Reisebericht August 2008 beginnt am Caballo Stausee in New Mexico

    Die ersten paar Tage des Monats verbrachten wir auf dem Campingplatz, faulenzten,
    gingen mit Lobo mehrmals täglich zum Rio Grande schwimmen und beschäftigten uns mit
    Dingen, die uns Spaß machen: Chuck im bastlerischen Bereich; ich unter anderem in der
    Küche, wo ich Plätzchen und Brot buk und ein paar neue Kochrezepte ausprobierte.  Am
    Montag (4. August) rüsteten wir zur Abfahrt und am Dienstagmittag verließen wir
    Caballo Lake State Park und fuhren in südwestlicher Richtung (siehe Reiseroute) bis
    Columbus, New Mexico, wo wir uns auf dem gleichen Stellplatz im Pancho Villa State Park
    niederließen, den wir am 30. Juni verlassen hatten. Alles war in den vier Wochen viel
    grüner geworden, es hatte dort ziemlich viel geregnet und Lobo begrüßte jeden Busch
    und jeden Baum, wie einen alten Bekannten.  Er benahm sich überhaupt recht eigenartig
    und da ich annahm, er wolle Gassi gehen, tat ich ihm den Gefallen.  Komischerweise wollte
    er aber nicht mit mir gehen, sondern in die andere Richtung.
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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht August 2008

    Jedes mal wenn ich ihn rief, schaute er mich an und dann in die andere Richtung, als wolle er sagen:“ hier geht’s
    lang“!  Ich gab nach und folgte ihm.  Er steuerte direkt auf ein Wohnmobil in einiger Entfernung zu.  Als wir näher
    kamen, erkannte ich es: es war Tillies und Puddles Camper (wir berichteten im Juni Reisebericht über Lobos neue
    große Liebe „Puddles“, eine 14-jährige Chihuahua – Dackelmischung).  Was war die Wiedersehensfreude groß!!  Die
    beiden alten Hunde sausten umeinander herum, als ob sie acht Monate alt wären.  Tillie und Puddles waren auch
    mehrere Wochen weg gewesen und als sie zum Pancho Villa State Park zurückkehrten, suchten sie sich einen
    anderen Stellplatz, ziemlich weit entfernt von dem, wo wir nun wieder standen.  Dass Lobo gewusst hat, dass die
    beiden wieder hier waren und wo sie standen, zeugt von einem phänomenalen Geruchssinn!

    Der Rest des Monats verlief nicht ganz so, wie wir uns das eigentlich vorgestellt hatten und unsere Pläne wurden
    grundlegend über den Haufen geworfen.  Wie heißt es so schön?: „ … und zweitens kommt es anders, als man
    erstens denkt…..“ (oder so ähnlich).
    Es begann alles am 8. August, als mir der Zahnarzt in Palomas, Mexiko mitteilen musste, dass sich eines der beiden
    Implantate geneigt hatte und schief eingewachsen war.  Er musste es entfernen und ein neues einsetzen.  Dies
    würde unseren Aufenthalt in dieser Gegend um Wochen verlängern!

    Am 10. August feierten wir Chucks 65. Geburtstag, zu welchem ich ihm einen Apfelkuchen (Apple Pie) buk und wir
    begingen  diesen Jubeltag in Palomas  im „Pink Store Restaurant“ mit guten Steaks, mexikanischem Bier und  einem
    herrliche Käsekuchen mit Schokochips.  Außerdem bekam er vom Restaurant einen mexikanischen „Flan“ (eine Art
    Vanillepudding) spendiert.  Am Abend hatte ich ziemliche Zahnschmerzen, ganz im Gegensatz zur ersten
    Kieferoperation; allerdings schwoll meine Backe nicht wieder so stark an, wie beim ersten mal.

    Da wir ja nun wegen der Zahngeschichte längere Zeit im Pancho Villa State Park verbringen würden, beschlossen
    wir, diese Zeit zu nutzen, um unsere alljährlichen medizinischen Vorsorgeuntersuchungen sowie meine Quartal-
    Diabetesblutuntersuchung hinter uns zu kriegen. Wir riefen die Klinik im Ort an und ließen uns für den 15. August
    einen Termin geben.  

    Am 12. August verließen uns Tillie und Puddles, um zu einem anderen State Park zu fahren (Campinglimit in New
    Mexico State Parks ist drei Wochen an einem Stück pro Stellplatz und Park). In den Tagen nachdem die beiden den
    Park verlassen hatten, ging Lobo mehrmals täglich zu diesem Stellplatz, um zu sehen, ob sie wieder zurück waren.   

