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    Reisebericht April  2007 (Beginnt in Terlingua, Texas)











    So ganz Unrecht hat Mr. Mencken mit seinem Texaszitat im
    Ganzen betrachtet wahrscheinlich nicht, aber auch in Texas
    gibt es Schönes zu sehen und unser Ausflug am 1. April von
    Terlingua über Lajitas entlang am Rio Grande nach Presidio
    und zurück beweist dies (siehe Fotos).  Die Texas Highway
    170 zwischen Lajitas und Presidio ist landschaftlich sehr schön
    und wird nicht umsonst in jedem Reiseführer empfohlen.  

    Am Tag darauf machten wir im westlichen Teil des Big Bend
    National Parks eine Rundfahrt.  Der Name “Big Bend” (Große
    Biegung) stammt vom Río Grande, der an dieser Stelle mit
    einer riesigen Flußschleife die Grenze bildet zwischen Texas
    (USA) im Norden und Mexiko im Süden.  Unsere Fahrt ging
    über Ross Maxwell Scenic Drive, durch den Tuff Canyon zum
    Castolon Besucher Center und von dort aus, nach einem
    ausgiebigen Picknick, zum Elena Canyon (siehe Fotos).  Die
    Rückfahrt zu unserem Campingplatz in Terlingua über die „Old
    Maverick Road“ (staubig, steinig und nicht asphaltiert) führte
    uns an einer interessanten Behausung ( genannt „Jacal“) vorbei

(Bitte Bilder anklicken,
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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht  April 2007
    (siehe Fotos), in welcher Gilberto Luna 14 Kinder großzog und dort bis zu seinem Tod im
    Jahre 1947 lebte.  Er wurde 108 Jahr alt!  

    Den Abend verbrachten wir in „La Kiva“, einem der wenigen Restaurants in Terlingua, und
    feierten unseren 39. Hochzeitstag bei T-Bone Steaks, Corona und Guinness.  Lobo durfte
    mit! (siehe Fotos)

    Der 3. April (Dienstag) war ein sehr heißer Tag und wir bereiteten uns für die
    Weiterfahrt vor, denn wir wollten uns am Gründonnerstag mit unseren Freund Dick im Rio
    Grande Village auf der Ostseite des Big Bend National Parks treffen,  unseren Standort
    aber bereits am Mittwoch nach dorthin verlegen.  Alles klappte wie geplant und um 14 Uhr
    am 5. April fand unser Wiedersehen statt.  Dicks Camp war auf einem anderen
    Campingplatz in der Nähe und wenn er nicht unterwegs auf „Vogelschau“ war (er ist
    Hobby-Vogelkundler), dann verbrachte er seine Zeit bei uns oder wir unternahmen etwas
    gemeinsam.

    An unserem ersten Abend zusammen grillten wir Bratwürste über dem offenen Feuer.  
    Am Karfreitag wollte Dick zum Elena Canyon, den wir ja bereits  gesehen hatten und wir
    besuchten stattdessen die „Hot Springs“ (heiße Quellen), wo Chuck und ich genüsslich im
    Wasser plantschten (siehe Fotos).  Abends lud uns Dick zum Essen in die Chisos Mountains
    Lodge ein.  Meine Forelle und Chucks Ribeye Steak waren vorzüglich! Dick hatte ein BBQ
    Rinderbruststück, welches nicht so ganz seinen Vorstellungen entsprach aber der
    Nachtisch stimmte ihn wieder glücklich. Auf der Rückfahrt zum Campingplatz zog dichter
    Nebel auf.  Ein nächtlicher Temperatursturz und starke Winde, welche frühmorgens einen
    Stromausfall verursachten, der bis Nachmittag anhielt, überraschten uns am nächsten
    Morgen.  Dick fror erbärmlich als er zum Frühstück erschien.  Wir packten ihn warm ein
    (siehe Fotos) und nahmen unsere Gasheizung in Betrieb.  Nach dem Frühstück fuhren wir
    gemeinsam zum Boquillas Canyon.  Unterwegs hielten wir, um Fotos von einem entvölkerten
    Dorf auf der mexikanischen Seite zu machen.  Nach dem 11. September 2001 wurden viele
    Grenzübergänge geschlossen.  Der Tourismus bleibt aus und die Menschen ziehen weg, um
    anderswo ihren Unterhalt zu erwerben.  Chuck und Dick blieben im Wagen sitzen, weil es
    so kalt und windig war, ich machte die Fotos und wollte schnell in die Wärme des
    Fahrzeugs zurück, stolperte und fiel recht unglücklich hin.  
    Fazit:
    Fotoapparat = Totalschaden (Stein zerbrach das Objektiv),
    linkes Knie = geprellt,
    rechtes Knie = Loch in der Hose, Knie blutig.

