Ein regnerischer 1. Mai bot sich nicht für einen Wohnungsumzug an, aber unsere Nichte Krissi zog in Augsburg in
ihre neue Wohnung und wir halfen dabei.  Dass sie dabei in die Krallen einer höchst unangenehmen Vermieterin
geriet, stellte sich dann gleich am nächsten Tag heraus, aber das ist eine andere Geschichte.

Tags darauf waren wir zum Mittagessen bei Doris, einer ehemaligen Internatsfreundin, eingeladen (siehe
Fotoalbum).  Sie wohnt in einer schönen Wohnanlage mit Park, mitten in der Stadt und obwohl es Sonntag war,
erwies sich das Parken als Problem.  Wir fuhren durch die engen Straßen der Altstadt, um einen Parkplatz in ihrer
Nähe zu finden und nach längerem Suchen standen wir dann ganz plötzlich vor mehreren unbesetzten Parkplätzen,
die nicht mal als „Privatparkplatz“ oder „nur mit Parkuhr“ oder Ähnlichem beschildert waren.  Wir parkten, stiegen
aus und sahen uns etwas verunsichert um, denn auf irgendwelche Knöllchen waren wir nicht erpicht.  
Aus dem Fenster eines älteren Hauses, das wie ein Mehrfamilienhaus aussah (siehe Fotoalbum) und auf der
gegenüberliegenden Straßenseite lag, rief mir eine weibliche Stimme etwas zu, das ich nicht verstehen konnte.  Ich
spannte meinen Regenschirm auf und mit diesem in der einen Hand und dem Blumenstrauß, der für Doris bestimmt
war, in der anderen, ging ich über die Straße.   Das freibusige, stark geschminkte, ältere Mädchen, das sich aus
dem Fenster lehnte, wollte wissen, ob wir beabsichtigten über Nacht dort zu parken, denn das ginge nicht, wie sie
mich wissen ließ, weil das der Parkplatz vom Puff sei.  Ich versicherte ihr, dass wir nicht beabsichtigten, dort die
Nacht zu verbringen.  Darüber war sie sichtlich erfreut und sie bot sich an, meinen Regenschirm zu reparieren, da
sich dieser etwas verheddert hatte.  Ich reichte ihn zu ihr hoch, sie behob den Schaden, wir wechselten noch ein
paar freundliche Worte und damit endete mein Zusammentreffen mit einer der „Damen der Nacht“ aus dem
Augsburger Puff in der Hasengasse.

Als wir bei Doris ankamen, war die Freude unsererseits groß, als wir dort auch Bärbel, ihren Mann, Ditmar und
Hund, Askan (siehe Fotoalbum) aus München antrafen. Bärbel war auch mit Doris und mir im Internat gewesen und
Doris hatte sie mit eingeladen, um Chuck und mich zu überraschen.  Das war ihr voll gelungen!  Wir wurden alle
großartig von Doris verköstigt (sie war, bevor sie in den Ruhestand ging, die Besitzerin der „Sieben Schwaben
Stuben“ in Augsburg gewesen und ist eine ausgezeichnete Köchin). Es wurde ein sehr netter Nachmittag, den wir
ausschließlich bei Doris verbrachten, da es ununterbrochen regnete und wir deshalb nicht, wie ursprünglich geplant,
an den Festivitäten des Augsburger Frühlingsfestes teilnehmen konnten.

Am Montag besuchten Jeanette und ich die Oma im Krankenhaus in Krumbach und da Krissi zwischenzeitlich auch im
Krankenhaus, allerdings in Augsburg, gelandet war, besuchten Chuck und ich sie dort am Dienstag (siehe
Fotoalbum).  Am 7. Mai feierten wir Jeanettes 54. Geburtstag (siehe Fotoalbum) und am 9. Mai war Muttertag,
den wir mit Oma, die zwischenzeitlich aus dem Krankenhaus entlassen worden war, und Tante Anna im Altersheim in
Babenhausen feierten.  Anschließend fuhr die gesamte Familie (außer Oma und Tante Anna) von Babenhausen aus
nach Obenhausen ins Gasthaus „Zur Blauen Traube“, wo wir alle zum Abendessen einluden (siehe Fotoalbum).  Nur
Tim war leider nicht mit von der Partie, da seine Band ein Engagement hatte.

