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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht Juni 2009
Unser Reisegebiet
Reisebericht Juni 2009 (beginnt in Lander, Wyoming)
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Am Montagmorgen um 8 Uhr (1. Juni 2009) begannen die Reparaturarbeiten an der Radachse unseres Wohnmobils
in der Werkstatt in Lander, Wyoming, wo wir das Wochenende aufgebockt und mit nur drei Rädern verbracht
hatten. Der Tag begann sonnig und kühl und da wir bei der Werkstatt eher im Weg als hilfreich waren, beschlossen
wir einen Ausflug ins historische Hinterland von Wyoming zu machen. Unser erstes Ziel war der „1838 Rendezvous
Point“ < - - außerhalb von Riverton (siehe Fotoalbum). Die Gedenkstätte war etwas verwahrlost, aber für das
alljährlich abgehaltene Gedenk-Rendezvous, das dieses Jahr vom 1. bis 5. Juli stattfindet, wird alles wieder auf
Vordermann gebracht, wie Bill, unser Radachsenexperte, uns später in der Werkstatt erzählte.
Jim Bridger < - -, Kit Carson < - - und Sacajawea < - -, um einige der bekannteren Persönlichkeiten zu nennen, die
1838 an dem Rendezvous für Pelzhändler teilnahmen, haben dort alle ihr Konterfei in Stein gehauen.
Nach unserem Besuch bei der 1838 Rendezvous Gedenkstätte, fuhren wir auf der US Highway 26 (Nord) durch das
Wind River Indianer Reservat, passierten einen kleinen Ort mit Namen „Morton“ und bogen einige Kilometer danach
ab auf die US Highway 287 (Süd) in Richtung Lander. In Fort Washakie besuchten wir Sacajaweas Grabmal (siehe
Fotoalbum). Fort Washakie dient als Hauptsitz für die Stammesregierung, wo Stammesangestellte die
Alltagsgeschäfte für den östlichen Shoshone-Stamm leiten. Fort Washakie ist außerdem die letzte Ruhestätte von
Häuptling Washakie (circa 1808-1900), dem letzten Häuptling der östlichen Shoshone-Indianer. Fort Washakie
wurde nach einem 1909 außer Dienst gestellten Militärposten des gleichen Namens benannt. Es war das einzige
Fort, dessen Namensvetter ein Indianer ist.
Bevor wir das Indianerreservat verließen, hielten wir bei der Wind River Trading Company, wo Chuck ein Paar
Minnetonka Moccasins fand, nach welchen er schon lange suchte. Ein Ehepaar aus Berlin kam gerade herein, als er
die Schuhe anprobierte und sie kauften auch gleich welche. Wir unterhielten uns eine Weile mit dem Mann, während
seine Frau weiter einkaufte und dann fuhren wir bei Regen zurück nach Lander.
Das Wetter wurde noch schlechter und am nächsten Morgen war es kalt und nass. Das behinderte die Arbeiten an
der Radachse etwas, denn unser Wohnmobil war zu hoch, um in die Werkstatt zu passen und die Reparatur musste
vor dem Gebäude gemacht werden.
Chuck und ich fuhren zum Fremont County Pioneer Museum, das im Mai Reisebericht bereits erwähnte „Wildwest /
Indianerland Heimatmuseum“ (siehe Fotoalbum). Wir waren sehr beeindruckt! Das Museum war erst vor ein paar
Monaten in ein neues Gebäude umgezogen, die Exponate wurden sehr gut zur Geltung gebracht und es gab viele
interessante Dinge zu sehen.
Als wir zur Werkstatt zurückkehrten, war unser Wohnmobil wieder flott. Wir bezahlten die Rechnung, die weitaus
niedriger ausfiel, als wir erwartet hatten und fingen an zu packen, damit wir am nächsten Morgen frühzeitig starten
konnten. Aber dann kamen wir doch nicht so früh weg, denn Bill, der Besitzer der Werkstatt, wollte uns vorher noch
seine Waffensammlung zeigen, die Uhrensammlung seiner Frau, wie auch Haus und Garten. Letzterer war sehr
schön angelegt mit einem Wasserfall und Teich, die von einem Bach gespeist wurden, der durch sein Grundstück
floss. Die Waffensammlung war sehr beeindruckend, mit etlichen edlen Stücken. Aber da wir nichts mit Gewehren
und Pistolen am Hut haben, konnten wir seine Sammlung wahrscheinlich nicht gebührend würdigen.
