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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht Oktober  2009
Unser Reisegebiet
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Gästebucheintragungen
Februar 2006 bis Oktober 2007
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Februar 2006
Gästebucheintragungen
November 2007 bis Januar 2008
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Der Northwest Angle (Nordwestwinkel) (< - - bitte anklicken) gehört zu den Vereinigten Staaten und ist,
genauer gesagt, ein Teil des Bundesstaats Minnesota, kann aber von den Vereinigten Staaten aus nicht erreicht
werden, ohne entweder durch kanadisches Staatsgebiet oder mit dem Boot über den Lake of the Woods zu
fahren.  Am 1. Oktober machten wir einen Tagesausflug zu dieser Kuriosität (das Wohnmobil ließen wir am
Moose Lake zurück) und erlebten bei dieser Gelegenheit die wohl ungewöhnlichste Grenzkontrolle, die uns
bisher widerfahren ist. Als wir an die Grenze kamen, wurden wir durch etliche Schilder (siehe Fotos) darauf
vorbereitet, was wir tun müssen, um Zugang zum Northwest Angle zu erhalten.  Ein großer Teil des Northwest
Angle ist Indianerreservat; im nördlichsten Teil liegt der kleine Ort Angle Inlet außerhalb des Reservats. Die
Gesamteinwohnerzahl des Nordwestwinkles beträgt 152. Auf dem Weg nach Angle Inlet mussten wir an Jim’s
Corner,  einer Straßenkreuzung (oder „Feldwegkreuzung“, denn die „Straßen“ sind nicht asphaltiert), in eine
kleine Hütte (siehe Fotos) und uns per Videotelefon bei den amerikanischen Grenzbeamten melden.  Sie
stellten die gleichen Fragen, die sie stellen, wenn sie wirklich anwesend sind und es wäre interessant zu wissen,
was sie machen würden, wenn ihnen irgendwas verdächtig vorkäme oder sie aus irgendeinem Grund eingreifen
müssten.  Auf der Rückfahrt muss man dann von demselben Telefon aus die kanadischen Grenzler anrufen und
die ganze Prozedur wiederholt sich.  Wir fanden das alles sehr amüsant und fuhren nach Beendigung der
Formalitäten zu Protheros Post Resort in Angle Inlet, wo wir Grace Prothero kennenlernten und uns lange mit
ihr unterhielten.  Sie und ihr Mann Dale haben dort in 40 Jahren ein kleines Erholungszentrum mit
Ferienhäuschen im Blockhüttenstil aufgebaut.  Die Feriengäste (hauptsächlich Angler) waren alle bereits
abgereist und somit hatte sie viel Zeit sich mit uns zu unterhalten und uns über ihr Leben in dieser
Abgeschiedenheit zu erzählen.  Dann setzten wir uns am nördlichsten Punkt der Vereinigten Staaten (außer
Alaska) an den See, wo die Protheros eine kleine Aussichtsplattform mit Tischen und Bänken errichtet hatten
und aßen unser Picknick bei ziemlich kalten Temperaturen (siehe Fotos).  Lobo hatte einen guten Tag und als wir
einige Zeit später zu unserem Campingplatz am Moose Lake in Manitoba zurückkehrten und Chuck sich ein
Nickerchen gönnte, machten Lobo und ich derweil einen Spaziergang am See entlang.

Am nächsten Tag verließen wir Kanada
, nachdem wir in Sprague noch unser restliches, kanadisches Kleingeld für
Apfeltaschen ausgegeben hatten, da man Münzgeld nicht umtauschen kann.  An der Grenze gerieten wir an eine
junge Zollbeamtin, die darauf bestand unser Wohnmobil ohne unser Beisein zu inspizieren, nachdem sie uns
vorher schon mit einer Litanei von Fragen bombardiert hatte.  Wir gaben ihr die Schlüssel und ließen sie
gewähren.  Sie war ziemlich lange im Wohnmobil und als sie endlich herauskam, hatte sie drei Grapefruit in den
Händen, die sie konfiszierte.  Sie gab mir die Schlüssel zurück und forderte uns auf weiterzufahren.  Wir
hatten keine Möglichkeit nachzuschauen, was sie alles angestellt hatte, aber nach wenigen Kilometern bot sich
die Möglichkeit anzuhalten und wir wollten nachschauen, ob hinten alles in Ordnung war.  Als Chuck bremste,
schaute ich gerade in den Rückspiegel und sah, wie die Tür aufflog.  Das blöde Weib hatte die Tür offen
gelassen.  Mann, waren wir sauer!

