck und Jägerschnitzel für mich bestand. Die Beilagen waren etwas ungewöhnlich zum Schnitzel: Rotkohl, Kartoffelpuffer mit Apfelmus und eine Art Dampfnudel als Brötchen, aber durchaus schmackhaft. Nur Chuck schmeckte die Dampfnudel nicht. Zum Nachtisch gab es Apfelstrudel, der war so, so. Das Paulaner Hefeweizen vom Fass war SUPER! Fort Martin Scott, das von 1848 bis 1853 dem Schutz der Bürger von Fredericksburg diente, war unser Ziel am 11. März (siehe Fotos) und Lobo begleitet uns. Er durfte sogar mit in die Gebäude! Wir verließen Fredericksburg am 12. März und fuhren zum Brownwood Lake State Park (siehe Reiseroute). Die Landschaft war noch immer hügelig (Texas Hill Country) mit gelegentlichen flachen Abstrichen. Büsche, immergrüne Lebenseichen und Steppengras wechselten sich ab, wie auch Rinderzucht, Schaf- und Ziegenzucht. Unterwegs, zwischen Brady und Brownwood auf der US Highway 377 fuhren wir durch die geografische Mitte von Texas, worüber uns ein Schild am Straßenrand aufklärte. Nach unsere Ankunft am Brownwood See stellte sich heraus, dass wir total im Funkloch saßen und dass Verizon, unser Mobilfunknetzbetreiber, der gesamten geografischen Mitte von Texas in einem nicht unbeachtlichen Radius den Dienst verweigert. Für die darauf folgenden fünf Tage waren wir somit incommunicado. Dafür hatten wir während unseres Aufenthalts auf dem Campingplatz am Brownwood See jeden Tag herrlichen Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Außer einer Einkaufsfahrt in die Stadt Brownwood und einer Fahrt zum einzigen Postamt weit und breit, das an Samstagen bis 13 Uhr geöffnet hat und von unserem See aus nur über eine nicht asphaltierte Staubstraße zu erreichen war (um ein Osterpäckchen an die Kinder in Fort Wayne zu schicken), blieben wir auf dem Campingplatz und vergnügten uns mit joggen, grillen, Wäsche waschen, Gassi gehen, faulenzen, etc. Am Morgen vor unserer Abfahrt vom Brownville See hatte Chuck noch ein nettes Erlebnis. Beim Gassi gehen traf Chuck einen kleinen Jungen auf dem Campingplatz, der eine 11 Monate alte Hündin ausführte, die genau wie Lobo aussah. Natürlich war das Anlass zu einem Gespräch und als Chuck den Jungen fragte, ob er wisse, was für eine Mischung sein Hund sei, antwortete er: „ Oh ja, sie ist vier Viertel deutscher Schäferhund, drei Viertel Bulldogge und halb Labrador Retriever . Als wir Brownwood See um 13:55 Uhr bei 31 °C verließen, schien die Sonne und wir lenkten unser Gespann in Richtung Dallas (siehe Reiseroute). Wir übernachteten unterwegs auf einem Rastplatz zwischen Tolar und Granbury und als wir am nächsten Morgen (Dienstag, 18. März) aufwachten, war die Temperatur auf 13°C gefallen, es goss in Strömen und es donnerte und blitzte. Die Weiterfahrt erwies sich als sehr anstrengend, böige Winde und starke Regenfälle verursachten gefährliche Straßenverhältnisse und wir waren heilfroh, als wir endlich unser Ziel in Wylie, Texas im East Fork Park am Lavon See, erreichten. Eigentlich hatten wir uns Lewisville See, nördlich von Dallas, ausgesucht, aber wegen des bevorstehenden Osterwochenendes war dort alles belegt und wir konnten keinen Platz reservieren. Wir waren mal wieder völlig durchnässt, als wir eingeparkt und abgekoppelt hatten. Am nächsten Tag und den darauf folgenden Tagen schien dann wieder die Sonne, aber die Regenfälle am Dienstag waren so stark gewesen, dass der See seine Ufer übertreten hatte. Die Zufahrtstraße zum Bootshafen stand auch noch am Ostermontag und einige Tage danach unter Wasser (siehe Fotos). Am Mittwoch blieben wir auf dem Campingplatz, um uns von den Strapazen des Vortages zu erholen, am Donnerstag fuhren wir ins deutsche Geschäft und kauften u.a. Leberkäse zum selbst backen, am Karfreitag blieben wir daheim und am Samstag machten wir eine Erkundigungsfahrt zum Lewisville See, die aber darauf hinauslief, dass wir uns entschlossen, auch nach Ostern am Lavon See zu bleiben. Neben unserem Stellplatz hatten wir am Tag nach unserer Ankunft ein Nest entdeckt. Keilschwanzregenpfeifer brüten in der Regel ihre Eier auf dem Boden aus. Jeden Tag beobachteten wir die Vorgänge am Nest (siehe Fotos oben links auf dieser Seite) und als wir am Ostersonntag aufwachten, war das Nest leer und nirgendwo eine Spur der vier Eier. Da unsere Nachbarn Brotstückchen hingeworfen hatten (Keilschwanzregenpfeifer fressen nur Insekten!) und diese noch immer auf der Erde lagen, meinte der Ranger, dass die Kleinen wahrscheinlich geschlüpft und mit ihren Eltern umgezogen seien (sie können bei der Geburt gleich laufen und das Nest wird sofort nach dem Schlüpfen verlassen), denn wenn ein wildes Tier die Eier geholt hätte, dann hätte es das Brot sicher auch gefressen. Auch reinigen die Keilschwanzregenpfeifer ihre Nester von allen Schalen und sonstigen Rückständen nach dem Schlüpfen der Jungen. Also hoffen wir das Beste! Es ist auch schon ein neues Keilschwanzregenpfeiferpärchen dagewesen und paarte sich direkt in dem eben frei gewordenen Nest. Ostersonntag blieben wir auf dem Campingplatz und abends grillten wir Steaks; nicht gerade das traditionelle Ostermahl, aber geschmeckt hat es trotzdem. Ostermontag war ebenfalls ein Campingplatztag und am Dienstagnachmittag besuchten wir Chucks Freund David Young und seine Frau Lee, die wir schon voriges Jahr besucht haben, als wir hier in der Gegend waren (wir berichteten darüber im März 2007 Reisebericht). Zum Abendessen grillte David Bratwürste vom deutschen Metzger in Dallas und dazu gab es deutsches Bier, versteht sich. Die nächsten paar Tage verliefen eher ereignislos, abgesehen von etwas Ärger mit FedEx, die uns mal wieder nicht finden konnten, obwohl sie die korrekte Anschrift des Campingplatzes hatten und es erst beim zweiten Anlauf schafften (nach mehreren Telefonaten mit detaillierten Wegbeschreibungen) ein Päckchen bei uns abzuliefern. Der Monat März klang für uns in der „Nancy Lee and Perry R. Bass Performance Hall“ in Fort Worth aus, wo wir mit dem Konzertbus von Dallas aus hin- und auch wieder zurückfuhren und wo Lang Lang (< - - bitte anklicken) mit großer Begeisterung sein Können am Flügel zum Besten gab. (Programm < -- bitte anklicken). Fortsetzung folgt ….. |