
Reisebericht Juli 2008 Der Monat begann für uns am Caballo Stausee in New Mexico und endete 3283 km später am selben Ort. Der Rio Grande wird an dieser Stelle gestaut und der Caballo Lake State Park liegt an diesem Staudamm. Zwei Campingplätze, einer oberhalb des Damms, ein zweiter unterhalb davon und direkt an den Ufern des Rio Grandes, laden zum campen ein. Der obere Campingplatz bietet eine Bootrampe am Seeufer, ist mit asphaltierten, eng beieinander liegenden Stellplätzen und kaum Baumbestand nicht so sehr nach unserem Geschmack und eignet sich besser für Bootfahrer, die sowieso mehr Zeit auf dem See in ihren Booten verbringen, als auf dem Campingplatz. Der untere Campingplatz bietet Natur, Bäume, Schatten und den meist ruhig vor sich hinplätschernden Rio Grande. Dort lassen wir uns nieder, wenn wir diese Gegend besuchen. Nachdem wir am 1. Juli gegen Mittag den Caballo Lake State Park verlassen hatten, fuhren wir bis Albuquerque, wo wir ein paar Tage auf dem Kirtland Air Force Base Campingplatz verbringen wollten. Die erste Nacht mussten wir in der Warteschleife verbringen (mit Strom aber ohne fließendes Wasser oder Kanalisationsanschluss), da der Campingplatz voll war, aber am nächsten Morgen wurde ein Stellplatz frei und wir zogen um. Wir blieben bis zum 8. Juli in Albuquerque, schauten uns die Stadt an, besuchten Maisels indianischen Kunstgewerbeladen, der sich in der Innenstadt von Albuquerque auf diesem Abschnitt der historischen Route 66 befindet (siehe Fotos), erledigten Einkäufe (u.a. in einem tollen, internationalen Supermarkt, wo es interessante Dinge aus der ganzen Welt zu kaufen gab) und aßen an einem Abend beim Chinesen. An einem anderen Tag habe ich Plätzchen gebacken und während Chuck sich draußen zu schaffen machte, sprach ihn einer unserer Nachbarn auf dem Campingplatz an und sagte, er könne sich an uns erinnern, als wir im Dezember 2006 auf dem Campingplatz in San Antonio, Texas waren. Na so was; wie ist die Welt doch klein! |
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Dann setzten wir unsere Reise nach Colorado fort, wo wir meine Großcousine, Helga, besuchen wollten. Vorbei an Santa Fe und durch die südlichen Ausläufer der Rocky Mountains im Norden von New Mexico. Zwei Zwischenstopps waren eingeplant: Der erste im Storrie Lake State Park bei Las Vegas, New Mexico (nicht Las Vegas, Nevada! Keine Spielkasinos und Leuchtreklame in diesem „Las Vegas“!), der zweite im Sugarite State Park bei Raton, New Mexico, ganz oben im Norden des Staates, dicht an der Grenze zu Colorado. Der Campingplatz am Storrie See war recht voll. Wir hatten Glück und bekamen trotzdem noch einen Stellplatz mit Anschlüssen, aber da wo wir standen, war alles sehr eng und nicht gerade besonders attraktiv. Wir blieben nur zwei Nächte. Das Wetter war kühl und der Himmel bedeckt. So etwas waren wir gar nicht mehr gewöhnt, nach der Hitze und dem meist wolkenlosen Himmel im Süden des Staates! Zwar bietet Las Vegas, New Mexico am Fuß der Sangre de Cristo Berge keine Kasinos, dafür aber im nahegelegenen Montezuma Castle ein United World College (<-- bitte anklicken) & (siehe Fotos). Auch die Architektur des Städtchens ist mit über 900 im National Register of Historic Places (Nationales Verzeichnis der historischen Stätten) (< -- bitte anklicken ) aufgeführten Gebäuden sehr interessant. Las Vegas, New Mexico wurde 1835 gegründet und die Vielfalt der Architektur steht in direktem Zusammenhang mit dem Völkergemisch, das sich in den Jahren nach der Gründung dort ansiedelte. Die spanischen Siedler, die zuerst kamen, bauten Häuser im Adobe Stil. Spätere Siedler aus anderen Regionen erbauten Häuser, Geschäftsgebäude und Hotels im architektonischen Stil, abhängig davon, woher sie kamen und woran sie gewöhnt waren. Wohnhäuser und Gebäude im Queen Anne Stil, viktorianischen Stil, schlichte Holzhäuser, Hauser aus Stein oder mit Glas-Gusseisenfassaden, Gothic Revival, Fachwerk, etc. stehen kunterbunt durcheinander neben den ursprünglichen Adobefassaden. Unser zweiter Zwischenstopp im Sugarite Canyon State Park war noch kürzer als unser erster im Storrie Lake State Park. Auch dort fanden wir einen überfüllten Campingplatz vor und konnten nur eine Nacht bleiben, da unser Stellplatz