Um 10:30 Uhr waren wir dann endlich startbereit und bei sehr kühlen Temperaturen und bedecktem Himmel
verließen wir Lander, wo wir 12 Tage verbracht hatten. Über US Highway 26 (Ost) und Wyoming Highway 789
(Nord) ging es zuerst nach Riverton, dann über die etwa 650 Einwohner zählende Kleinstadt Shoshoni und der US
Highway 20 (eröffnet 1924), parallel zur 1913 fertig gestellten Western Pacific Bahnlinie, durch ein enges,
wunderschönes Tal, dem Wind River Canyon, nach Thermopolis. Dort mieteten wir uns für eine Woche in einem
kleinen, privaten Campingplatz ein, mit der Absicht, von dort aus einen Tagesausflug nach Buffalo, Wyoming zu
machen, wo Chucks Vater 1930 gelebt hatte. Aber dann gerieten wir mit den Nachforschungen über Chucks Vater in
eine Sackgasse. Chuck hatte die Geschichtsforscherin des Landkreises, in dem sich Buffalo befindet, angerufen, um
schon etwas Vorarbeit zu leisten. Sie scheint sich schrecklich viel Mühe gegeben zu haben, nach der Liste von
Dingen, die sie angestellt hat, um Adressen oder ähnliches herauszufinden, aber für die Zeitspanne um 1930 fehlen
einige Unterlagen (Brand oder so etwas) und sie konnte uns nicht weiterhelfen. Mit dem Wenigen, das wir hatten,
lohnte sich eine Fahrt nach Buffalo kaum, und somit ließen wir es bleiben. Die Strecke dorthin führt über einen fast
3000 m hohen Pass durch den Bighorn National Forest, die Straße ist sehr kurvenreich mit derzeit vielen Baustellen
und man hatte uns abgeraten, mit dem Wohnmobil diese Strecke zu fahren. Deshalb hatten wir ursprünglich geplant,
eine Tagestour ohne Wohnmobil von Thermopolis aus dorthin zu unternehmen.
Wir genossen unseren Aufenthalt in Thermopolis sehr! Gleich am ersten Tag besuchten wir die Büffel (Bison), die in
den „roten Hügeln“ weideten (siehe Fotoalbum). Das Wetter war zwar etwas wechselhaft und die Temperatur
machte große Sprünge auf und ab, aber das tat unserem Wohlbefinden keinen Abbruch.
Wie der Name „Thermopolis“ schon andeutet, gibt es in diesem Gebiet Thermen. Im Hot Springs State Park ist „ Big
Spring“ die weltweit größte Thermalquelle. Einst ein Teil des Wind-River-Indianerreservats (Heimat der östlichen
Shoshone- und Arapahoestämme), verkaufte der bereits erwähnte Häuptling Washakie 1897 die heißen Quellen an
die US Regierung für $60.000 unter der Bedingung, dass freier Zugang der Quellen für die Allgemeinheit für
immer gewährleistet bleibt. Der Staat Wyoming hält sich an diese Bedingung, indem eines der drei
Badeeinrichtungen im Park, das öffentliche, staatliche Badehaus, gebührenfrei ist.
Zwei Konzessionäre betreiben Thermalbecken komplett mit Wasserrutschen, Spa-Anlagen und Bräunungsliegen. Es
überrascht nicht, dass jede dieser Einrichtungen unterschiedliche Kundschaft anlockt. Familien mit Kindern ziehen
die Freizeit- Spaßbäder der Konzessionäre vor, während diejenigen, die Entspannung suchen, sich für das staatliche
Badehaus entscheiden. Wir wurden schnell zu Stammgästen in Letzterem und ließen keinen Tag vergehen, während
wir in Thermopolis waren, ohne wenigstens einmal in die heißen Fluten einzutauchen.
Die Anlagen sind für europäische Verhältnisse wohl eher bescheiden, aber der Massentourismus von Wyoming
konzentriert sich hauptsächlich auf den Yellowstone Nationalpark und bei einer Einwohnerdichte von ca. 2 Personen
pro km² in einem Gebiet etwa so groß wie Großbritannien sind größere Investitionen dieser Art in dieser Gegend
wahrscheinlich nicht rentabel. Wäre Europa so dünn besiedelt wie Wyoming, dann wären die Badelandschaften
wahrscheinlich auch nicht so fantastisch, wie viele sind.