    Das Foto vom Boquillas Canyon Aussichtspunkt in der kaputten Digitalkamera konnte
    gerettet werden (siehe Fotos).  Vom Boquillas Canyon selbst haben wir wegen meines
    Missgeschicks keine Fotos, denn unser anderer Fotoapparat war im Wohnmobil aber Chuck
    und ich wanderten trotz Kälte, Wind und schmerzenden Knien in den Canyon.  Dick ging nur
    ein kurzes Stück und kehrte dann zum Wagen zurück, wo er auf uns wartete.  Das Wetter
    war so wenig einladend, dass wir auf weitere Ausflüge im Freien an diesem Tag
    verzichteten und uns stattdessen im Besucher Center einen Film über Rafting auf dem Rio
    Grande und durch den Elena Canyon anschauten.  Anschließend brachten wir Dick zu seinem
    Campingplatz zurück, wo er ein Nickerchen machte.  Als Chuck und ich zu unserem
    Wohnmobil zurückkehrten, war der Strom wieder an.  Dick kam zum Abendessen (es gab
    Garnelen, die wir in Louisiana frisch gekauft und dann eingefroren hatten) und danach
    schauten wir uns ein Video an, das Dick mitgebracht hatte. Ein spanischer Spielfilm mit
    Untertiteln.

    Ostersonntag war das Wetter wieder besser und wir machten gemeinsam eine
    Bergwanderung in den Chisos Mountains (siehe Fotos).  Mittagessen hatten wir in der
    Chisos Mountain Lodge.

    Ostermontag war der Tag unserer gemeinsamen Abreise vom Big Bend National Park bei
    sonnigem Wetter und 24°C.  Dick fuhr in seinem Toyota hinter uns her.  An der US
    Highway 385 (Nord), kurz vor Marathon, hielten wir auf einem Rastplatz für unser
    Mittagspicknick und am Abend grillten wir ein Hühnchen auf einem Rastplatz (siehe Fotos)
    kurz hinter Sanderson an der US Highway 90 (Ost), wo wir auch übernachteten.  Unsere
    Lebensmittelvorräte begannen erhebliche Lücken aufzuweisen und nachdem wir am
    Dienstag in Langtry „Richter Roy Bean“ (< - - bitte anklicken) einen kurzen Besuch
    abgestattet hatten (siehe Fotos), fuhren wir nach Del Rio zum Laughlin Air Force Base, wo
    wir uns für zwei Nächte auf dem Campingplatz einmieteten, um einkaufen zu gehen.  Eine
    neue Digitalkamera stand außerdem auf der Einkaufsliste.  Während Chuck und ich uns um
    die Einkäufe kümmerten, fuhr Dick in einen Park, in welchem man im April sehr viele
    Zugvögel zu sehen bekommen kann.  Am Mittwochabend gingen wir chinesisch essen und am
    Donnerstag ging die Reise weiter.  Dick bestimmte die Route, anhand von Empfehlungen in
    seinen Vogelbüchern.  Das Gebiet des unteren Laufs des Rio Grande, das Texas „Hill
    Country“ und die Golfküste ziehen jedes Frühjahr die Vogelkundler aus allen Teilen der
    Welt an.  Unser nächstes Ziel waren zwei Parks im Texas Hill Country, westlich von San
    Antonio.  Die Fahrt ging von Del Rio über Brackettville, vorbei am „Alamo Village“ (Film
    Set) bis Rocksprings und zur „Lost Maples State Nature Area“.  Der Ranger dort wollte
    uns auf dem Campingplatz inmitten einer Pfadfindertruppe unterbringen.  Wir lehnten
    dankend ab und parkten außerhalb auf einer Anhöhe auf einem sehr schön gelegenen
    Rastplatz mit Picknickbänken.  Dick blieb etwas länger im Park, um Vögel zu beobachten
    und gesellte sich dann später zu uns, um ebenfalls auf dem Rastplatz zu übernachten.