Der erste Ort, durch den wir auf amerikanischer Seite fuhren, war Roseau, Minnesota und dort gingen wir zur
Bank um unsere kanadischen Dollar umzutauschen.  Danach fuhren wir weiter bis zum Lake Bemidji State Park,
wo wir uns für eine Woche häuslich niederließen und von dort aus in dem gleichnamigen Städtchen Bemidji zur
Apotheke gingen, um Nachschub für unsere rezeptpflichtigen Medikamente zu besorgen, da das in Kanada nicht
möglich gewesen war.  Michael schickte uns unsere Post, die sich in 3 Monaten angesammelt hatte und da gab es
allerhand zu erledigen. Außer einer Wanderung zum „Big Bog Lake“ (siehe Fotos), wo Lobo im Moor vom
Holzsteg fiel und in seiner Panik
, während unserer Rettungsaktion, wie wild um sich schnappte und Chuck dabei
am Kinn erwischte (nicht schlimm) und wir auf dem Rückweg zum Campingplatz von einem Graupelschauer
erwischt wurden, war diese Woche hauptsächlich alltäglichen Dingen gewidmet.  Da wir dort eine gute
Netzverbindung mit dem Handy hatten, klappten auch ein paar Telefonate nach Deutschland.

Am 9. Oktober setzten wir unsere Reise fort und genossen unterwegs die herbstliche Färbung der
Mischwälder im nördlichen Minnesota.  Wir fuhren an unzähligen Seen vorbei, durchs Leech Lake
Indianerreservat und erreichten gegen Abend Baxter, wo wir auf einem Walmart Parkplatz übernachteten.  Es
wurde eine sehr kalte Nacht und wir disponierten am nächsten Morgen um und suchten uns einen Campingplatz
in der Nähe, um uns zu „winterisieren“, sprich Koffer mit Wintersachen herausholen, wie auch die Daunendecken
für die Betten.  Dies machte einen kleinen Umweg von unserer ursprünglich geplanten Reiseroute erforderlich
und führte uns durch herrliche Eichenwälder (pur).  Auf dem Campingplatz des „Innsbrook Motel & RV Park“ in
Randall, Minnesota war das Wasser noch an (die wenigen Campingplätze, die noch nicht für den Winter dicht
gemacht hatten, hatten die Wasserleitungen bereits wegen des nächtlichen Frosts abgestellt),
Kanalisationsanschluss gab es auch und wir erhielten als Passport America Mitglieder auch noch 50% Rabatt.  
Grund genug ein paar Tage dort zu bleiben, Wäsche zu waschen und abzuwarten, bis das Wetter wieder
besser wurde, denn es schneite inzwischen auch einige Male. Chuck umwickelte die Wasserleitung und unsere
Schläuche mit Isolierzeug und Heizdrähten und als der Besitzer das sah, fuhr er zum Baumarkt, besorgte das
Nötige und installierte desgleichen an allen Wasseranschlüssen auf dem kleinen Campingplatz (8 Stellplätze).
Von Randall aus machten wir einen Ausflug nach Little Falls, wo wir das Charles Lindbergh Haus besuchten
(siehe Fotos) und in einem recht guten mexikanischen Restaurant zu Abend aßen.  Der Besitzer unseres
Campingplatzes hatte es uns empfohlen und da er aus Portales, New Mexico stammte, nahmen wir an, dass er
wissen mußte, wovon er redet.

