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    Reisebericht Februar  2007 (Beginnt am Toledo Bend in
    Louisiana)

    Der Februar begann für uns mit Nieselregen bei 5°C und
    einem Tierarzttermin für Lobo, um ein neues Rezept für seine
    Schilddrüsenmedikamente zu bekommen. Das Wetter
    besserte sich dann vorübergehend und an manchen Tagen
    erreichte das Thermometer bis zu 20 °C und wir hatten
    herrlichen Sonnenschein.  Wir verbummelten die Tage, Lobo
    und ich gingen viel spazieren und joggten miteinander.  Chuck
    musste am 7. Februar zum Zahnarzt, weil sich eine seiner
    Jacketkronen gelöst hatte und am 8. Februar war es dann
    soweit und ich feierte meinen 60. Geburtstag.

    Ich hatte einen weit weniger beachteten,  ruhigen Geburtstag
    dieses Jahr, nicht so wie zu meinem 50–sten in Deutschland,
    wo die halbe Ortschaft und fast die ganze Verwandtschaft
    mit mir feierte -- anders in jeder Hinsicht --aber auch schön.  
    Weit ab von jeglicher Zivilisation, war der nächste Ort mit
    einem Restaurant eine Dreiviertelstunde entfernt und wir sind
    am Abend losgefahren, um mein Geburtstagsmahl dort
    einzunehmen.  Es stellte sich leider heraus, als wir ankamen,
    dass das Restaurant, das ich mir ausgesucht hatte, wegen
    einer geschlossenen Veranstaltung für die Allgemeinheit nicht
    geöffnet war, somit mussten wir kurzfristig umdisponieren
    und feierten dann in einem japanischen Steakhaus, wo am Tisch
    gekocht wird und der Koch die Messer durch die Gegend
    jongliert und alle möglichen Kunststückchen vorführt.  Ich
    hatte das Vergnügen, eine Garnele im Mund aufzufangen, die
    er ziemlich geschickt in meine Richtung fliegen ließ.  Nach dem
    Essen kamen die Ober und Bedienungen und sangen „Happy
    Birthday“ für mich und ein Stück Käsekuchen mit Kirschen
    belegt spendierte man mir noch obendrein!
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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht Februar 2007

    In unserem Wildnisdomizil am Stausee klappte es mit dem Mobilfunknetz nicht immer so
    wie gewünscht und gar mancher Gratulant sah sich gezwungen, die guten Wünsche  per E-
    mail an mich zu verschicken, worüber ich mich aber auch riesig freute!

    Ich versuchte den Schock, 60 geworden zu sein, humorvoll zu verarbeiten und folgendes
    ist dabei herausgekommen:


















    Aber ganz so weit sind wir noch nicht.  Vorher habe ich noch einiges vor! (In Sachen  
    „Dauerreise“ und so).

    Kurz vor unserer geplanten Abreise vom Toledo Bend, entschlossen wir uns, noch einmal
    dort zu verlängern, damit wir uns am 17. Februar den Mardi Gras Umzug  (< -- bitte
    anklicken) in Leesville anschauen könnten (siehe Fotos).  Leesville ist ein kleiner Ort im
    Verhältnis zu New Orleans, wo all die großen Mardi Gras Umzüge stattfinden, aber auch
    hier war die Stimmung gut und alle amüsierten sich glänzend. Der Umzug dauerte etwa
    eine halbe Stunde und ich habe fleißig fotografiert.   Es ist der Brauch, dass die Leute auf
    den geschmückten Umzugswagen bunte Perlenketten in die Menge werfen, auf welche
    sich die Leute dann alle wie verrückt stürzen, um die Ketten zu ergattern.  Es werden
    auch Süßigkeiten und andere Sachen geworfen, aber hauptsächlich diese bunten Ketten.  
    Die hängt man sich dann um den Hals und je mehr man davon hat, umso stolzer schwellt
    sich die Brust!  Wir haben auch ein paar ergattert und haben sie Lobo umgehängt,  bis er
    dann wieder im Auto saß.  Dann habe ich sie mir umgehängt und so sind wir in ein
    Restaurant zum Essen gegangen. Als wir dann heimkamen, wusste ich nicht so recht, was
    ich mit der ganzen Kettenpracht tun soll.  Vorübergehend hingen sie dekorativ über dem
    Esstisch, wo sie bis Aschermittwoch blieben.  Nun warten sie in einem Plastikbeutel
    darauf, bis wir nach Indiana zu Michael kommen, wo ich sie Katja schenken werde.