für das bevorstehende Wochenende reserviert war. Eine Wanderung am Abend zu einem höher gelegenen Campingplatz, den wir uns anschauen wollten, mussten wir frühzeitig abbrechen, da wir von der Dunkelheit eingeholt wurden. Wir beschlossen, auf der Rückfahrt von Colorado zurück nach New Mexico, diesem State Park einen zweiten Besuch abzustatten. Er lag sehr schön in einem Canyon und schien mehr zu bieten, als auf dem ersten Blick zu erkennen war. Somit verließen wir Sugarite Canyon bereits am nächsten Morgen (Freitag, 11. Juli), erklommen über die Autobahn I-25 den Raton Pass (siehe Fotos) und trafen im Laufe des Nachmittags in Pueblo, Colorado ein. Auch hier gab es wieder Schwierigkeiten, einen Stellplatz für unser rollendes Heim zu finden. Wir hatten zwar Vorarbeit geleistet und telefonisch versucht auf dem Campingplatz in Pueblo West, wo wir vor ein paar Jahren untergekommen waren, einen Platz zu reservieren, aber dort war alles belegt. Eine Suche im Internet ergab ziemlich wenig. Ein Colorado State Park etliche Kilometer von Pueblo entfernt, bot wenig Komfort und war teuer. Ein zweiter, kommerzieller Park am Rande der Stadt, hatte schreckliche Bewertungen im Internet. Wir fuhren trotzdem vorbei, aber soviel wir sehen konnten, waren die schlechten Bewertungen, rein vom Äußeren her, gerechtfertigt. Als wir die Adresse des nächsten Campingplatzes auf unserer Liste ansteuerten, waren dort nur Wohnhäuser. Später fanden wir heraus, dass sich der Campingplatz in einer anderen Stadt befand, 650 km entfernt von Pueblo, aber mit gleichem Straßennamen. Nicht nur im Campingführer, sondern sogar im Internet, war er falsch eingetragen. Der letzte Campingplatz auf unserer Liste war ein KOA Campingplatz (< -- bitte anklicken), den mußten wir letztendlich nehmen. Wir meiden im Allgemeinen nationale Ketten wo immer wir können, besonders was Campingplätze anbelangt. Letztere verderben uns meist das Vergnügen mit zu vielen Bestimmungen, übereifrigem Personal, das dafür sorgt, dass die Bestimmungen eingehalten werden und zu eng angelegten Stellplätzen. Aber in Pueblo blieb uns nichts anderes übrig. Ganz so schlimm war es dann auch nicht und wir bekamen bei einer Wochenmiete von 244,20 Dollar sogar die Tageszeitung morgens vor die Tür gelegt (das war schon mit Wochenrabatt, ohne diesen wären es 274, 04 Dollar [+ Mwst] gewesen). Swimmingpool war auch da und ein Whirlpool sowie alle möglichen Sachen, um Kinder und Jugendliche bei Laune zu halten. An den Wochenenden füllte sich dann auch der Platz mit Eltern und Großeltern, die ihrem Nachwuchs etwas bieten wollten. Unter der Woche hatten wir etwas mehr Ellbogenfreiheit. Nachdem wir uns dort häuslich niedergelassen hatten, riefen wir am Samstag Helga an, um sie wissen zu lassen, dass wir eingetroffen waren. Wir verabredeten uns für Sonntagnachmittag bei ihr (siehe Fotos) und feierten unser Wiedersehen am Abend bei gutem Essen und Trinken in „Johnny Carino’s“ italienischem Restaurant, wohin uns Helga einlud. Helga hatte vor ein paar Monaten eine radikale Mastektomie. Wir waren angenehm überrascht, wie gut sie sich davon erholt hatte. Wir haben viele nette Stunden mit ihr verbracht, hatten ein Picknick am Pueblo See im Lake Pueblo State Park (siehe Fotos), haben uns gegenseitig besucht, einmal haben wir bei uns Bratwürste gegrillt, ein andermal hat Helga uns mit herrlichen Koteletts bekocht, sind auch in verschiedene Restaurants zum Essen gegangen, haben deutsches Scrabble gespielt, waren im Einkaufszentrum, wo ich ihr beim Kauf ein paar netter T- shirts und einer entzückenden Weste behilflich war und haben auch sonst einiges unternommen. Eine geprellte Rippe, die sie von einem Sturz bei ihrem allmorgendlichen Spaziergang im Park davontrug, machte ihr zwar etwas zu schaffen, aber sofern sie dazu in der Lage war, hat sie auch bei unseren Ausflügen mitgemacht. Nur die Fahrt nach Colorado Springs zum „Garden of the Gods“ und zu den „Seven Falls“ Wasserfällen (siehe Dia Show & Fotos) hat sie ausfallen lassen; an dem Tag war sie anderweitig beschäftigt. Zur „Royal Gorge Brücke“, der höchsten Hängebrücke der Welt, hat sie uns dann wieder begleitet (siehe Dia Show). Die zwei Wochen mit Helga vergingen wie im Flug. Am Mittwoch vor unserer