Unser Wohnmobil stand in einem schattigen Wäldchen neben einem Weiher in der Nähe von Atlanta, Georgia und wir
ließen es dort stehen, als wir am 4. August nach Fort Wayne zu Michael fuhren (
siehe Familienfoto im Fotoalbum).  
Wir hatten nach unserer Rückkehr aus Deutschland unser Wohnmobil ausgemistet und dabei allerhand entdeckt,
was wir in unserem Lager in Fort Wayne verstauen wollten. Die Fahrt nach Indiana  gab uns auch Gelegenheit,
Katjas 12. Geburtstag mit ihr zu feiern. Oma und Katja machten einen ausgedehnten Besuch ins Einkaufszentrum,
wo sich Katja als Geburtstagsgeschenk einen Herzenswunsch erfüllen konnte und am Abend vor unserer Abreise
luden wir alle zu einem nachträglichen  Geburtstagsessen ein, auf Katjas Wunsch in den „Golden Corral“, ein Buffet-
Restaurant mit riesiger Auswahl an Speisen.

Auf der Rückfahrt  nach Georgia am 9. August machten wir unterwegs Halt und besuchten die Höhlen im „
Mammoth
Cave Nationalpark (< - -).  Auf einem anschließenden Spaziergang zum Green River, das ist der Fluss, der für die
Entstehung dieser
Höhlen (< - -) verantwortlich ist, stürzte Chuck, als er über einen Baumstamm kletterte, der uns
den Weg versperrte und er schlug sich ein Knie blutig.  Wir begegneten auch ein paar Rehen, die sich überhaupt
nicht daran störten, dass wir in ihr Revier eindrangen.

Kurz vor Mitternacht erreichten wir unseren Campingplatz in Marietta, Georgia und fielen todmüde ins Bett.

Am 10. August feierten wir Chucks  67. Geburtstag mit einem Geburtstagsessen bei
„Red Lobster“ (< --), aber die
restlichen Tage in der Umgebung von Atlanta vergingen größtenteils mit alltäglichen Dingen, abgesehen von unserer
Suche nach neuen Fahrrädern.  Wir hatten bereits unsere alten Fahrräder mit nach Fort Wayne genommen, in der
Hoffnung, dass wir bei unserer Rückkehr die in einem Fahrradgeschäft in Atlanta bestellten, neuen Räder abholen
könnten, aber da hatten wir Pech.  Es handelte sich dabei um eine Sonderbestellung für 8-Gang Fahrräder mit
Rücktrittbremsen (mehr Gänge sind bei Rücktrittbremse nicht möglich, sagte man uns).  Serienmäßig werden diese
Räder scheinbar nicht hergestellt und für unsere Sonderwünsche ist nicht jedes Fahrradgestell tauglich. Das hat
irgendetwas damit zu tun, wie das Hinterrad am Gestell befestigt wird.  Lange Rede, kurzer Sinn, die Fabrik
konnte die Rahmen erst bis Ende September liefern und so lange wollten wir nicht in Georgia herum hängen, um auf
die Räder zu warten.  Unser Problem konnte jedoch etwas später gelöst werden, als wir in Dallas eine
Fahrradhändler ausfindig machten und diesen von unterwegs aus anriefen. Da wir nach unseren Recherchen in
Atlanta genau wussten, welche Rahmen sich für unsere Wünsche eignen, konnten wir ihm genau erklären, um was es
geht. Wenn wir in Dallas ankommen, werden unsere Fahrräder fertig sein (mit 8 Gängen und die erwünschte
Rücktrittbremse!!!).

Da wir vorläufig auf die erhofften Radtouren verzichten  mußten, machten wir stattdessen fast jeden Abend einen
Powerwalk von 40 bis 60 Minuten, der uns bei der hohen Luftfeuchtigkeit in Georgia ganz schön ins Schwitzen
brachte.