    Am Sonntag, d. 18. Februar nahmen wir widerstrebend Abschied vom Toledo Bend.
    (Wetter: sonnig, Temperatur: 10°C,
    Abfahrtsuhrzeit: 12:35, Tachostand: 61435.)  Das nächste Ziel war Tyler, Texas, wo wir
    eine ehemalige Arbeitskollegin von mir aus meinen White Sands, New Mexico Tagen (1979-
    1990) besuchen wollten.  Die Fahrt brachte uns über die Highways
    LA 191 (süd) bis Mayflower, Texas
    TX 87 (nord) bis Timpson, Texas
    TX 84 (west) bis Mt. Enterprise, TX
    US 259 (nord) bis Henderson, TX

    Wir erreichten Henderson so gegen 16 Uhr und übernachteten dort auf einem Walmart
    Parkplatz.  Lobos 12. Geburtstag feierten wir am nächsten Morgen mit Leckerlies und
    „Happy Birthday“ Lied und eine Kerze zum Gedenken meiner verstorbenen Mutter, die
    auch am 19. Februar Geburtstag hatte, wurde ebenfalls angezündet.  Um 11:25 Uhr ging
    die Reise weiter (Wetter: sonnig, Temperatur: 18°C, Tachostand: 61575.)  Wir kamen am
    frühen Nachmittag in Tyler an und mieteten uns an der Nordseite außerhalb der Stadt im
    „5 Star RV Park“ für eine Woche ein.  Einer unserer Laptops war reparaturbedürftig und
    wir brachten das gute Stück gleich in die „Werkstatt“, in der Hoffnung, dass er innerhalb
    einer Woche repariert werden könnte.  Der RV Park (Campingplatz) hatte ein kleines
    Wäldchen mit einem Teich, rundherum weideten Kühe auf den Feldern und frühmorgens
    krähten die Hähne.  Wir hatten die ersten Tage herrliches Sommerwetter und Chuck
    machte sich am Wohnmobil nützlich.  Für mich stand mal wieder große Wäsche und
    Hausputz auf dem Kalender und am Donnerstag waren wir bei meiner ehemaligen
    Arbeitskollegin, Carolyn, zum Mittagessen eingeladen, wo wir im Anschluss daran einen
    wunderschönen „Plaudernachmittag“ verbrachten.  Am nächsten Tag (Freitag) schlug das
    Wetter um und am Samstag hatten wir bei anfangs noch strahlendem Sonnenschein derart
    starke Winde, dass wir die Markise aufrollen mussten und unser Grillfest, das wir für
    Carolyn’s Besuch bei uns geplant hatten, nach drinnen verlegen mussten (siehe Fotos).  
    Tornadowarnungen wurden über's Fernsehen ausgestrahlt und das Wohnmobil schaukelte
    hin und her, während wir unsere Bratwürste und das gegrillte Hühnchen nebst Beilagen
    verspeisten.  Als die Tornadogefahr vorüber war und wir "nur noch" vom Wind hin und her
    gebeutelt wurden, konnten wir Carolyn mit der Versicherung beruhigen, dass wir schon
    stärkere Windböen unbeschadet überstanden hätten.  Am Sonntag beruhigte sich die
    Wetterlage, es war wieder eitel Sonnenschein mit sommerlichen Temperaturen und wir
    begannen, uns für unsere Abreise vorzubereiten.  Da wir eine gute
    Mobilnetzfunkverbindung hatten, erledigte ich auch noch ein paar Gespräche nach
    Deutschland, die schon lange fällig waren.

    Unser Laptop war zwar noch nicht aus der Reparatur zurück, aber da unser nächstes Ziel
    (= Dallas und Umgebung) nicht sehr weit entfernt war und wir uns dort mit einem
    ehemaligen Arbeitskollegen von Chuck, mit dem er in Heidelberg gearbeitet hatte,
    verabredet hatten, beschlossen wir, nach Tyler zurückzukehren um den Laptop abzuholen,
    statt die Zeit des Wartens ungenutzt verstreichen zu lassen.

