Reisebericht Mai 2008 (Beginnt am Elmer Thomas See bei Lawton, Oklahoma)

    Der Mai begann sehr stürmisch und sogar ein paar Tornados kamen näher als uns lieb
    war, verpassten uns aber, Gott sei Dank!  An zwei Abenden mussten wir die Erker
    einfahren, da die starken böigen Winde uns fast die Markisen abrissen und wir hin- und
    herschaukelten, wie ein Schiff im Sturm auf hoher See.  Als ob das noch nicht genug
    wäre, entfachte sich am 3. Mai direkt hinter unserem Wohnmobil ein Steppenbrand.  Ich
    schaute gerade zum Fenster raus, als ich Rauch unter einem Leitungsmasten bemerkte.  
    Chuck rannte raus, um das Feuer mit unserem Gartenschlauch zu löschen, aber es
    verbreitete sich zu schnell.  Ich versuchte den Campingplatzwart zu erreichen, aber
    dessen Anschluss war besetzt, somit rief ich die Feuerwehr direkt an.  Die kamen von
    ziemlich weit her, aber in der Zwischenzeit brannte und qualmte die Steppe vom Wind
    getrieben und es dauerte nicht lange und der Strom fiel aus.  Mit Schaufeln,
    Gartenschlauch und etwas Glück (der Wind drehte und trieb die Flammen in die andere
    Richtung) konnte verhindert werden, dass wir unser Wohnmobil wegfahren mussten,
    damit es nicht den Flammen zum Opfer fiel und als dann die Feuerwehr kam, hatten sie
    die Sache innerhalb einer Stunde im Griff.  Der Stromausfall zog sich etwas länger hin
    aber am Abend war dann alles wieder in Ordnung, nur das abgebrannte Feld am Hang
    hinter unserem Stellplatz erinnerte an die Aufregungen des Nachmittags (siehe Fotos).

    Abgesehen von diesen weniger wünschenswerten Begebenheiten, war unser Aufenthalt
    am Elmer Thomas See aber sehr schön und wir machten ein paar interessante Ausflüge
    ins historische Fort Sill, zu Geronimos Grab  (< -- bitte anklicken) und in die Wichita
    Berge, wo sich das Wichita Mountains Wildlife Refuge (Naturschutzgebiet) wie auch die
    „Heilige Stadt der Wichita Berge“ befinden (siehe Fotos).

    Am 6. Mai setzten wir unsere Reise fort und trafen am Abend des selben Tages in
    Altus, Oklahoma ein (siehe Reiseroute), wo wir uns für zwei Nächte auf dem dortigen
    Airforce Base Campingplatz niederließen und einen unserer Gutscheine einlösten, die es
    uns erlauben, auf den Campingplätzen der Airforce umsonst zu campen.  Auch war dies
    wieder ein Airforce Base, wo wir noch nie waren, somit konnte unser Campingpass dort
    abgestempelt werden (eine Art „Vielflieger  Bonusprogramm“ für Camper).
(Bitte Bilder anklicken,
um sie zu vergrößern)
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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht Mai 2008

    Am Donnerstag um 12 Uhr Mittags verließen wir Altus, steuerten in Richtung Norden (siehe Reiseroute) durch
    die „Black Kettle Grasslands“ und erreichten nach etwa 280 km Fort Supply, wo wir einen herrlichen
    Campingplatz am See fanden (siehe Fotos).  Am nächsten Tag besichtigten wir das historische Fort Supply
    (siehe Dia Show), fuhren anschließend in die nächst größere Stadt „Woodward“, um ein paar Besorgungen zu
    machen und am Samstag legten wir einen faulen Tag ein, mit Lagerfeuer, über welchem wir am Abend unsere
    Steaks grillten.

    Der 11. Mai war Muttertag; Michael rief an und nach einem langen Telefonat mit ihm, fuhren wir am frühen
    Nachmittag weiter bis zum Beaver Dunes State Park, Oklahoma (siehe Reiseroute), wo wir übernachteten und
    am nächsten Morgen einen Spaziergang durch die Sanddünen machten (siehe Fotos), bevor wir den Park
    verließen.  Gegen Abend erreichten wir unseren letzten State Park in Oklahoma (siehe Reiseroute), ganz oben
    im Oklahoma „Pfannenstiel“: Black Mesa State Park (siehe Fotos).  Dort blieben wir bis Donnerstag, d. 15. Mai,
    machten Wanderungen, schauten uns die Umgebung an, kreuzten den „Santa Fe Trail“ (siehe Fotos) und wollten
    eigentlich auf die höchste Erhebung in Oklahoma (1516m), das „Black Mesa“, hinauf (eine 4-stündige
    Wanderung), aber nachdem wir das „Drei-Staaten-Eck“ besucht hatten (siehe Fotos) und wir mit gepacktem
    Rucksack am Fuß des Tafelbergs standen, hatte sich das Wetter zwischenzeitlich sehr verschlechtert.  
    Starke, böige Winde, Regen und eine Temperatur von nur 14°C rangen uns die Entscheidung ab, die
    Bergbesteigung ausfallen zu lassen.  Auf der Rückfahrt zum Campingplatz hielten wir an, um wenigstens ein
    paar Aufnahmen von unten als Erinnerung an das „Black Mesa“ mitnehmen zu können (siehe Video im Fotoalbum).

