Jedes Nachricht-Eingabefeld
im Gästebuch ist auf ca. 250
Buchstaben einschließlich
Leerzeichen beschränkt. Für
längere Mitteilungen schickt
uns bitte eine E-Mail unter:

morton@rmortonc.com
Jedes Nachricht-Eingabefeld
im Gästebuch ist auf ca. 250
Buchstaben einschließlich
Leerzeichen beschränkt. Für
längere Mitteilungen schickt
uns bitte eine E-Mail unter
morton@rmortonc.com
,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Gästebucheintragungen
Februar 2006 bis Oktober 2007
Gästebucheintragungen vor  
Februar 2006
Gästebucheintragungen
November 2007 bis Januar 2008
Hier anklicken, um ältere
Gästebucheintragungen zu lesen
Reisebericht Januar 2009
Unser Reisegebiet
Reisebericht Januar 2009 (beginnt in Columbus, New Mexico).
    Nun sind es schon fast 5 Jahre, seit wir dieses Vagabundenleben begonnen haben und wenn wir auch im letzten
    dreiviertel Jahr aus gesundheitlichen Gründen eher weniger mobil waren, fühlen wir uns diesem Leben trotzdem
    noch sehr verbunden. Wir hoffen, dass uns im neuen Jahr das Wohlbefinden, die Dieselpreise, das Reisewetter, der
    Truck, das Wohnmobil und alles was sonst noch zu einem erfolgreichen Vagabundenleben dazugehört, wohlgesinnt
    sind und wir im Frühjahr wieder voll durchstarten können.

    Das fing ja gleich gut an, das Jahr 2009!

    Als erstes war der Toilettentank verstopft, dann ging der Staubsauger kaputt, aber am Abend hatten wir ein
    schönes Potluckessen, zu welchem Sandra ein Gericht aus Augenbohnen mit Huhn beisteuerte. Nach einer alten
    Tradition in den Südstaaten, soll es für das ganze Jahr Glück bringen, wenn man am Neujahrstag Augenbohnen isst.  
    Es schien auch zu wirken, denn das Problem mit dem Toilettentank wurde aus der Welt geschafft (nach
    zweieinhalbstündiger Mühe unsererseits) und Chuck hatte Erfolg mit der Staubsaugerreparatur.  

    Am 5. Januar hatten wir noch einmal einen Arzttermin in Columbus (Laborbefunde im grünen Bereich), am 7. Januar
    besorgten wir für Lobo in Palomas, Mexico einen Vorrat seines Schilddrüsenmedikaments, welches dort erheblich
    billiger ist und aßen, wie meistens, wenn wir in Palomas sind, im Pink Store Restaurant zu Mittag. Am 8. Januar
    verließen wir den Pancho Villa State Park in Columbus und fuhren zum „City of Rocks“ State Park (siehe Reiseroute).  
    Wir erreichten die City of Rocks erst nach Dunkelheit, da wir in der Apotheke in Deming aufgehalten worden waren,
    hatten aber Glück und fanden noch einen von nur 10 Stellplätzen mit Strom und Wasseranschluss (4 davon haben
    sogar Kanalisation, sind aber dauerbelegt von Hosts, die Freiwilligenarbeit im Park verrichten). Die City of Rocks
    (siehe Fotoalbum) hat viele wunderschöne Stellplätze, aber alle anderen sind ohne Anschlüsse. Da unser Stellplatz
    einer der Reservierstellplätze war und fürs Wochenende reserviert war, mussten wir am nächsten Morgen
    umziehen.  Ein Platz mit nur 30 Amp Strom war inzwischen frei geworden.  Während wir uns vorbereiteten
    umzuziehen, klopfte ein Mann an unsere Tür und fragte, ob wir seinen 50 AMP Stellplatz haben wollten, denn sein
    kleiner Campingbus braucht keine 50 AMP und er würde dann auf den 30 AMP Stellplatz umziehen, den wir
    bekommen sollten. Wir nahmen das Angebot dankend an.  Als wir nach dem Umzug den Wohn-, Esszimmererker
    wieder ausfahren wollten, streikte dieser (wie war das doch gleich mit den glücksbringenden Eigenschaften von
    Augenbohnen?) und Chuck verbrachte viele Stunden, um dem Übel auf den Grund zu gehen.  Zuerst sah es so aus,
    als ob etwas geschweißt werden müsste und ich zog los, um bei der Rezeption eine Werkstatt ausfindig zu machen.  
    Ich fand auch eine in Silver City und Chuck rief dort an.  Der Schweißer war an diesem Tag voll beschäftigt und
    deshalb sollte es dann am nächsten Tag (Samstag) gemacht werden.  Chuck hatte es inzwischen manuell fertig
    gebracht, den Erker auszufahren und somit war es nicht so dringend, dass das Teil sofort repariert würde, denn
    wir wollten ja länger bleiben.  Am Abend klopfte wieder jemand an unsere Tür.  Es war einer der Hosts, der von
    unserem Erkerproblem gehört hatte und anbot, das Teil in der Werkstatt des Parks für uns zu reparieren. (Die
    Augenbohnen sind wohl wieder aktiv geworden ☺!)  Es stellte sich während der Reparatur heraus, dass Schweißen
    nicht nötig war und als Chuck den Mann bezahlen wollte, lehnte dieser strikt ab.  Auf der Rückfahrt von der
    Werkstatt erfuhr Chuck im Laufe des Gesprächs, dass dieser Mann begeisterter Sprudeltrinker ist.  Sprudel
    trinken ist in Amerika eher unüblich und Sprudel in den Geschäften zu finden, manchmal recht schwierig.  Perrier,
    Gerolsteiner und Pellegrino kann man in den besseren Supermärkten finden, manchmal auch Überkinger, aber diese
    sind sehr teuer. Club Soda, ein amerikanisches Produkt und weniger teuer, schmeckt nicht so besonders und ist hier
    in dieser Gegend auch schwer zu finden, wie auch die vier Importsprudel. Da wir einen Soda Club
    Trinkwassersprudler haben, konnten wir uns nun revanchieren. Der Mann hatte seit Monaten keinen Sprudel mehr
    getrunken und sein Gesicht war bilderbuchreif, als der erste Schluck durch seine Kehle rann. Er zog mit zwei
    Flaschen Sprudel ab, die wir in den darauffolgenden Tagen immer wieder nachfüllten.