    Am 15. August suchten wir die Klinik auf. Der Arzt war uns sympathisch, er war gründlich und ordnete viele
    Untersuchungen an, einige bei Fachärzten in Las Cruces.  Ein paar Tage später rief er an, um uns mitzuteilen, dass
    bei meiner Blutuntersuchung ein stark erhöhter Kaliumwert festgestellt worden war.  Mein Blutzucker war in
    Ordnung, aber mein Kaliumspiegel im „lebensgefährlichen (?)“ Bereich (6,3 mmol/l) (bis 5,2 mmol/l ist
    Normalbereich, 5,3 mmol/l bis 6 mmol/l ist erhöht, darüber hinaus ist äußerst unerwünscht).  Ich hatte keine
    Veränderung in meinem Wohlbefinden bemerkt.  Das kann einem ja richtig Angst machen!  

    Als erstes ordnete der Doktor eine kaliumarme Diät an, die ich ein paar Tage einhalten sollte, um dann wieder Blut
    abnehmen zu lassen, um zu sehen, ob der Wert echt oder ein Laborfehler war.  Am nächsten Tag (19. August) fing
    mein rechtes Auge an, mir Schwierigkeiten zu bereiten.  Ich hatte lauter schwarze Linien und Punkte und am Tag
    darauf verlor ich so nach und nach das Sehvermögen.  Ich rief den Arzt hier in Columbus an, er sagte, ich solle mich
    sofort in die Notaufnahme nach Deming fahren lassen (52 km entfernt).  Die schickten mich zum Augenspezialisten,
    der eine gelöste Netzhaut feststellte. Das musste sofort operiert werden, aber hier im Hinterland gibt es
    niemanden, der das machen kann, also mussten wir nach Tucson in Arizona (420 km entfernt), wo ich zwei sehr
    schmerzhafte Eingriffe über mich ergehen lassen musste.  Schmerzhaft insofern, da das Problem an einer Stelle
    lag, wo der Arzt während der Operation meine Mithilfe brauchte, indem ich das Auge in die gewünschte Richtung  
    drehte und dies nur möglich ist, wenn das Auge nicht völlig betäubt ist.  Wir blieben dann übers Wochenende in
    Tucson, wo wir sowieso an der 50. Geburtstagfeier (siehe Fotos / Dia Show) meiner blinden Freundin Bea Shapiro
    hatten teilnehmen wollen (ich konnte dies dann allerdings nur bedingt, das meiste habe ich verschlafen) und am
    Montagnachmittag, nach der ersten Nachuntersuchung in der Augenklinik und erneutem Eingriff, fuhren wir wieder
    zurück nach New Mexiko, da die nächste Nachuntersuchung erst am 2. September sein sollte.  

    Wir nehmen es an dieser Stelle schon mal vorweg, obwohl das Ergebnis ja eigentlich erst im September-
    Reisejournal zu berichten wäre: Der Augenarzt war zufrieden mit meinem Auge und meinte, ich könnte die nächste
    Nachuntersuchung in drei Wochen bei seinem Kollegen hier in New Mexico machen lassen, damit ich nicht wieder die
    lange Anfahrt nach Tucson auf mich nehmen muss.  Das war dann zur Abwechslung mal eine gute Nachricht!   

    Zurück zum August, wo sich andererseits der erhöhte Kaliumspiegel als echt erwies und ich ihn dann mit strengster
    Diät und viel trinken innerhalb etwa eineinhalb Wochen bis auf 5,3 mmol/l herunter brachte.  Noch ein 0,1 Pünktchen
    und dann bin ich wieder im Normalbereich.  Die Ursache dieses Anstiegs meines Kaliumwerts kann bei allen möglichen
    Dingen liegen und das wird nun erforscht.  Weitere Arztbesuche stehen bevor und so geht es bis Anfang Oktober
    und irgendwann kommt danach auch noch ein Termin für eine Darmspiegelung.

    Das Problem mit einer Kalium armen Diät ist, daß fast alles was wenig Kalium hat, viele Kohlehydrate hat und
    umgekehrt.  Es bleibt mir nicht viel, was ich essen darf. Also damit mich das eine (Diabetes) oder das andere
    (Hyperkalemie) nicht umbringt, muss ich halt verhungern (mein Gewicht ist schon auf 54 kg runter)!  Allerdings habe
    ich Mitte September einen Termin beim Ernährungsberater, vielleicht kann der meinen Speiseplan etwas erweitern.

    So hatten wir uns den Sommer 2008 weiß Gott nicht vorgestellt!!!
    Der Park Ranger hier hat uns schon zwei Verlängerungen gewährt, wegen meiner gesundheitlichen Probleme und
    unser Wohnmobil beginnt bereits Wurzeln zu schlagen.  Vielleicht ganz gut so, bei den hohen Dieselpreisen.

    Aber es wird schon wieder werden und dann vagabundieren wir weiter.


    Fortsetzung folgt …..

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