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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht September 2009
Unser Reisegebiet
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Am 1. September traf Chuck auf dem Campingplatz in Dauphin die ersten Amerikaner, die uns seit Beginn
unserer Kanadatour über den Weg gelaufen waren. Es war ein Ehepaar aus der Nähe von Cincinnati, Ohio, das
auf dem Heimweg von Alaska war.
Für den Nachmittag hatten wir ein paar Museumsbesuche eingeplant; zum einen, das „Dauphin Rail Museum“
(Eisenbahnmuseum) und zum anderen, das „Fort Dauphin Museum“ (siehe Fotoalbum). Abends grillten wir
Steaks auf dem Lagerfeuer.
Da uns Lobos Medikamente ausgegangen waren, machten wir uns am nächsten Morgen daran, eine Tierklinik
auszukundschaften. Wir hofften, dass man uns Nachschub geben würde, ohne die ganzen Laborbefunde neu
machen zu wollen. Letzteres ist immer eine teure Angelegenheit. Wir hatten Glück und nachdem die Tierklinik
in Dauphin Lobos Tierarzt in New Mexico angerufen und sich die nötigen Unterlagen hatte zufaxen lassen,
verließen wir die Klinik mit einem Tablettenvorrat für drei Monate. Anschließend fuhren wir zum „Rainbow
Beach Provincial Park“ am Dauphin See, wo wir mit Lobo einen schönen Spaziergang machten.
Tags darauf war Abreisetag. Wir verließen den Vermillion Park in Dauphin um 12:15 Uhr und fuhren über
Highway 10 (Süd) bis zum nahegelegenen „Riding Mountain Nationalpark“, wo wir uns zum Mittagessen ein
Picknick im Wald gönnten. Nach einer landschaftlich sehr anmutigen Fahrt, vorbei an etlichen Seen, erreichten
wir Minnedosa, wo wir uns für eine Woche auf dem „Minnedosa Beach Campingplatz“ an den Ufern des
gleichnamigen Sees niederließen (siehe Fotoalbum). Am nächsten Vormittag begann sich der Campingplatz zu
füllen. Es war Freitag, der 4. September und am Montag war Feiertag (Labour Day)! Es wurde ein zum Teil
ziemlich hektisches Wochenende auf dem Campingplatz. Tagsüber war es nicht so schlimm, da waren die
meisten am Strand oder mit ihren Booten auf dem See, aber am Abend ging dann so richtig die Post ab! Wir
machten uns am Samstag aus dem Staub und fuhren nach Brandon zum Einkaufen. Während wir dort waren,
schauten wir uns den dortigen Campingplatz an und reservierten für eine Woche, da dieser Campingplatz fast
ständig ausgebucht ist. Wir konnten nicht gleich im Anschluss an unseren Aufenthalt in Minnedosa etwas
bekommen, aber ab dem 13. September konnten wir eine zusammenhängende Woche reservieren. Das
bedeutete, dass wir entweder drei Tage auf dem Minnedosa Beach Campingplatz verlängern würden, oder
dazwischen noch irgendwo anders hinfahren würden, wo es einen Campingplatz gab. Als wir den Campingplazt in
Brandon reservierten, wussten wir noch nicht, dass es auch noch einen anderen (schöneren) Campingplatz in
Brandon gab.
Uns erschien Brandon als der Inbegriff von Zivilisation, jedenfalls was Einkaufen anbelangte, nachdem wir ja
nun längere Zeit im Hinterland gewesen waren und die paar kleineren Städte, durch die wir gekommen waren,
diesbezüglich nur das Allernötigste boten. Ich fand sogar Dallmayr Kaffee in einem Geschäft, womit ich Chuck
beglückte!! (Tchibo und Jacobs Kaffee gab es auch.)
Auf dem Rückweg von Brandon nach Minnedosa machten wir einen Umweg über Carberry und Neepawa. In
Neepawa fanden wir einen netten, kleinen Campingplatz, der auch Abwasserentsorgungsrohre an jedem
einzelnen Stellplatz hatte, was an unserem Stellplatz in Minnedosa nicht der Fall war. Da ich dringend Wäsche
waschen musste, entschlossen wir uns, für die drei Tage vor unserer Woche in Brandon zu diesem Campingplatz
umzusiedeln. Ich reservierte gleich einen Platz, der uns gefiel. Dann kehrten wir zu unserem überfüllten
Campingplatz am See zurück. Das Wetter war traumhaft schön übers Wochenende, trotzdem verbrachten wir
den Sonntag meist im Wohnmobil, um dem Trubel auf dem Campingplatz um uns herum zu entgehen. Auf einem
Stellplatz hinter uns im Wald war eine Gruppe von Leuten, deren größte Freude ihr Lagerfeuer war. Es
loderte von morgens bis abends fröhlich vor sich hin und wenn sie nicht Gummistiefel, Autoreifen, Plastikbecher
oder wer weiß was verbrannt hätten, was da so zum Himmel stank, hätten wir auch gar nichts dagegen gehabt.