    Die City of Rocks ist ein wunderschöner Park mit einem Problem: es gibt keine Möglichkeit die Abwassertanks zu
    entleeren. Wenn schon keine Kanalisation an den Stellplätzen vorhanden ist, so haben doch fast alle Parks eine
    Sammelstelle zum Entleeren; dieser leider nicht. Geschirr- und Duschwasser kann man (wenn’s keiner sieht) schon
    mal in den Boden laufen lassen, aber was tun mit der Toilettenbrühe? Die anderen Camper schienen die Plumpsklos
    im Park oder das WC im Besucherzentrum/Rezeption zu benützen oder sie blieben nur bis ihre Tanks voll waren und
    zogen dann weiter, um sie anderswo zu entleeren. Letzteres hatten auch wir ursprünglich vor, aber dann haben wir
    eine andere Methode entwickelt, die sich als recht praktikabel erwies: Männer-Urinflasche für Chucks kleines
    Geschäft, Damen-Urinflasche für mein kleines Geschäft, diese wurden in einen großen Bottich mit
    Schraubverschluss entleert und wenn letzterer voll war, zogen wir damit zum etwa 300 m entfernten Plumpsklo
    und entleerten ihn. Für das große Geschäft wurde die Toilettenschüssel mit einem großen Plastikbeutel ausgelegt,
    Zeitungspapier unten reingelegt und nach vollbrachtem Werk hob man das Ganze heraus, verknotete den Beutel gut
    und brachte ihn zur Mülltonne, wo er neben Lobos gut verknoteten „Häufchenbeuteln“ landete. Funktionierte
    wunderbar, wir konnten länger bleiben und benützten die Tanks erst in der letzten Aufenthaltswoche wieder!  Das
    reichte bis zur Abfahrt und unser nächster Campingplatz hatte eine Tankentleerungsanlage.