Als wir am Tag vor unserer Abreise wieder im Thermalbecken saßen, gesellte sich das Ehepaar aus Berlin zu uns,
das wir am 1. Juni in der Wind River Trading Company in Fort Washakie (155 km entfernt von Thermopolis)
kennergelernt hatten. Die Berliner waren in Begleitung einer alten Dame, Anneliese Domhoff < - - , einer
Keramikkünstlerin, die aus Ostpreußen stammt und seit über 30 Jahren in Thermopolis lebt. Am Nachmittag fuhren
wir zu ihrem Atelier, um uns ihre Werke anzusehen, kauften auch ein paar Kleinigkeiten und lernten bei dieser
Gelegenheit ihren Sohn Stephan kennen, der als erster Amerikaner in Höhr-Grenzhausen im Westerwald eine
Ausbildung in der Töpferei absolvierte und seit ein paar Jahren den Betrieb in Thermopolis übernommen hat.
Lobo gefiel es auch in Thermopolis. Auf dem Campingplatz hatte er gleich zwei neue Freunde, die ihn mehrmals am
Tag besuchen kamen: der Hund und die Katze des Campingplatzeigentümers. Die Katze legte sich sogar nicht weit
entfernt von Lobo ins Gras und machte dort ihre Nickerchen. Lobo hatte keine Einwände. Wir konnten es kaum
glauben.
Am 10. Juni fuhren wir weiter nach Cody, Wyoming, nachdem wir den Thermalquellen am Morgen noch einen letzten
Besuch abgestattet hatten. Der Abschied fiel schwer!
Cody liegt im Nordwesten von Wyoming, nahe dem Yellowstone Nationalpark, den wir bereits vor drei Jahren
ausgiebig erkundet hatten. Diesmal wollten wir uns auf Cody konzentrieren. Die Stadt bezeichnet sich selbst als
Rodeo „Capital of the World“ („Rodeo-Hauptstadt der Welt“). Unser Campingplatz war dann auch ganz in der Nähe
des Rodeo Stadions und jeden Abend konnten wir den Rummel über die Lautsprecher hören. Von einem
Rodeobesuch sahen wir ab; das ist keine Art der Unterhaltung, an der wir Gefallen finden.
Die Stadt wurde 1896 gegründet von „Buffalo Bill Cody“, der mit seiner „Buffalo Bill's Wild West Show“ 1898/90
auch in Deutschland gastierte und dort Zuschauerrekorde aufstellte.
Wir blieben eine Woche in Cody und nach einem Zahnarzt- und Arztbesuch von Chuck, wie auch einem gemeinsamen
Besuch ins Sierra Trading Post Outlet, wo wir Calida Schlafanzüge zu unglaublich günstigen Preisen erstanden,
widmeten wir die übrige Zeit etlichen der Attraktionen, die Cody für Touristen zu bieten hat (siehe Fotoalbum):
1. Old Trail Town: eine Ansammlung authentischer Gebäude und Relikte der Wyoming Frontierzeit. Der
Lokalhistoriker, Bob Edgar, erbaute diese Western-Stadt, indem er 26 Gebäude, die zwischen 1879 und 1901 in der
Umgebung errichtet worden waren, an die Stelle verlegte, wo sich der ursprünglich „Cody City“ genannte Ort
befand. Zugang zu gutem Trinkwasser war wohl einer der Gründe, weshalb sich die Stadt dann ein paar Kilometer
östlich entwickelte und ab 1895 den Namen „Cody“ trug.
2. Wildwestshow in Cody: Vor dem historischen Hotel Irma, von Buffalo Bill Cody 1902 erbaut, findet täglich um
18:00 Uhr eine Western-Show statt. Auf der abgesperrten Straße stehen für die Vorführung Kulissen. Die Stars
werden mit Nationalhymne vorgestellt und nach Begrüßung der Zuschauer und Unterteilung derselben nach
verschiedenen Kategorien, wie Ältester, Weitgereisteter, Jüngster, Ausländer und Soldat beginnt eine
Westernvorführung mit Gunfight, Schlägerei und viel Revolverknallen. Unter Beifall der Zuschauer, die in die
Vorführung mit eingeschlossen werden, läuft das Programm ab. An dem Abend, als wir der Vorführung beiwohnten,
hatte ein Autofahrer aus Kalifornien sein Auto nicht rechtzeitig weggefahren und es stand somit „mitten auf der
Bühne“ (siehe Fotoalbum). Nachdem sich der Besitzer auch nach mehrmaligen Aufrufen nicht gemeldet hatte, wurde
das Auto nicht etwa abgeschleppt, sondern kurzerhand mit in die Vorführung aufgenommen. Es wurde „in die Reifen
geschossen“, „erschossen“, die Bösewichte wurden aufgefordert es mitzunehmen, als sie aus der Stadt verwiesen
wurden, konnten es aber nicht mitnehmen, denn der Oberbösewicht machte den Sheriff darauf aufmerksam, dass
er keine Ahnung habe, wie man so ein Ding fährt (verständlich, denn es war ja achtzehnhundert irgendwas im Wilden
Westen).