    Freitag (13. April) brachte morgens Regen.  Gegen Mittag fuhren wir zu Lost Maples
    zurück und kauften uns eine Jahreskarte für Texas State Parks.  Damit bekommt man
    freien Eintritt in die Parks und die Gebühren auf den Parkcampingplätzen sind z.T.
    ebenfalls reduziert.  Da es aufgehört hatte zu regnen, aßen wir unser Mittagessen auf
    einem der Picknickplätze und Dick zeigte uns einige der Vögel, die es dort zu sehen gab
    (siehe Fotos).  Später zog er mit seinem Fernglas los, um anderswo im Park auf Vogelsuche
    zu gehen und wir machten ein Nickerchen in unseren Liegestühlen.  Gegen 15 Uhr kehrte
    Dick zurück und wir fuhren weiter auf der Texas Highway 187.  In Utopia tankten wir und
    bogen dann auf die Highway 1050 West ab, bis zum Garner State Park, wo Dick ein paar
    Tage bleiben wollte. Das Einchecken zum Campingplatz war total ätzend!!!  Wir mussten
    uns anstellen, eine endlose Schlange von Menschen stand schon da und die Sache ging im
    Schneckentempo voran.  Als wir nach einer Stunde endlich drankamen, waren wir total
    genervt!  Ansonsten erwies sich der Park als recht ordentlich.  Wir fuhren zu unserem
    Stellplatz, Chuck und Dick fachten das Lagefeuer an und während die Koteletts darüber
    brutzelten, zog ein Gewitter auf.  Wir mussten im Wohnmobil essen und es begann zu
    hageln.  Der Hagel war von eigenartiger Form: eiförmig und etwas abgeflacht,  teilweise
    anderthalb Zentimeter dick und drei Zentimeter im Durchmesser.  So etwas hatten wir
    noch nie gesehen!  Der Krach, den solche Brocken machen, wenn sie auf einem Auto oder
    Wohnmobil landen, ist unbeschreiblich!   Wir bekamen es richtig mit der Angst zu tun und
    waren überzeugt, dass die Windschutzscheiben an unserem Truck, sowie an Dicks Auto
    dieses Bombardement nicht heil überstehen würden.  Als das Gewitter endlich vorüber
    war und wir uns hinaus wagten, war aber alles in Ordnung.  Chuck brachte mir ein paar
    Hagelbrocken, die ich ins Gefrierfach legte.  Am Tag nach dem Gewitter war es kühl und
    windig, aber die Sonne schien wieder und wir machten mit Lobo einen Spaziergang am Rio
    Frio entlang (siehe Fotos / Diashow), während Dick auf Vogelschau ging,

    Vom Texas Hill Country ging die Fahrt weiter auf der US Highway 83 in südlicher Richtung
    zurück zum Rio Grande und über Laredo bis zum Falcon State Park, wo wir wieder ein paar
    interessante Vögel zu sehen bekamen (siehe Fotos).  Am 17. April erreichten wir Mission
    und wir mieteten uns für 3 Nächte auf einem privaten Campingplatz ein.  Die
    Temperaturen waren inzwischen auf 36°C geklettert und unsere Umgebung wirkte
    ziemlich südländisch, mit Orangenhainen und Palmen.  Wir konnten die Orangen faktisch
    vom Esszimmerfenster aus pflücken (siehe Fotos).  Unser Aufenthalt in Mission war für
    mich kein reines Vergnügen.  Große Wäsche und zwei Besuche beim Zahnarzt in Mexiko
    waren angesagt. Der zweite Besuch dauerte fast den ganzen Tag.  Ich war hinterher wie
    gerädert und meine Backe war drei Tage lang geschwollen.  Chuck musste den Truck zur
    Reparatur bringen, weil die Klimaanlage nicht mehr kühlte und Dick war viel unterwegs auf
    Vogelschau.