    Am 11. Januar kam unser Freund Dick aus Las Cruces, um ein paar Tage mit uns zu verbringen.  Wir durchwanderten
    mit ihm und Lobo die Gesteinmassive der City of Rocks (siehe Fotoalbum) und an einem Abend fuhren wir nach Pinos
    Altos. Der kleine Ort liegt 6 Meilen nördlich von Silver City am Highway 15. Im Jahre 1859 entdeckte eine, sich auf
    dem Heimweg vom 1849 Goldrausch in Kalifornien befindende Gruppe von Goldsuchern Gold unter den "Hohen
    Kiefern" von Pinos Altos. Eine der urigsten Kneipen des ganzen Westens, der Buckhorn Saloon mit stimmungsvollem
    Steak-Restaurant ist dort beheimatet. Direkt nebenan steht das Opera House aus dem Jahre 1869, dessen
    sehenswerte Inneneinrichtung zum Teil aus früheren Opernhäusern, zum Teil aber auch aus dem ehemaligen
    Bordellviertel in Silver City stammt. Dick hatte uns wieder, wie bereits vor fast 3 Jahren (wir berichteten darüber
    in unserem Mai 2006 Reisejournal), in den Buckhorn Saloon zum Essen eingeladen und direkt vor dem offenen Kamin
    mit loderndem Feuer einen Tisch reserviert, was dem Essen eine romantische Atmosphäre verlieh. Chuck bestellte
    ein Rib Eye Steak, Dick ein Teriyaki Steak und ich gegrillten Lachs. Leider waren die Beilagen bei den Steaks nicht
    so, wie das bei einem Restaurant dieser Preisklasse zu erwarten wäre.  Chucks Pommes waren leicht verdorrt,
    Dicks Reis war matschig und versalzen.  Alles andere war gut.



         Der Bartresen im Buckhorn Saloon




    Am nächsten Abend grillten wir auf dem Campingplatz Hühnchen am Lagerfeuer. Dick und ich spielten jeden Tag
    Scrabble bis er am 15. Januar wieder heimfuhr.
    Das Wetter war während unseres Aufenthalts in der City of Rocks meist sonnig und tagsüber warm, manchmal
    etwas windig. Nachts war öfters Frost. Lobo ging es in dieser Zeit im Großen und Ganzen recht gut, er machte
    Spaziergänge durch und um die „Felsenstadt“ mit (siehe Fotoalbum), nur einmal hatte er dabei einen ziemlich
    drastischen „Seniorenmoment“, wo er mich aus den Augen verlor, weil er generell so langsam läuft und meistens
    ziemlich weit hinter uns einher trödelt. Er sieht ziemlich schlecht und sein Gehör ist auch nicht mehr das Beste! Als
    er mich nicht mehr sah, fing er an, mich zu suchen, aber in der falschen Richtung. Als ich mich umdrehte, war er weg.
    Ich wusste, rufen bringt nichts, er hört es ja doch nicht. Es dauerte etwa 5 Minuten, bis ich ihn in ziemlich weiter
    Entfernung entdeckte und sah, dass er ganz konfus nach mir suchte. Ich lief auf ihn zu und als ich nah genug bei ihm
    war und wilde Hand-Armbewegungen machte, sah er mich. Er fing an, zu mir zu rennen (schnelle Bewegungen sind
    derzeit nicht mehr so sehr sein Ding und ich hatte vor dieser Begebenheit keine Ahnung, dass er überhaupt noch
    rennen kann) und als er mich erreichte, war es Freude pur: er rieb seinen ganzen Körper an meinen Beinen, wie eine
    Katze und er strahlte mich an, wie ein Honigkuchenpferd. Danach gingen wir gemeinsam langsam zurück und er hielt
    mit mir Schritt, bis wir zum Wohnmobil zurückkehrten.

    Am 20. Januar schauten wir uns die Übertragungen der Amtseinführung von Präsident Obama im Fernsehen an und
    tags darauf war Dicks 76. Geburtstag. Wir hatten ihn ins Restaurant „Campos“ in Deming eingeladen und trafen uns
    dort mit ihm. Vorher hatten wir noch eine Geburtstagstorte besorgt mit Kerzen und allem drum und dran und diese
    im Restaurant abgeliefert. Nachdem wir gut gegessen hatten, kam die Bedienung mit ihrer Tochter, die Torte mit
    brennenden Kerzen auf einem Rollwagen, zu unserem Tisch und wir alle sangen „Happy Birthday“ für Dick. Leider
    habe ich vergessen zu fotografieren. Auch ein „Seniorenmoment“, denn der Fotoapparat war in meiner Tasche.

    Am Sonntag danach (25. Jan.) fuhren wir noch einmal nach Deming, um uns das Deming Luna Mimbres Museum
    anzusehen. Unterwegs auf der Hinfahrt stießen wir auf einen Flohmarkt und bummelten dort ein Weilchen durch die
    Reihen der Stände, fanden aber nichts, was wir hätten gebrauchen können.