3. Buffalo Bill Dam < - - (siehe Fotoalbum)
4. Cody Trolley: eine Stadtrundfahrt zu allen Sehenswürdigkeiten in einem Bus, der wie eine alte Straßenbahn
..............aussieht.
5. Das Buffalo Bill Museum < - - (siehe Fotoalbum)
6. Das Irma Hotel (siehe Fotoalbum), wo wir auch zum Abendessen gingen.
7. Heart Mountain War Relocation Center < - -, ein Internierungslager während des 2. Weltkriegs für fast
11000 japanischstämmige Amerikaner, die dort in 450 Baracken untergebracht waren. Nur vier der Gebäude stehen
noch. 1977 wurde eine Gedenkstätte auf dem Gelände errichtet und seit 2006 ist es ein National Historic
Landmark < - - (siehe Fotoalbum).
8. Das Old West Miniature Village & Museum <- - (Englisch). In der Mitte eines riesigen Raums hinter dem
Trading Post mit dem typischen Touristenramsch, befindet sich ein 650 qm großes Diorama aus der Wyoming und
Montana Geschichte. Es ist das Lebenswerk des Eigentümers Jerry Fick, der mit unzähligen Modellfiguren, Tieren,
Gebäuden, Pappmacheelandschaften, bemalten Hintergründen und einer elektrischen Eisenbahn, die der Besucher
betätigen kann, 66 historische Szenen des 17. - 19. Jahrhunderts in Schaukästen darstellt. An den Außenwänden
des Raumes befinden sich weitere Schaukästen mit einer Ansammlung indianischer Kunstprodukte wie auch
Exponate aus der Pionierzeit und ausgestopfte wilde Tiere aus der Region.
Damit beendeten wir unsere Besichtigungen von Codys Sehenswürdigkeiten und am nächsten Tag (18. Juni) fuhren
wir bei regnerischem, kühlem Wetter weiter in Richtung Norden. Auf der Wyoming Highway 20 erreichten wir den
Bundesstaat Montana und 70 km weiter Billings < - -, die größte Stadt in Montana (nicht die Hauptstadt; „Helena“ ist
die Hauptstadt von Montana).
Wir erledigten mehrere Einkäufe in verschiedenen Geschäften und ließen uns dann für die Nacht auf dem Wal-Mart
Parkplatz nieder. Nun waren wir so weit nördlich, dass unsere Satellitenverbindung fürs Internet nicht mehr
funktionierte und wir mussten unseren Anbieter verständigen, damit man uns auf einen anderen Satelliten
umschaltete. Nachdem dies erledigt war, fuhren wir am nächsten Tag weiter bis Roundup, einer kleinen Ortschaft
nördlich von Billings, wo wir für eine Woche einen Stellplatz auf dem dortigen Campingplatz reserviert hatten. Wir
wollten eine Verschnaufpause einlegen, um Post nachschicken zu lassen, ein paar Sachen im Internet zu bestellen
und zuschicken lzu assen und um etwas zu faulenzen. Als wir in Roundup ankamen, erwies sich der Campingplatz als
nicht zumutbar! Kein für Campingplätze üblicher Stromanschluss, keine Möglichkeit Abwasser zu entsorgen und
kaum Platz zu parken. So einen Stellplatz kann man mal zum einmaligen Übernachten in Kauf nehmen, aber nicht,
wenn man eine ganze Woche bleiben will. Wir lehnten dankend ab und fuhren weiter. 70 km weiter nördlich ist
Grass Range, ein kleiner Ort (141 Einwohner) mit einem Truckstop am Highway. Als wir vorbeifuhren, bemerkte ich
ein Campingschild neben der Tankstelle und wir beschlossen, uns den Campingplatz mal anzuschauen. Das war einer
dieser Glückstreffer! Wir fanden ein schattiges Plätzchen mit schönem, grünem Gras, Kanalisationsanschluss am
Stellplatz, Stromanschluss ausreichend, um sämtliche elektrische Geräte vom Toaster, Fernseher, Heizöfchen,
Mikrowelle, etc. etc. über die Klimaanlagen im Schlafzimmer und Wohnbereich alle gleichzeitig laufen zu lassen, der
Wasserdruck war auch gut und wir hatten den Campingplatz meistens für uns ganz allein. Die anderen acht
Stellplätze waren fast nie belegt und wenn doch mal einer kam, dann nur für eine Nacht. Man war auch nicht so
pingelig, was die Bewegungsfreiheit von Hunden anging und Lobo musste nicht ständig an der Leine sein. Der
Campingplatzmanager war ganz vernarrt in Lobo und kam ihn jeden Tag besuchen.