Am 18. August verließen wir unser schattiges Plätzchen im Wald bei Marietta, Georgia und fuhren bis Montgomery,
der Hauptstadt von Alabama, wo wir bis zum 21. August blieben.  Abgesehen von der Innenstadt, wo viel gebaut
wird, wirkt Montgomery etwas ärmlich, auch gibt es nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten, die uns interessierten,
aber das Kapitol, die Gouverneursvilla                                und das
Rosa Parks  (< - -) Museum (Bürgerrechtlerin, die
als Mutter der Zivilrecht-Bewegung gilt) schauten wir uns natürlich an.  Auch fuhren wir durch den Capitol Heights
historischen Distrikt, der größtenteils aus Craftsman Fertigteilhäusern aus dem
Sears & Roebuck Versandhaus
Katalog (< - -) von 1908 und einigen Jahren danach besteht.

Als wir unsere Reise auf US Highway 82 und Alabama Highway 14 West über Selma fortsetzten, hatten wir kurz
vor Autaugaville beinahe einen Auffahrunfall, weil ein Wagen uns überholte und dann sofort scharf abbremste, um
links abzubiegen.  Chuck bremste was das Zeug hergab und ob er es geschafft hätte, rechtzeitig zum stehen zu
kommen, soll dahingestellt bleiben.  Aber dann geschah etwas so Unerwartetes, dass wir es kaum glauben konnten:  
Der Wagen fuhr plötzlich ganz schnell weiter, bog ein paar Meter weiter rechts ab, kehrte dann in dieser
Nebenstraße sofort um und fuhr, nachdem wir an ihm vorbei  waren, zurück zu der Straße, in die er hatte einbiegen
wollen und verschwand auf Nimmerwiedersehen aus dem Blickfeld unseres Rückspiegels. Unser Schutzengel hat
den Fahrer wohl in seinen Rückspiegel blicken lassen, wo er sehen konnte, in welche Situation er uns gebracht
hatte.  Dass er dann auch noch richtig reagierte, haben wir wohl auch unserem Schutzengel zu verdanken!

Nach dieser Episode, dachte der gute Engel wohl, er könne nun ein wenig ausruhen, denn wo war er, als wir ihn das
nächste mal brauchten?  

Aber ich will der Reihe nach erzählen.  

Wir fuhren durch Selma, der Stadt, von welcher 1965 im Zuge der Bürgerrechtsbewegung die von Martin Luther
King angeführten
Märsche (< - -) nach Montgomery ausgingen. Was uns auf der Durchfahrt auffiel, waren hunderte
(vielleicht auch tausende) von
FEMA (< - -) Campinganhängern die entlang der Durchfahrtsstraße in eingezäunten
Abstellplätzen aufgereiht waren und für $ 3995 zum Verkauf angeboten wurden,  Restbestände der
Notbehausungen nach
Hurrikan Katrina (2005) (< - -).

Am späten Nachmittag erreichten wir Marion, ein Vorort von Meridian im Bundesstaat Mississippi und mieteten uns
auf dem Benchmark Coach & RV Park bis zum 24. August ein.  

Im Highland Park von Meridian steht ein altes
Dentzel Karussell (< - -), erbaut 1896, welches  wir auf unserer
selbstgeführten Stadtrundfahrt besichtigten.  Dieses Karussell  und das Karussell-Haus, in dem es untergebracht
ist, stehen unter Denkmalschutz.  Das Karussell  ist ein seltenes Juwel, denn es ist das einzige "Zwei-Reihen
Dentzel Karussell", das weltweit heute noch existiert                               .  Eine der anderen  Sehenswürdigkeiten
der Stadt ist das Merrehope Haus, ein Meisterwerk viktorianischer Architektur                              .  
Etwa 20 km südlich von Meridian befindet sich der
Causeyville General Store (< - -), ein alter Gemischtwarenladen
von 1895, wo wir uns ein Eis kauften und uns von der betagten Inhaberin das Durcheinander antiquarischer
Gegenstände ein wenig erklären ließen                               .  Das Gebäude hatte in Hurrikan Katrina erheblichen
Schaden erlitten, wie sie uns erzählte und sie war noch nicht dazu gekommen, alles wieder in Ordnung zu bringen.