Abreise kam dann auch noch die neue Markise, die wir fürs Wohnmobil bestellt hatten und ich half Chuck am Donnerstag bei der Installation. Am Abend luden wir Helga ins „Tian Jin“ chinesische Restaurant zu unserem Abschiedsessen ein und am nächsten Morgen traten wir die Rückfahrt nach New Mexico an, damit meine Weiterbehandlung in Sachen Zahnimplantate fortgesetzt werden kann. Mein nächster Termin ist am 7. August. Wie geplant, kehrten wir zum Sugarite Canyon State Park zurück und fanden auf dem oberen, 2414 m hoch gelegenen Campingplatz (< -- bitte anklicken) einen schönen Stellplatz. Stromanschluss gab es dort nicht, aber wir hatten den einzigen Stellplatz mit Wasseranschluss. Die Temperaturen waren sehr angenehm nach den heißen Tagen in Pueblo. Nach einem Gewitter gleich nach unserer Ankunft, fiel das Thermometer auf 15°C und es kletterte auch nie über 25°C während wir dort waren. Die Nächte waren ausgesprochen kühl: herrliches Schlafwetter! Leider wurde Lobo krank mit Durchfall und hielt uns nachts auf Trapp, somit war es nicht weit her mit dem Schlafen. Am Samstag schauten wir uns das nahe gelegene Städtchen, Raton und unsere Umgebung an. Ein herrlicher See war nicht weit weg vom Campingplatz. Abends grillten wir Lachs-Steaks auf dem offenen Lagerfeuer und besuchten anschließend im Amphitheater des Parks einen Vortrag über „Das Leben in einer Kohlebergwerkstadt in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts“. Die Kohlebergwerke in dieser Gegend sind heutzutage alle geschlossen, aber die Nostalgie ist sehr lebendig. Lobo hatte trotz Loperamid und Reis, statt Hundefutter, immer noch Durchfall und musste auch in dieser Nacht mehrmals raus. Das Wetter war regnerisch und nieselig als wir am nächsten Tag (Sonntag, 27.7.) am frühen Nachmittag weiterfuhren. Unser Zugpferd fing unterwegs an zu „stottern“, wenn wir auf der Autobahn steilere Berge hochfuhren. Dieses Problem hatten wir ab und an schon vorher bemerkt, aber die Fehlzündungen schienen zuzunehmen. Wir erreichten den 248 km entfernten Villanueva State Park, südöstlich von Santa Fe, gegen 16 Uhr. Da auch dieser Park übers Wochenende ziemlich voll war, wies uns der Parkranger in den gerade frei gewordenen Gruppencampingplatz, direkt an den Ufern des Rio Pecos, ein. Da war viel Platz, aber es bestand die Gefahr, dass wir jederzeit vertrieben werden könnten, sollte eine Gruppe den Platz reservieren. Wir hatten mal wieder Glück und konnten, wie geplant, bis Dienstag bleiben. Am Montag riefen wir eine Werkstatt in Albuquerque an, um einen Termin für unseren Truck zu bekommen und verbrachten den Tag auf dem Campingplatz und im Park. Lobo war zwar immer noch nicht wieder ganz in Ordnung, aber die Gelegenheit im Rio Pecos zu baden, ließ er sich dann doch nicht entgehen. Am 29. Juli verließen wir diesen schönen Park. Irgendwann in der Nachsaison würden wir dort gerne noch einmal ein paar Tage verbringen! In Albuquerque angekommen, mieteten wir uns wieder auf dem Campingplatz vom Kirtland Air Force Base ein und am nächsten Morgen brachte Chuck den Truck zur Werkstatt, während ich mich um die schmutzige Wäsche und sonstige Hausarbeiten kümmerte. Lobo ging es ein wenig besser und er hat endlich mal wieder die ganze Nacht durchgeschlafen. Wir auch! In der Werkstatt fand man einen Kurzschluss und reparierte diesen, in der Hoffnung, dass dieser an der „Stotterei“ schuld war. Am 31. Juli verließen wir morgens Albuquerque und nachdem wir unser Wohnmobil wieder angekoppelt hatten, machten wir eine Probefahrt über einen Berg, bevor wir der Werkstatt endgültig den Rücken kehrten. Alles lief bestens und mit $157,51 Reparaturkosten waren wir ziemlich glimpflich davon gekommen. Auf dem Weg zurück zum Caballo Lake State Park hielten wir auf halbem Weg in San Antonio, New Mexico, um uns einen der „weltberühmten“ Chile Cheeseburger im „Owl Bar & Grill“ zum Mittagessen einzuverleiben. Am frühen Nachmittag erreichten wir dann den Caballo See und damit schloss sich der Kreis und wir waren wieder an dem Punkt angelangt, von wo aus wir am 1. Juli gestartet waren. Fortsetzung folgt ….. |
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| Da fragt man sich, wie lange wohl dieses Reklameschild schon an dieser Hauswand prangt |