Da wir in Billings in der Apotheke erfahren hatten, dass wir erst am 10. Juli Nachschub für unsere rezeptpflichtigen
Medikamente bekommen können (irgend eine Bestimmung, damit man nicht hordet) und es etwas kompliziert aussah,
die Medikamente in der Apotheke in Kanada zu bekommen, hatten wir beschlossen, mit dem Grenzübertritt bis zum
10. Juli zu warten. Grass Range ist 270 km von der kanadischen Grenze entfernt. Der Ort hat ein Postamt, da
konnte Michael uns unsere Post nachschicken (postlagernd) und einen kleinen Laden mit den nötigsten Lebensmitteln
gibt es auch. Somit hatten wir unser vorläufiges Ruheplätzchen gefunden!
Das Wetter war recht unbeständig in den darauffolgenden Tagen. Meist kühle Temperaturen, dann mal ein sehr
heißer Tag dazwischen, oft Regen und viele, manchmal sehr heftige Gewitter.
Lewistown, ein 50 km entferntes Städtchen, hat einen richtigen Supermarkt. Dort fuhren wir am 25. Juni zum
Großeinkauf. Ansonsten blieben wir in Grass Range, wo das Leben meist gemächlich seinen Gang geht. Allerdings
war viel los an unserem ersten Wochenende dort; da war ein Country & Western Jamboree im Saloon. Ich bin mal
mit Lobo vorbei gegangen, aber das Gejodel war nicht so nach meinem Geschmack. An einem anderen Abend ging
dann aber so richtig die Post ab in Grass Range!! Ein ellenlanges Tieflader-Transportfahrzeug war mit seiner
Ladung auf der Zufahrtsstraße zwischen dem Parkplatz vor unserem Campingplatz und dem Parkplatz auf der
anderen Straßenseite aufgesessen. Scheinbar wollte der Fahrer in die Tankstelle vor unserem Campingplatz, ist zu
früh von der Hauptstraße runter und wollte dann von Parkplatz zu Parkplatz gerade rüber über die Landstraße, die
hier in die Hauptstraße einmündet. Da die Straße aber etwas höher liegt, als die beiden Parkplätze, ging das
Manöver ziemlich in die Hose, da seine Ladefläche so tief lag. Es dauerte Stunden, bis sie nach langem Hin und Her
mit einer hydraulischen Hebevorrichtung das Ding hoch genug gekurbelt hatten, um den Transporter wieder flott zu
kriegen und bis die Kreuzung wieder frei war. Davon werden die 141 Einwohner von Grass Range, Montana noch
lange sprechen! Leider haben wir kein Foto von dem Vorfall gemacht, aber der Transporter sah so ähnlich aus, wie
der, den wir im Juni 2007 in Illinois aufgenommen haben. (Siehe: http://www.rmortonc.com/images/Illinois_005a.
jpg)
Und wenn es denn schon hat sollen sein, dass dann, kurz nachdem wir uns in Grass Range häuslich niedergelassen
hatten, der Laptop kaputt ging (Festplatte), wie auch der Hebel an der Wasserspülung in der Toilette (=große
Überschwemmung!), eine Windböe während eines Gewitters die Verankerung der Satellitenschüssel für TV aus dem
Erdboden riss und die Schüssel kaputt ging als sie auf der Erde landete, dann war es doch gut, dass diese Dinge
passierten, während wir eine Reisepause machten und nicht während wir unterwegs waren oder durch Kanada
gondeln.
Der Monat klang aus mit Warten auf eine neue Festplatte, Ersatzteile für die Spülvorrichtung an der Toilette und
Chucks Versuchen, die Satellitenschüssel zusammenzuflicken. Aber die Stimmung ist weiterhin gut!
Fortsetzung folgt…..