Am Montagmorgen begann sich die Wiese um uns herum zu leeren und bis zum Abend waren auch alle anderen
Teile des Erholungsgebietes wieder fast leer, bis auf ein paar Wohnmobile und Campingwagen, die in einiger
Entfernung von uns zwischen den Bäumen zu sehen waren und scheinbar den ganzen Sommer über dort sind und
nur an den Wochenenden genutzt werden. Das schöne Wetter hielt auch noch am Montag an, aber in der Nacht
zum Dienstag kamen starke Gewitter und danach war es merklich kühler.
Wir fuhren am Dienstag zum Clear Lake im Riding Mountain Nationalpark. Nach unserem obligatorischen
Picknick am See (siehe Fotoalbum) bummelten wir am Strand entlang und durch den Ort Wasagaming. In einem
der Läden unterhielten wir uns mit der Besitzerin, der auch das herrliche Blockhauskino (siehe Fotoalbum)
gehört und sie zeigte es uns von innen, obwohl es bereits wegen des Saisonendes geschlossen war. Auf dem
Rückweg nach Minnedosa kam uns ein Streifenwagen der Royal Canadian Polizei entgegen. Im Rückspiegel sahen
wir, dass er plötzlich wendete, und hinter uns herkam und uns aufforderte anzuhalten. Da wir uns keiner Sünde
bewusst waren, blieben wir ruhig im Wagen sitzen, während der Polizist hinter uns mit Blaulicht stand und unser
Nummernschild überprüfte. Als er dann zu uns kam, war er sehr nett und teilte uns mit, dass es in Manitoba
verboten sei, Radarwarngeräte mitzuführen und wir möchten unseres doch bitte ausschalten. Dann erzählte er
uns, dass er das Gerät, welches Radarwarngeräte ortet, noch gar nicht lange in seinem Streifenwagen habe und
er zuerst gar nicht wusste, welche Warnung es von sich gab, als er an uns vorbeifuhr. Wir waren seine ersten
Radarwarngerätsünder! Nachdem wir unser Gerät ausgeschaltet, abmontiert und verstaut hatten, unterhielten
wir uns noch eine Weile mit ihm und dann fuhr wieder jeder seines Weges.
Am Mittwoch besuchten wir den Bison Park, das Naturschutzgebiet und das Freilichtmuseum neben unserem
Campingplatz (siehe Fotoalbum) und am Donnerstag verlegten wir unseren Standort nach Neepawa, wo ich
gleich nach Ankunft begann, an einem ziemlichen Berg schmutziger Wäsche zu arbeiten.
Man hatte uns erzählt, dass der Friedhof in Neepawa sehenswert sei und somit statteten wir diesem am
Freitag einen Besuch ab. Friedhöfe auf dieser Seite des Atlantiks wirken für europäische Begriffe eher
monoton und langweilig (meistens sind die Gräber nur mit Grabsteinen auf einer Wiese gekennzeichnet, der
persönliche Touch mit Bepflanzung und Grabschmuck fehlt generell), aber dieser Friedhof war die Ausnahme.
Wenn die Blumen auch auf allen Gräbern fast gleich waren, war es doch schön anzusehen (siehe Fotoalbum).