    Das Museum bot ein Sammelsurium verschiedenster Exponate (siehe Fotoalbum). Von Erinnerungsstücken mit
    Nostalgiewert aus den Weltkriegen, Indianerkriegen und der mexikanischen Strafexpedition (1916) über
    indianische Keramik, Puppen, Nussknacker, Achate, alte Möbel, alte Autos, eine Gemäldegalerie, eine alte
    Arztpraxis mit eiserner Lunge, landwirtschaftliche Geräte vergangener Tage, Geschirr, Kristall und ungewöhnliche
    Whiskeyflaschen war so ziemlich alles vertreten. Im Anschluss an den Museumsbesuch schauten wir uns die
    historischen Fassaden der Altstadt an und dann hatten wir Hunger und stillten diesen in einem chinesischen Buffet,
    welches wir aber nicht weiter empfehlen können. Da sind wir besseres gewöhnt! Als wir zu unserem Wohnmobil in
    der City of Rocks zurückkehrten, war es bereits dunkel. Chuck hatte Halsschmerzen und ging früh zu Bett, wo er
    sich auch in den Tagen darauf öfters aufhielt, denn seine Halsschmerzen entwickelten sich zu einer ausgewachsenen
    Erkältung, die bis Mittwoch anhielt. Erkältungen haben wir eigentlich sehr selten. Chuck hatte seine letzte im Jahre
    2001. Am Mittwochnachmittag schauten wir uns einen Informationsfilm über die City of Rocks im Besucherzentrum
    an und bereiteten uns für unsere Abfahrt am Donnerstag (29.1.) vor.

    Unser Aufenthalt in der City of Rocks ging nicht ganz reibungslos zu ende. Da wir unseren Toilettentank nur für ein
    paar Tage benützt hatten und dieser noch lange nicht voll war, wollte Chuck ihn mit frischem Wasser auffüllen,
    damit es unterwegs hin und herschwappt und den Dreck an den Tankwänden dabei löst und dann mit rausschwemmt,
    wenn wir den Tank bei Ankunft im nächsten Campingplatz leeren. Parallel dazu arbeitet er daran, einen elektrischen
    Kurzschluss ausfindig zu machen. Das lenkte ihn wohl ab, denn er vergaß, dass das Wasser noch lief und als ich beim
    Betten machen plötzlich ein platschendes Geräusch hörte, hatten wir die Bescherung! Das Wasser (Gott-sei-Dank
    sauberes) war über den Rand der Toilettenschüssel geschwappt und alles stand unter Wasser. Im Wohnmobil
    selbst war es nicht so schlimm, da fast alles in den „Keller“ gelaufen war, aber unten drin war es ganz schön nass!
    Wir haben oben alles aufgewischt und als wir dann am Nachmittag im Leasburg Dam State Park (siehe Reiseroute)
    ankamen und alle Tanks entleert hatten, hat Chuck den ganzen Keller ausgeräumt und die Klappen offen gelassen,
    damit die trockene Wüstenluft und die Sonne den Hohlraum austrocknen können. Am nächsten Tag mussten wir
    daheim bleiben, denn unser ganzes Hab und Gut aus dem Stauraum lag in der Picknicklaube und jeder hätte sich frei
    bedienen können, wenn wir es nicht gebabysittet hätten.

    Beinahe hätten wir diesmal gar keinen Stellplatz im Leasburg Dam State Park bekommen, jedenfalls keinen mit
    Anschlüssen. „Unser“ Stellplatz Nr. 8 war belegt und der einzige Stellplatz mit Strom- und Wasseranschluss, der
    frei war, war Nummer 2. Letzterer liegt zwar sehr schön, aber die Zufahrt ist genau an der Stelle sehr eng, wo
    man am meisten Platz braucht, um beim Abbiegen weit ausholen zu können.  Vorwärts rein fahren ging nicht, denn
    dann hätten wir nach dem Abkoppeln des Wohnmobils unser Zugfahrzeug nicht mehr herausfahren können.
    Außerdem war ein Schild an der Einfahrt, dass darüber aufklärte, dass es für Fahrzeuge mit langen Anhängern
    keine Umkehrmöglichkeit gibt. Also versuchten wir rückwärts das verwegene Manöver zu wagen. Es war zum Teil
    Millimeterarbeit und es war das langwierigste Parkmanöver in unserer Erfahrung, aber nach fast einer Stunde
    standen wir endlich und gratulierten uns gegenseitig!
    (Hoffentlich kommen wir wieder raus, wenn unsere 3 Wochen hier vorbei sind ☺!)

    Der Januar endete mit einer Einkaufsfahrt nach El Paso, Texas.

    Fortsetzung folgt…..