Der dritte Monat unserer Deutschlandtour begann in jeder Hinsicht sehr erfreulich! Die Sonne schien endlich, die
Temperaturen waren auch angenehmer geworden und wir waren gerade in Seestermühe bei meiner
Internatsfreundin, Karin Vierkant, eingetroffen. Gleich am ersten Morgen hatte sie Freunde aus dem Ort
eingeladen und in fröhlicher Runde verspeisten wir ein wahrlich grandioses Frühstück (siehe Fotos)!
Seestermühe ist ein entzückendes Örtchen, nordwestlich von Hamburg gelegen, und Karin gab sich große Mühe, uns
die herrliche Landschaft und die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung zu zeigen (siehe Fotos). Merlin, ihr Hund,
war meistens mit von der Partie. Er ist ein außergewöhnlich schlauer Bursche und wir hatten viel Freude an ihm.
Karin und ich spielten jeden Abend Scrabble und es wurde meistens recht spät, bevor wir ins Bett gingen. Aber
dafür schliefen wir dann morgens länger.
Am 7. Juni nahmen wir Abschied von Karin und Merlin. Wir fuhren in Hamburg durch den Elbtunnel und das
Hafengelände, bevor wir nach vielen Baustellen über Bremen, Dortmund und Köln, Bonn erreichten, wo uns Elke zu
unserem zweiten Besuch bei ihr erwartete.
Chuck hatte sich vor unserer Reise nach Deutschland so sehr auf ein Zigeunerschnitzel gefreut, aber es war ihm
bis zu unserem Eintreffen bei Elke immer noch nicht gelungen, irgendwo eins auf einer Speisekarte zu entdecken.
Elke ließ es sich nicht nehmen, ihm diesen Herzenswunsch zu erfüllen (siehe Fotos). Wir verbrachten noch einmal
sehr schöne Tage mit Elke und auch Martin, ihr Sohn und dessen Freundin, Anja leisteten uns Gesellschaft, wenn es
ihre Zeit erlaubte. Am 10. Juni ging unsere Fahrt weiter, am Rhein entlang über Koblenz (auf der Rheinbrücke
wurde geblitzt und uns erwischte es), vorbei an der eindrucksvollen Marksburg hoch über dem Rhein (siehe Fotos),
bis Heidenrod-Laufenselden im Taunus. Dort ließen wir uns für die nächsten 2 Wochen in Helgas und Willis
wunderschönem Haus häuslich nieder.
Helga und ich sind befreundet, seit wir uns im zarten Alter von 10 Jahren in Memmingen in der Oberschule
kennenlernten und danach unsere Sturm- und Drangjahre miteinander durchlebten.
Wir wurden nach Strich und Faden verwöhnt, Helga und Willi wechselten sich mit dem Kochen ab, wir ließen es uns
gut schmecken, genossen unseren Aufenthalt und machten schöne Spaziergänge im Taunus. Von Laufenselden aus
besuchten wir unsere ehemaligen Nachbarn in Strinz-Trinitatis (Hünstetten), einmal zum Kaffeeklatsch bei Regine
(siehe Fotos), ein andermal bei Monika und Hubert, nicht zu vergessen die große Fete im Bierzelt (siehe Fotos), die
Birgitta organisiert hatte und zu der alle Nachbarn kamen. Es war genauso schön wie in den „alten Zeiten“, als wir
noch dort wohnten. Wir verbrachten diese Nacht, oder das was nach der Fete noch davon übrig war, bei Birgitta
und Klaus Brinkmann in Strinz.
Am 20. Juni waren wir bei Inge und Günter in Walluff zum Mittagessen eingeladen. Tante Ellen (Günters Mutter)
und Reinhard (Günters Zwillingsbruder) waren schon da, als wir ankamen (siehe Fotos). Es wurde ein sehr schöner,
interessanter Nachmittag und damit diese Seite der Familie auch vollständig vertreten sein würde, riefen wir
Helga in Pueblo, Colorado an, damit sie wenigstens telefonisch mit von der Partie sein konnte. Von Inges
Kochkünsten konnte sie zwar auf diese Weise nichts abbekommen, aber wenigstens war ein kleines Schwätzchen
für sie mit drin.