Kanada ist zwar nicht für seine Wüstenlandschaften bekannt, aber im Spruce Woods Provincial Park südlich von
Neepawa liegt eine ökologische Rarität für Manitoba, ein wüstenähnliches Gebiet mit 30 Meter hohen
Sanddünen – Spirit Sands, die wir uns am Samstag per Pferdekutsche ansahen (siehe Fotoalbum). Als wir auf
dem Parkplatz ankamen, wurden wir von einem jungen Indianerehepaar mit zwei kleinen Kindern angesprochen,
ob wir keinen Drahthänger hätten, da sie ihre Autoschlüssel in den Wagen gesperrt hatten. Wir hatten einen
Draht, aber der war zu kurz. Dann kam jemand, der ihnen mit einem Drahthänger aushelfen konnte und sie
begannen die Hintertür ihres Fahrzeugs damit zu bearbeiten. Zuerst versuchten sie, mit dem Draht den Knopf
an der Fernbedienung, die auf dem Rücksitz lag, zu erreichen und zu drücken. Das schlug fehl. Dann versuchten
sie den Türknopf zu erreichen, um ihn hochzuziehen und die Tür zu öffnen. Während sie mit diesen Versuchen
beschäftigt waren, setzten wir uns an einen abseits gelegenen Picknicktisch, aßen unser Mittagessen und bevor
es dann soweit war, zur Pferdekutsche zu gehen, erkundigte sich Chuck, wie es mit der Türentriegelung
vorangehe. Die beiden hatten abwechslungsweise eine gute Stunde daran gearbeitet, aber kein Ergebnis
erzielt. Chuck fragte den Mann, ob er versucht habe, den Draht am Fenster der Vordertür in die Eingeweide
der Tür zu schieben, um zu versuchen, die Tür auf diese Weise zu öffnen. Der junge Mann sagte, er hätte
davon gehört, dass man das machen könne, aber da er nicht wisse, wie das geht, habe er es nicht versucht. Er
gab Chuck den Draht, damit er es versuchen könne. Chuck bog einen Haken in die Drahtspitze, schob den Draht
durch den Gummi zwischen Tür und Fenster, fummelte kurz damit in der Tür herum, fühlte etwas am
Drahthaken, zog den Draht hoch und die Tür öffnete sich. Das ganze Manöver hatte weniger als 30 Sekunden
gedauert. Der junge Mann war zuerst sprachlos und bedankte sich dann überschwänglich, nachdem er Chuck
nach seinem Namen gefragt hatte und ihm immer wieder die Hände schüttelte. Chuck kam grinsend und sehr
selbstzufrieden zum Picknicktisch zurück. So ein Autoknacker!
Die Fahrt mit der Pferdekutsche dauerte etwa 1 ½ Stunden, es war recht lustig und wir bekamen viel vom Park
zu sehen, nicht nur die Sanddünen (siehe Fotoalbum).
Der nächste Tag war der 13. September und wir konnten zu dem reservierten Campingplatz in Brandon
umziehen. Während der Woche in Brandon schauten wir uns die Stadt an, gingen ins Flugzeugmuseum, wo wir an
einer guten Führung teilnahmen, besuchten den Park am Assiniboine Fluss (siehe Fotoalbum), wo wir auch einen
zweiten Campingplatz entdeckten und machten ein paar Einkaufsbummel. In einem der Geschäfte sprach mich
plötzlich eine Frau an, die sich erkundigte, wie es mit unseren Reisen vorangehe. Die Wahrscheinlichkeit, dass
ich in einem Laden in Brandon, Manitoba jemanden treffe, den ich kenne, dürfte wohl äußerst gering sein, aber
sie trat ein. Es war die Frau aus Wasagaming, die Besitzerin des Blockhauskinos, mit der wir uns eine Woche
zuvor unterhalten hatten.
Wir freuten uns auf das bevorstehende Wochenende, an welchem die „Western Canadian Music Awards “in
Brandon stattfanden und wir im Zusammenhang mit diesen am Samstagabend ein klassisches Konzert
besuchten. Auf dem Programm standen Rachmaninoff, J. S. Bach, Johannes Brahms und einige gegenwärtige
Komponisten, wie Jeffrey Ryan (< - - bitte anklicken), T. Patrick Carrabré (< - - bitte anklicken), Sid
Robinovitch und andere. Einige der Komponisten waren sogar persönlich anwesend, da am nächsten Tag die
Musikpreisverleihung stattfand. T. Patrick Carrabré war einer der Preisempfänger.
Am Sonntag fuhren wir weiter nach Winnipeg. Wir hatten südlich der Stadt, in Île des Chênes, einen
Campingplatz ausfindig gemacht, der dem Campingclub „Passport America” angehörte und für Mitglieder 50%
Rabatt anbot. Wir wurden deshalb auch schnell Mitglieder dieses Vereins und sparten während unseres
einwöchigen Aufenthalts auf diesem Campingplatz $ 105. Am Montagmorgen (21. September 09) begannen wir
mit unseren Erkundigungsfahrten in Winnipeg. Im Flugzeugmuseum (Western Canadian Aviation Museum)
stießen wir endlich auf die „Vickers Vedette“ (< -- bitte anklicken), deren Foto und ein Bericht über das
Flugzeug in einem Museum im Norden Manitobas unsere Aufmerksamkeit erregt hatte. Leider hatten wir
falsche Informationen erhalten, in welchem Museum es sei und deshalb waren wir zuerst nach Brandon
gefahren, wo man uns im Museum dort mitteilte, dass wir die Vedette in Winnipeg finden würden (siehe
Fotoalbum).