    Am 15. Mai erreichten wir New Mexico.  Unser erster Besuch galt dem Clayton Lake State Park, wo wir uns
    eine Jahreskarte für New Mexico State Parks besorgten.  Für Camping macht sich diese bereits nach 22
    Nächten bezahlt und alle weiteren Campingplatzaufenthalte sind danach umsonst, nur Strom ist extra zu
    bezahlen (Pauschalpreis $ 4).  Außerdem ermöglicht einem die Jahreskarte freien Zugang zu vielen New
    Mexico Sehenswürdigkeiten, die unter der Verwaltung der State Parks stehen.

    Der Campingplatz im Clayton Lake State Park liegt direkt am See (siehe Dia Show), hat aber nur sieben
    Stellplätze mit Strom und Wasseranschluss.  Alle anderen Campingplätze sind ohne Anschlüsse und bieten nur
    einen überdachten Picknicktisch mit Bank.

    Wir hatten Glück und bekamen einen Stellplatz mit Strom und Wasser und mieteten uns für drei Nächte ein.  
    Neben uns stand ein super-edles Gespann (siehe Dia Show), da wirkten wir wie die armen Verwandten
    daneben!  Der chrombestückte Bus, der ein „Zimmer Unikat“ (< -- bitte anklicken) im Schlepptau hatte, gehörte
    einem texanischen Millionär im Ruhestand, der meist in seinem „Bus“ saß und per Handy Börsengeschäfte
    abwickelte (Computer und Internet lehnte er ab).  Der „Bus“ war einst das Tourneefahrzeug von Dolly Parton
    und wo immer möglich, war innen alles mit Marmor und Chrom veredelt.  Von Bar über Waschmaschine,
    Trockner, Müllpresse, zweitürigem Kühlschrank, etc. etc. war alles vorhanden und der alte Herr hatte sich mit
    seiner weit jüngeren Frau, in gehobenem Stil, dem Vagabundenleben verschrieben.  Die Unterseite des Busses
    war mit riesigen Dieseltanks ausgestattet. Einmal voll tanken kostet $ 2500, erzählte er uns. (Nach dem
    letzten Anstieg der Ölpreise wird er beim nächsten Tanken wohl $ 3000 hinblättern müssen.)
    Interessanterweise fand es unser texanischer Millionär nicht unter seiner Würde, die Sparvorteile eines New
    Mexico State Parks Jahrespasses wahrzunehmen.

    Am Rand des Clayton Sees sind auf einem begrenzten Areal ungefähr 500 Abdrücke von fünf verschiedenen
    Dinosaurier-Arten zu finden.  Die Spuren sind in Dakota-Sandstein erhalten geblieben und werden auf 120 bis
    98 Millionen Jahre datiert.  Bevor wir uns diese Attraktion (siehe Fotos) anschauten, besuchten wir das Clayton
    Lake State Park Besucherzentrum und nahmen an einer Video-Vorlesung über die Dinosaurierspurenfunde teil.  

    Am 18. Mai fuhren wir weiter (siehe Reiseroute).  Unser nächster State Park in der Nähe von Logan, New
    Mexico war der Ute Lake State Park.  Staubig, kahl, landschaftlich unattraktiv, war der Campingplatz so gar
    nicht nach unserem Geschmack.  Die Stellplätze waren offensichtlich nur dazu angelegt, möglichst viele Camper
    unterzubringen, die zum Angeln, Boot fahren und für sonstige Wassersportarten hinkommen.  Wir
    übernachteten und suchten am nächsten Tag ganz schnell das Weite.  Die Fahrt ging hoch zum
    Llano Estacado  (<-- bitte anklicken), wo wir eine riesige Windfarm sahen (siehe Dia Show), und über Clovis,
    New Mexico (siehe Reiseroute) zum Oasis State Park gelangten.  Dort fanden wir unter Bäumen einen schönen
    Stellplatz (siehe Fotos), auf dem wir bis zum 22. Mai blieben.  Ein Teich im Park hatte 30 Jahre den Anglern
    der Umgebung gute Dienste geleistet und Ende vergangenen Jahres begannen die Arbeiten den Angelteich zu
    reinigen und den Grund neu zu beschichten.  Als im Februar dieses Jahres die Arbeiten beendet waren, wurde
    der Teich mit frischem Wasser und Fischen versehen und die Angler konnten wieder ihrer
    Lieblingsbeschäftigung nachgehen.  Aber irgendetwas war schief gelaufen!  Drei Wochen nach der
    Wiedereröffnung ging eine SOS Botschaft an alle Angler hinaus: Kommt und holt alle Fische aus dem See, das
    Wasser versickert!   Eine Woche später lag der Teich vollkommen ausgetrocknet da (siehe Fotos).  Nun soll ein
    Komitee die Schuldfrage ergründen.  Waren die Ausschreibungsbedingungen des Staates fehlerhaft oder hat
    der Auftragnehmer schlechte Arbeit geleistet und dadurch dieses Malheur verschuldet?  Bis diese Frage
    gelöst und der Fehler behoben ist, kommen keine Angler, der Park liegt ruhig, friedlich und fast menschenleer
    da und für solche Camper, die wie wir die Natur, Ruhe und Einsamkeit suchen, ist ein kleines Paradies
    entstanden.