Am Montag fuhren wir mit Helga nach Wiesbaden zu einem Einkaufsbummel. Wir gingen getrennt unseren
Geschäften nach und wollten uns um 16 Uhr im Café Maldaner (siehe Fotos) treffen. Als Helga um 17 Uhr immer
noch nicht aufgetaucht war, riefen wir Willi an und erfuhren, dass man Helga den Geldbeutel mit sämtlichen
Kreditkarten, EC-Karte, Führerschein, 200 + Euro, etc. aus der Handtasche geklaut hatte, während sie in einem
Schuhgeschäft in der Fußgängerzone ein paar Schuhe anprobiert hatte. Sie mußte zur Polizei und den Diebstahl zu
Protokoll geben und erschien danach noch immer ziemlich aufgelöst im Café, wo wir sie erst mal zu einem Glas
Weinschorle hinsetzten, damit sie sich wieder etwas fassen konnte. Willi hatte in der Zwischenzeit bereits alle
Konten sperren lassen, es konnte also weiter nichts mehr passieren, aber der Gedanke an den Ärger, den ganzen
Papierkram und die Rennerei, um Führerschein, etc. ersetzen zu lassen, war nicht dazu angetan, um
uneingeschränkte Fröhlichkeit aufkommen zu lassen. Aber...., ich will es an dieser Stelle gleich vorweg nehmen:
zwei Tage später rief Karstadt an. Der Geldbeutel war dort im Kaufhaus gefunden worden. Wie sich
herausstellen sollte, fehlte nur das Geld, alles andere war unbehelligt. Kaum zu glauben!!
Es standen in diesen Tagen noch ein paar Besuche an. Einmal zu Nelle, unserem ehemaligen Austauschschüler, der
1986 ein Jahr bei uns in Las Cruces, New Mexico verbrachte und jetzt mit seiner Frau, Tina und zwei Kindern,
Laurenz und Lucie, in Idstein wohnt (siehe Fotos). Dann besuchte ich meine ehemaligen Kollegen bei Abbott (siehe
Fotos), wo mich Silvia in der Kantine zum Mittagessen einlud.
Karin Füllbeck und Isolde Rebscher trafen wir in Kelkheim. Ich kenne die beiden seit meiner Praktikantenzeit bei
den Farbwerken Hoechst. Nachdem wir bei Isolde schon Kaffee, Tee und Kuchen verspeist hatten, fuhren wir zum
Gimbacher Hof, einem herrlichen Ausflugslokal im Taunus und dort wurde weiter gefuttert (siehe Fotos). Am 25.
Juni begann die leidige Kofferpackerei wieder, denn am nächsten Tag mußten wir abfahren. Am Abend luden wir
Helga und Willi in die „Wambacher Mühle“ ein (siehe Fotos), wo wir unser Abschiedsmahl einnahmen und Chuck auf
Sonderwunsch vom Koch noch ein Zigeunerschnitzel zubereitet bekam. Samstag um 14 Uhr hieß es dann Abschied
nehmen (siehe Fotos) und bei herrlichem Sonnenschein verließen wir das gastliche Heim von Helga und Willi. Zwei
Stunden später trafen wir uns mit Dieter Köhler im Gasthaus „Zum Wiesengrund“ in Ludwigshafen (siehe Fotos).
Dieter ist ein entfernter Cousin von Geli und Jeanette, der öfters zu Besuch kam, als wir Kinder waren. Irgendwie
hatte er den Kontakt zur Familie verloren, fand mich aber vor etwa einem Jahr im Internet und setzte sich mit mir
in Verbindung. Es war lustig alte Erinnerungen auszutauschen, vergilbte Fotos anzuschauen und interessant zu
hören, wie sich sein Leben gestaltet hatte. Nachdem wir uns gegen Abend von Dieter getrennt hatten, fuhren wir
direkt nach Ramstein und verbrachten die erste Nacht im Hotel auf der Ramstein Air Force Base, in der Hoffnung,
am nächsten Tag, oder doch wenigstens recht schnell, einen Flug nach Charleston, South Carolina zu bekommen.
Unsere 90 Tage, die wir ohne Visum in Deutschland bleiben durften, neigten sich ihrem Ende zu und wir mußten
schauen, dass wir bald außer Landes kommen würden. Doch wir hatten eine lange Wartezeit vor uns, wie sich
herausstellen sollte. Der Monat ging zuende und wir saßen in Ramstein fest!
Fortsetzung folgt…..




Jedes Nachricht-Eingabefeld im Gästebuch ist auf ca. 250 Buchstaben einschließlich Leerzeichen beschränkt. Für längere Mitteilungen schickt uns bitte eine E-Mail unter: morton@rmortonc.com
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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht Juni 2010
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Reisebericht Juni 2010 Beginnt in Seestermühe bei Hamburg und endet auf dem Flughafen in Ramstein/Pfalz
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