Die nächsten sieben Tage waren sehr intensiv. Wir besichtigten China Town, das French Quarter, Saint
Boniface Kathedrale / Friedhof / Katholische Universität, die Regierungsgebäude der Provinz Manitoba (es
gab kaum Sicherheitsvorkehrungen, um diese zu besichtigen. Man wollte nur unsere Namen, die wurden
eingetragen, wir bekamen ein Besucherschildchen und dann konnten wir je nach Lust und Laune durch die
ehrwürdigen Hallen streifen), „The Forks“ (< -- bitte anklicken) und die „Forks Markthallen“, Union Station
(Bahnhof), Ukrainische griechisch-orthodoxe Kathedrale und Museum, Upper Fort Garry (< -- bitte anklicken),
Fort Gibraltar (eine Nachbildung; das ursprüngliche Fort Gibraltar war ein Vorläufer von Upper Fort Garry) ,
das Münzamt und die Innenstadt (siehe Fotoalbum). Bei einer Bootfahrt auf dem Assiniboine Fluss und Red
River bekamen wir einige dieser Sehenswürdigkeiten noch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Im
Manitoba Electrical Museum waren wir auch, aber die Fotos sind nicht gut geworden und bei unserem Besuch in
der Winnipeg Kunstgalerie war fotografieren nicht erlaubt. Einige der Exponate können jedoch auf folgenden
Internetseiten angeschaut werden:
Inuit Skulpturen:
http://www.inuitartalive.ca/index_e.php?p=96
Joe Fafards Skulpturen:
http://www.joefafard.com/joefafard_en.htm
(mit dem Kursor auf die Miniaturbildchen rechts im Bild gehen [2 Seiten], um die größere Gesamtversion
anzuschauen).
In der „Eurofix“ Galerie fanden wir die alten Meister und in einer weiteren Galerie eine große Auswahl von
Yousuf Karsh (< -- bitte anklicken) schwarz-weiß Portraits (< -- bitte anklicken), u. a. auch das berühmte
Portrait von Winston Churchill (< -- bitte anklicken) aus dem Jahre 1941.
Am 28. September verließen wir Winnipeg, bzw. Île des Chênes und fuhren die kurze Strecke bis Steinbach
Manitoba, wo wir zwei Nächte blieben und uns am Tag dazwischen das Mennonitendorf (Mennonite Heritage
Village) (< -- bitte anklicken) anschauten (siehe Fotoalbum).
Auffallend in dieser Gegend ist die große Anzahl an deutschen Neueinwanderern, die dem Ruf Manitobas
gefolgt sind, das mit dem MANITOBA PROVINCIAL NOMINEE PROGRAM (< -- [englisch] ) und anderen
Einwanderungsprogrammen recht rege nach willigen Einwanderern sucht, die gewissen Provinzkriterien
entsprechen.
Bei herrlichem Sonnenschein, etwas Wind und 15°C verließen wir am 30. September Steinbach und fuhren auf
Highway 12 in südöstlicher Richtung bis Sprague, wo Chuck zwei Campingplätze im Internet ausfindig gemacht
hatte, aber, wie sich herausstellte, weder der eine, noch der andere Campingplatz existierte. 35 km entfernt
vom Ort, an einem See im Moose Lake Provincial Park fanden wir einen herrlichen Stellplatz direkt am Wasser
(siehe Fotoalbum). Eigentlich war der Campingplatz bereits für den Winter geschlossen, aber „Herbstcamping“
ohne Anschlüsse (Strom, Wasser) war möglich, erlaubt und gebührenfrei! Der Park hatte mehrere
Campingplätze am Ufer des Sees entlang. Wir waren die einzigen Camper auf dem Campingplatz, wo unser
Stellplatz war. Ein zweiter Camper war etwa 1 km entfernt auf dem nächsten Campingplatz. Ansonsten war
niemand da. Wir verbrachten ein paar ungestörte Tage an diesem herrlichen Fleckchen und Lobo genoss seine
Freiheit, wenn er nicht schlief (was er in letzter Zeit fast den ganzen Tag tut).
Fortsetzung folgt…..

Reisebericht September 2009 (beginnt in Dauphin, Manitoba)
Upper Fort Garry, circa 1878