    In der Nähe des Oasis State Park befinden sich die „Blackwater Draw“ archäologischen Ausgrabungen der
    Eastern New Mexico University (prähistorische, menschliche Funde, ca. 11.000 v. Chr.), die wir besuchen
    wollten, sowie ein dazugehöriges Museum.  Leider stellte sich heraus, dass beides bis zum „Memorial Day“
    Feiertag, der dieses Jahr auf den 26. Mai fiel und sozusagen jedes Jahr als Auftakt der Touristensaison gilt,
    geschlossen war.  So lange wollten wir dort nicht bleiben und deshalb mussten wir dieses Vorhaben vorläufig
    ausfallen lassen.  Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.  Wir kommen dort sicher irgendwann mal wieder
    vorbei.  Dieses mal fuhren wir stattdessen nach Portales (< -- bitte anklicken) und schauten uns dort ein wenig
    in der Stadt um.

    Unser nächster Stopp war der Sumner Lake State Park nordwestlich von Fort Sumner, 146 km vom Oasis
    State Park entfernt (siehe Reiseroute).  Wir blieben bis zum Dienstag nach „Memorial Day“ und besichtigten
    von dort aus Fort Sumner, die Gedächtnisstätte für „Bosque Redondo“  (< -- bitte anklicken),  das Grab von
    „Billy the Kid“  (< -- bitte anklicken) und machten eine Wanderung am Rio Pecos entlang (siehe Fotos).

    Bevor wir weiterfuhren, kam Lobo unters Messer, bzw. Schergerät.  Das Thermometer war so nach und nach
    auf über 30°C gestiegen (tagsüber) und er fühlte sich mit seinem dicken Fell gar nicht mehr wohl.  Er wurde
    geschoren und gebadet und seine erste offizielle Tat nach dieser mehrstündigen Tortur war ein ausgiebiges
    Wälzen im Sand.

    Am 27. Mai erreichten wir Roswell, New Mexico (siehe Reiseroute), in dessen Nähe 1947 angeblich eine
    „fliegende Untertasse“ gelandet ist. Etwas östlich der Stadt befindet sich der „Bottomless Lakes State Park“
    (siehe Fotos) und von dort aus erkundeten wir über die nächsten paar Tage die Sehenswürdigkeiten der Stadt.  
    Was dabei natürlich nicht fehlen durfte, war das UFO Museum (siehe Fotos).  Der UFO-Tourismus hat sich in
    eine bedeutende Einnahmequelle für die Einwohner von Roswell entwickelt.  Die Straßenlaternen der Stadt
    schauen alle wie Köpfe von Außerirdischen aus (siehe Fotos) aber Roswell ist trotzdem eigentlich eine recht
    ansehbare Stadt mit vielen historischen, schönen alten Gebäuden und Wohnhäusern.  In einem Nebenflügel des  
    „Roswell Museum & Art Center“ (Historisches Museum, Observatorium/Planetarium, Kunstmuseum) mit
    Werken u. a. von Georgia O'Keeffe, Fritz Scholder, Henriette Wyeth und Peter Hurd, um nur einige zu nennen,
    befindet sich die original Werkstatt von Robert H. Goddard (von den Amerikanern als "Vater der
    Raketentechnik" bezeichnet ) nebst weiteren Exponaten, die in seinen Versuchen zur Anwendung kamen (siehe
    Fotos).  Ein herrliches Museum, in welchem wir viele interessante Stunden verbrachten.

    Eine weitere Sehenswürdigkeit von Roswell ist das Eiserne Kreuz, das von deutschen Kriegsgefangenen gegen
    Ende des 2. Weltkriegs  im Uferdamm des Spring Rivers durch die Verwendung von unterschiedlich großen
    Steinen angelegt wurde (siehe Fotos).

    Wir verließen Roswell am 30. Mai, fuhren bis Alamogordo, wo wir vor zwei Jahren überwinterten (siehe
    Reiseroute) und legten dort ein paar Arbeitstage ein.  Große Wäsche und Haushaltstage für mich, während
    Chuck eine Rampe für Lobo baute, der sich auf seine alten Tage in letzter Zeit sehr schwer tat, in unseren
    Truck zu springen und auch mit den Treppen am Wohnmobil kam er nicht mehr so gut zurecht.  Nun geht das
    alles viel leichter, denn Lobo hat sich schnell an die Rampe gewöhnt!


    Fortsetzung folgt …..
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Das Bild oben und das Bild
unten wurden innerhalb einer
Minute hintereinander
aufgenommen; einmal mit
Blick nach Westen und gleich
darauf mit Blick nach Osten.
Im Oasis State Park, New Mexico