Als wir am 15. Oktober Randall verließen, hatten wir immer noch schlechtes Wetter (Schneeregen) aber nach
einigen Kilometern wurde es besser und als wir über Highway 10 (Süd) Blaine, Minnesota erreichten, war es
zwar noch recht kalt, aber trocken.  In Blaine fanden wir einen Aldi, den ersten seit Mai 2008.  Nach einem
Großeinkauf dort und einer Übernachtung bei Walmart, ging es dann am nächsten Morgen von Blaine aus zuerst
nach Prescott, Wisconsin, dann über Highway 35 (Süd) und einem Abstecher nach Red Wing, Minnesota zum
tanken, zurück nach Wisconsin und entlang am Mississippi (siehe Fotos) bis Onalaska, Wisconsin.  Die Fahrt
erinnerte ein wenig an das Rheintal, aber ohne die Burgen.  Da wir keinen Campingplatz finden konnten,
verbrachten wir eine weitere Nacht auf einem Walmart Parkplatz.  Gleich daneben war auch noch ein Aldi, der
Bier verkaufte.  Der Aldi in Blaine hatte keine alkoholischen Getränke zum Verkauf angeboten. Ich beglückte
Chuck mit 12 Flaschen Wernesgrüner.

Unser nächster geplanter Stopp war der Pine View Campingplatz von Fort McCoy, wo wir bis zum 20. Oktober
blieben.  Wir erledigten einige Einkäufe im Commissary und PX, aber beide Geschäfte waren sehr klein und
hatten nicht alles, was auf unserer Einkaufsliste stand.  Unsere Nachbarn auf dem ansonsten sehr leeren
Campingplatz waren Polizeibeamte einer Spezialeinheit aus Milwaukee, die auf Fort McCoy an einer
Sonderausbildung teilnahmen. Ihr Streifenwagen war neben ihrem Wohnmobil geparkt und abends kochten sie
über einem lodernden Lagerfeuer ihre Steaks, was Lobo dazu veranlasste, ihnen mehrere Besuche abzustatten.

Unsere Weiterreise führte uns durch Middleton, Wisconsin, wo wir am Haus von Chucks ältester Schwester
vorbeifuhren. Sie hat auch ein Haus in South Carolina und wohnt abwechslungsweise in dem einen oder dem
anderen Haus, wenn sie nicht unterwegs ist und die Welt bereist.  Wir wussten, dass sie nicht da sein würde,
als wir durch Middleton fuhren, da sie nach einer mehrwöchigen Reise durch Russland und die Ukraine gerade
erst zu ihrem Haus in South Carolina zurückgekehrt war und deshalb musste uns auch in dieser Nacht wieder
ein Walmart Parkplatz aufnehmen.  Offene Campingplätze sind zu dieser Jahreszeit im Norden der USA
schwer zu finden.

Am 21. Oktober erreichten wir
Great Lakes Naval Training Center  am Michigan See nördlich von Chicago.  Der
kleine Campingplatz dort bot nur Stromanschluss und wir waren für Wasser auf unsere Tanks angewiesen.  
Dafür standen wir aber direkt am See (siehe Fotos) und wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten wir
dort ein paar sehr angenehme Tage verbringen können.  Aber so wie es war, standen wir bei stürmischem
Wetter und ständigem Regen im Schlamm und unser Wohnmobil wurde von den Sturmböen ziemlich hin und her
gebeutelt. Ein Erdrutsch in der Nähe unseres Stellplatzes, war das Ergebnis einer vorangegangenen
Schlechtwetterphase und wir konnten nur hoffen, dass der Rest des Hangs bei all dem Regen nicht auf uns
hernieder gehen würde.

Als wir am 22. Oktober zu Ikea außerhalb von Chicago und nach Des Pleines zu Kuhn’s Delikatessen (deutsches
Geschäft mit kleinem Restaurant) fahren wollten, rutschte Chuck auf Lobos nasser Rampe aus und landete voll
im Schlamm.  Er war bis auf die Haut durchnässt und musste sich erst mal umziehen, bevor es losgehen konnte.  
Wir aßen bei Kuhn’s unser Mittagessen; Chuck hatte Schnitzel, Bratkartoffeln und Blaukraut, ich hatte
Leberkäse, Blaukraut und Brot.  Das Franziskaner Hefeweizen haben wir uns geteilt.  Ein paar Sachen haben
wir auch im Laden gekauft, u.a. einen frischen Leberkäse, den wir ein paar Tage später zum Abendessen
hatten.  Im Anschluss an unserem Besuch bei Kuhn‘s  ging es weiter zu Ikea und nachdem wir unsere Einkäufe
dort erledigt hatten, fuhren wir, immer noch im Regen, zurück zum Campingplatz.  