    Unser nächstes Ziel war der „Adolph Thomae Jr. County Park“ in Arroyo City, TX,
    (nördlich von Brownsville) den wir am 20. April erreichten.  Wir blieben eine ganze Woche
    dort.  Am ersten Tag verließ keiner von uns den Park.  Dick wanderte mit seinem Fernglas
    umher und hielt Ausschau nach seltenen Vögeln oder saß mit Chuck am Lagerfeuer, wo ein
    Bierdosenhuhn brutzelte (siehe Fotos).   Lobo bekam seinen alljährlichen
    Frühjahrshaarschnitt von mir, dazu brauche ich etliche Stunden!  Gebadet wurde er am
    nächsten Tag.  An einem der darauffolgenden Tage fuhren Chuck und ich zur South Padre
    Island (siehe Fotos) und wir aßen dort im „Shrimp Haus“ (< - - bitte anklicken) neben der
    „Schlitterbahn“, (einem Wasservergnügungspark) ganz toll zu Abend.  Am Mittwoch
    begleitete uns Dick auf einem Tagesausflug nach Matamoros, Mexiko (siehe Fotos).  Wir
    parkten auf der US Seite in Brownsville und gingen zu Fuß über die Grenze.  In Mexiko
    machten wir eine Stadtbesichtigung mit Reiseführer in einer „Trambahn“, bummelten
    durch die Straßen und Dick lud uns bei „Mi Pueblito“ (<- - bitte anlicken) zum Essen ein
    (siehe Fotos).  Es war ein sehr heißer Tag und Lobo blieb im klimatisierten Wohnmobil auf
    dem Campingplatz.  Am Donnerstag kam unsere monatliche Postsendung, die Michael uns
    aus Fort Wayne nachgeschickt hatte und da gab es allerhand zu erledigen.  Am Nachmittag
    dampften zwei ellenlange Frachtboote auf dem Arroyo Colorado River an unserem
    Campingplatz vorbei (siehe Fotos), was großes Entzücken bei Dick auslöste (Boote und
    Schiffe faszinieren ihn).  Unser Aufenthalt auf diesem Campingplatz neigte sich seinem
    Ende zu.  Abgesehen von den lästigen Mücken und Fliegen und der drückenden Hitze, war
    es eine sehr schöne Woche gewesen.  Am Freitag (27. 4. 07) gegen Mittag verließen wir
    Arroyo City und steuerten auf Kingsville zu.  Unterwegs, auf US Highway 77 zwischen
    Raymondville und Norias, hielten wir an für  ein Picknick.  In Kingsville blieben wir zwei
    Nächte und während Dick tagsüber in den umliegenden Parks und Sümpfen unterwegs war,
    um nach Vögeln Ausschau zu halten, besuchten wir die King Ranch [Links (auf englisch):
    http://en.wikipedia.org/wiki/King_Ranch und http://www.king-ranch.com/index.html ],
    eine der größten Ranches der Welt.  Sie umfasst mehr als 330.000 Hektar; 60.000 Rinder
    liefern monatlich viele Kilogramm Fleisch - natürlich besonders saftiges, weil
    "Massentierhaltung" dort ein Fremdwort ist. Die traditionsreiche Ranch bietet auch
    Führungen an.    Ein Museum gibt es ebenfalls und dort schauten wir uns u. a. einen Film
    über die Geschichte des Riesenunternehmens an.  

    Am nächsten Tag ging die Reise weiter auf US Highway 77 in nördlicher Richtung bis
    Sinton und dann auf Texas Highway 188 zum Golf und über Rockport und Texas Highway
    35 (Nord) bis Lamar zum Goose Island State Park.  Dies sollte unsere letzte gemeinsame
    Station mit Dick sein.  Der Vogelzug nach Norden neigte sich seinem Ende zu und dies
    bedeutete auch das Ende von Dicks Reise.  Wir belegten für 5 Nächte direkt am Strand
    einen Stellplatz (siehe Fotos).  Dick wollte nicht am Strand campen und wählte stattdessen
    einen Zeltplatz unter Bäumen, weiter landeinwärts, und wurde dort von den Mücken fast
    aufgefressen.  Zum Abendessen fuhren wir alle miteinander nach Fulton zum Hafen zu
    „Charlotte Plummers Seafare Restaurant“ (< -- bitte anklicken).  Wir saßen draußen und
    beobachteten die Möwen, die die Essensreste von den Tellern klauten, nachdem die Gäste
    gegangen waren.  Wir ließen nichts auf den Tellern.  Was wir nicht essen konnten, nahmen
    wir mit für Lobo, der geduldig im Auto saß und auf uns wartete.

    Der 30. April war windig, warm mit Sonne und Wolken.  Chuck kümmerte sich um einen
    neuen Reifen für unser Wohnmobil, der ausgewechselt werden sollte.  Dick kam eine Weile
    vorbei, bevor er auf Vogelschau ging und ich nahm Lobo mit zur Bucht, wo er schwimmen
    gehen konnte.  Zum Abendessen trafen wir uns alle wieder bei uns im Wohnmobil und
    danach verlegten wir die fröhliche Runde zu Dicks Zeltplatz, wo wir bis 22 Uhr am
    Lagerfeuer saßen, plauderten und von einem Waschbären besucht wurden.  Damit endete
    der Monat April für uns.


    Fortsetzung folgt im Mai Reisebericht
Am Straßenrand zwischen
Lajitas und Presidio an
der Texas Highway 170
Texas ist der Ort mit den meisten Kühen und der wenigsten Milch,
mit den meisten Flüssen und dem wenigsten Wasser darin,
wo man am weitesten schauen
und am wenigsten sehen kann.

Henry Louis Mencken
(* 12. September 1880 in Baltimore, Maryland; † 29. Januar 1956)
US-amerikanischer Publizist, Kritiker und Schriftsteller.