    Am 26. Februar um 11:40 Uhr verließen wir Tyler. (Wetter: sonnig, Temperatur: 22°C,
    Tachostand: 61754.)  Wir erreichten unseren nächsten Campingplatz am East Fork Park in
    Wylie, TX gegen 14:45 Uhr (Tachostand bei Ankunft 61860).  Es stellte sich heraus, dass
    es ein Corps of Engineers  (< -- bitte anklicken) Campingplatz an einem Stausee war und
    die Stellplätze wirklich großzügig angelegt waren.  Der Campingplatz machte einen sehr
    guten Eindruck auf uns.  Außerdem waren nur wenige Camper anwesend und auch die
    Tatsache, dass wir die ersten 24 Stunden wegen eines Wasserrohrbruchs in Wylie auf
    das Wasser in unseren Tanks angewiesen waren, bis die Wasserwerke den Schaden
    behoben hatten, änderte unsere Meinung nicht.  Nachdem wir uns häuslich niedergelassen
    hatten, fuhren wir in die Stadt, erledigten ein paar Einkäufe und sahen uns die Umgebung
    an.  Der erste Eindruck war, dass überall Wohnsiedlungen aus dem Boden schießen, mit
    zum Teil protzigen Villen, die aber viel zu eng aufeinander gebaut sind, um den Flair von
    Eleganz widerzuspiegeln, auf den sie ausgerichtet sind.  Eine weitere Beobachtung, die wir
    machten, war, dass diese Protzbauten, wenn sie nicht in einer Siedlung sind, ohne jegliche
    Berücksichtigung auf die Umgebung gebaut werden.  Es wirkt irgendwie grotesk, wenn
    eine Villa im Baustil eines Landschlosses in unmittelbarer Nähe eines Schrotthändlers
    steht, mit direktem Blick auf den Schrottplatz.  Auch sieht man auf dem Land teilweise
    recht bescheidene, um nicht zu sagen, ärmliche, Wohnhäuser und mittendrin dann plötzlich
    ein architektonisches Monstrum, von einem Neureichen erbaut, der völlig an
    Geschmacksverirrung leidet (etwa gotische Fenster mit barocken Zwiebeltürmchen an
    einem Haus im Fachwerkstil).

    Mittwoch d. 28. Februar besuchten wir Chucks Freund, David Young, und ich lernte ihn und
    seine Frau, Lee kennen (siehe Fotos).  Die beiden nahmen uns herzlich in Empfang, zeigten
    uns ihr wunderschönes Haus in Plano (nordöstlicher Vorort von Dallas), an welchem David
    seit seiner Pensionierung und Rückkehr aus Deutschland vor ein paar Jahren, in mühseliger
    Arbeit alle Renovierungen selbst vornimmt, die sie für nötig befinden.  Während sich die
    Männer auf der Terrasse bei eingehenden Gesprächen um das Grillhähnchen kümmerten,
    wobei Lobo ihnen interessiert zuschaute, unterhielt ich mich mit Lee und wir lernten uns
    kennen.  Gretchen, ihr Hund, und Lobo lernten sich nur durch’s Fenster kennen und das
    ziemlich lautstark.

    Nach einem ausgiebigen und vorzüglichen Mahl und anschließendem Plauderstündchen
    verließen wir spätabends unsere Gastgeber und verabredeten uns für Freitag, d. 2. März
    07 auf dem Campingplatz.


    Fortsetzung folgt im März 2007  Reisebericht……………
8. Februar 2007
Renée feiert ihren
60. Geburtstag

60 Jahre bin ich nun alt,
oftmals sind die Füße kalt.
Steife Hände hab’ ich auch,
es schlappert Busen und der Bauch.
Es ist nicht immer so gewesen,
Doch brauch ich ‘ne Brille jetzt zum Lesen
und mitten im Satz, manchmal, -- oh Schreck,
sind plötzlich alle Worte weg!

Das Altern geht weiter, unverzagt,
egal was einen nun g’rad plagt.
Ich kann’s nicht ändern und nehm’ es gelassen
und genieße das Leben, ohne zu prassen!
Ist’s dann mal aus und die Leut’ steh’n am Grab,
in das ich mich begeben hab,
dann sagen hoffentlich alle über mich, mal so eben:
Ja, ja, die Renée, die wusste zu leben!