Das Great Lakes Naval Training Center hat ein großes Commissary und wir versuchten am nächsten Tag unser
Glück, um die restlichen Sachen auf unserer Einkaufsliste zu besorgen, waren jedoch auch dort nur teilweise
erfolgreich.  Am Nachmittag hörte es endlich auf zu regnen, aber es war immer noch sehr windig und nasskalt.

Am 24. Oktober war der Himmel noch bedeckt, als wir abfuhren. Im Laufe des Tages kam dann die Sonne
heraus. Die Strecke in Richtung Elkhart, Indiana führte uns über Schnellstraßen an Chicago vorbei und an
Leonardo Niermans Millenniumflamme, die uns sehr beeindruckte.  Leider hatte ich den Fotoapparat nicht
parat, aber ich fand später einige Fotos im Internet (
siehe Link)  < - - (bitte anklicken).

Wir hatten einige Wartungsarbeiten am Wohnmobil in Elkhart eingeplant und unser neuer Kühlschrank sollte
dort auch installiert werden.  Wir fanden einen Campingplatz auf dem Messegelände in Goshen, Indiana, nur
wenige Kilometer von Elkhart entfernt. Alles wäre ganz stressfrei über die Bühne gerollt, wenn ich nicht eines
morgens, als ich mein Ohropax aus den Ohren holte, im linken Ohr nichts mehr hören konnte, d.h. etwa 90% des
Hörvermögens waren dahin. Ich nahm an, ein Stück Ohropax sei im Ohrkanal zurück geblieben und versuchte
tagelang es herauszuholen, aber ohne Erfolg.  Es war ein ständiger Druck da und mir wurde andauernd
schwindlig.  Ich suchte eine Klinik in Goshen auf, um den Pfropfen herausholen zu lassen, aber nach langen,
ausgiebigen Hörtests und Spiegelungen hieß es, da sei nichts drin, außer einem „Film“, der das Trommelfell
überzog.  Ich solle mir in der Apotheke eine Ohrspülpackung besorgen und gründlich spülen und wenn es in
einer Woche nicht weg
sei, dann solle ich zum HNO Spezialisten gehen.  Nach mehrmaligen Spülen, das
überhaupt nichts brachte, beschloss ich eine Rosskur zu machen und benützte meine Water Pik Munddusche,
steckte sie ins Ohr und mit der niedrigsten Druckeinstellung fing ich an gründlich und pulsierend zu spülen.  Auf
einmal änderte sich der Ton im Ohr und als ich das Ding herausholte, kam ein riesiger Pfropfen Ohropax
heraus.  Wie die Ärztin das hatte übersehen können, ist mir ein totales Rätsel.  Sie dachte wohl, was sie
anschaute, sei mein Trommelfell, derweil war es der Pfropfen!  Vielleicht sollte sie mal zum Augenarzt gehen.

Direkt nach den Wartungsarbeiten wollten wir zu Michael nach Fort Wayne fahren, aber als er anrief und
erzählte, dass die Kinder mit der Grippe im Bett lagen, beschlossen wir, unsere  Ankunft zu verzögern, bis alle
wieder gesund sind.  Wir verbrachten die letzten Tage im Oktober in Fremont, Indiana, knapp 100 km nördlich
von Michael auf einem ziemlich leeren Campingplatz und besuchten an einem der Tage dort die „Prime Outlets
at Fremont“ (Fabrikverkauf).  Das Wetter war mal so, mal so und Lobo ging es nicht sehr gut.  Sein Hinterteil
machte ihm sehr zu schaffen, es sackte öfters weg, und das Arthritismedikament schien auch nicht mehr viel zu
helfen.  Ein Tierarzttermin war angesagt und wurde für den 2. November vereinbart.

Fortsetzung folgt…..
Reisebericht Oktober 2009 (beginnt im Moose Lake Provincial Park, Manitoba)