Als wir am nächsten Tag Meridian verließen, stand uns eine strapaziöse Fahrt auf unglaublich schlechten Straßen
bevor.  Die Autobahn I-20 durch Mississippi und Louisiana ist wohl eine der schlechtesten Autobahnen
Nordamerikas und würde den Autobahnen und Landstraßen, die in der DDR vorzufinden waren, in jeder Hinsicht
Konkurrenz machen!!  An manchen Stellen löste sich der Fahrbahnbelag und rollte förmlich zum Straßenrand,
Schlaglöcher waren an der Tagesordnung, fast an jeder Brücke war eine Baustelle und wir erlebten mitunter das
reinste Wellenreiten.  Mir wurde fast übel.  In Vicksburg überquerten wir den Mississippi Fluß
und auf der anderen Seite liegt der Bundesstaat Louisiana.  Unsere Hoffnung, dass die Autobahn dort besser
würde, erfüllte sich nicht und als wir Monroe, Louisiana erreichten, geschah es: ein Reifen am Wohnmobil platzte
mit viel Qualm und lautem Knall.  (Unserem Schutzengel war unterwegs anscheinend auch übel geworden und er
war deswegen nicht ganz bei der Sache.)  Wir mussten die Polizei anrufen, weil es während des Berufsverkehrs
mitten in der Stadt war und wir auf der Autobahn etwa 20 m zurücksetzen mussten, um an die Ausfahrt zurück zu
gelangen. Zwei Streifenwagen gaben uns Schutz von hinten für dieses Manöver. Der Reifen war auf der
Fahrerseite geplatzt und bei dem Verkehr war nicht daran zu denken, ihn am Straßenrand auszuwechseln.  Der
Standstreifen war zu schmal, denn wir standen auf einer Überführung.  Das alles ereignete sich nur etwa 7 km von
unserem Tagesziel entfernt in West Monroe, Louisiana.  Was der absolute Hammer war, als wir am nächsten
Morgen vor der Weiterfahrt zum Reifenhändler fuhren, um einen neuen Reifen aufmontieren zu lassen, war dann
ein zweiter Reifen auf der Beifahrerseite an der selben Achse des Wohnmobils auch noch platt, als wir dort
ankamen.  Unglaublich aber wahr (und nicht ganz billig).  Als der Reifen platzte, ist einiges kaputt gegangen.  Das
Abwasserrohr war hin, die Verkleidung unter dem Esszimmerfenster hat es weggerissen und alle möglichen
elektrischen Leitungen, die dort verliefen, hat es durchgerissen.  Wir (hauptsächlich Chuck) hatten (und haben noch
immer) einiges zu tun, um alles wieder halbwegs in Ordnung zu bringen.  Bei den Straßenverhältnissen in Louisiana
ist es kein Wunder, dass Reifen es nicht überleben, insbesondere,  wenn es auch noch so heiß ist. Als es passierte,
waren es 41,5 °C.  Das wissen wir so genau, weil der Draht für das Außenthermometer auch durchgerissen wurde
und das Thermometer bei dieser Temperatur stehen geblieben ist. Man sieht überall zerfetzte Reifenteile
herumliegen. Es passiert also auch anderen Leuten.

Nachdem der Reifen gewechselt war, fuhren wir zu unserem Campingplatz und am nächsten Tag, nachdem wir zwei
neue Reifen und einige Ersatzeile für alle weiteren Reparaturen gekauft hatten, fuhren wir weiter bis Bossier City
bei Shreveport, kurz vor Texas.  Wir mieden allerdings die I-20 und fuhren stattdessen auf der US-80
Landstraße, die parallel zur I-20 verläuft, aber es stellte sich heraus, dass die auch nicht besser ist.  Dass die
Leute in diesem Teil von Louisiana solche katastrophalen Straßen in Kauf nehmen, ist unverständlich!  Wir waren
schon vor ein paar Jahren in anderen Teilen von Louisiana und wir können uns nicht erinnern, dass es sooooo schlimm
war!

In Bossier City mieteten wir uns auf einem sehr schönen Campingplatz auf der Barksdale Air Force Base ein und
begannen, unser Wohnmobil wieder auf Vordermann zu bringen.

Fortsetzung folgt…..
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Beginnt in Marietta, Georgia und endet in Bossier City bei Shreveport im Bundesstaat Louisiana
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Georgia, Tennessee, Kentucky, Ohio, Indiana,
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