Wir verabschiedeten uns von Jeanette und Klaus und verließen Diedorf am 11. Mai, um zu Bärbel und Ditmar nach
München-Solln weiter zu fahren.
Gleich am nächsten Tag machten wir einen Ausflug mit der U-Bahn in die Innenstadt von München, wo wir mit Bärbel
bummeln gingen (siehe Fotoalbum).  Am Viktualienmarkt besuchten wir ein Cafe und danach schlenderten wir über
den Marienplatz, an der alten Residenz vorbei bis zur Feldherrnhalle. Die Rückfahrt nach Solln wurde etwas
abenteuerlich!  Rauch in einem U-Bahnschacht machte einen Feuerwehreinsatz erforderlich, unsere U-Bahn fuhr
nicht weiter und alle Passagiere wurden aufgefordert auszusteigen.  Da gleichzeitig gerade der ökumenische
Kirchentag in München begann, waren viele Straßen gesperrt und der Verkehr auf den Straßen bewegte sich nur
noch im Schneckentempo, wenn überhaupt.  Taxis waren kaum zu bekommen und als wir endlich eines fanden,
konnten wir den Fahrer erst nach längerem, gutem Zureden dazu bewegen, wenigstens einen Versuch zu machen,
uns zu der U-Bahnhaltestelle zu bringen, wo Bärbels Auto geparkt war.  Mit Müh‘ und Not und großem Umweg
schafften wir es dann aber doch. Bärbel kam gerade noch rechtzeitig heim, um sich fertig zu machen, denn sie und
Ditmar hatten am Abend eine Einladung.  Anja, die Tochter der beiden, holte sie ab und bei dieser Gelegenheit
lernten wir dann auch die kleine Helena, das Enkelchen, kennen.  Askan blieb mit uns daheim und freute sich, dass
er Gesellschaft hatte.

Wir blieben noch bis zum 16. Mai in München, besuchten mit Bärbel und Ditmar während unseres Aufenthalts auch
Anjas wunderschönes, neues Haus, unternahmen einen Spaziergang an der Isar entlang (siehe Fotoalbum), machten
alle miteinander einen nächtlichen Ausflug in die Stadt, wobei wir am Marienplatz bei einer Kerzen beleuchteten
Abendandacht des ökumenischen Kirchentags für ein Weilchen zuhörten und auch Gelegenheit hatten, den Saal des
alten Rathauses zu besichtigen (siehe Fotoalbum).  Am Hofbräuhaus schlenderten wir der Vollständigkeit halber
auch vorbei, gingen aber nicht hinein.  An einem der anderen Tage fuhren Chuck und ich alleine in die Stadt und
besuchten u.a. das Valentin Museum im Isartor (siehe Fotoalbum).  Daran schloß sich ein Einkaufsbummel, dem ein
Abendessen im Museumsstüberl (www.museumsstueberl.de) des Bier- und Oktoberfestmuseums folgte.  
Letztderes befindet sich im ältesten, noch erhaltenen Bürgerhaus von München, mit Bauteilen aus der Zeit um
1340.  Seit 2005 befindet sich das Museum in diesem Gebäude.  Die letzte Nacht verbrachten wir alleine in
Bärbels und Ditmars Wohnung, da die beiden nach Österreich zu einer Geburtstagsfeier gefahren waren und auch
dort übernachteten.  

Am Sonntag verließen wir München bei regnerischem, kaltem Wetter und fuhren über die A99, A9 und A93 über
Regensburg bis Mantel in der Oberpfalz.  Um aus München herauszukommen, mussten wir uns sehr in Geduld üben,
denn der Kirchentag war zu ende, was bedeutete, dass rund um München alles im Stau stand.

In Mantel besuchten wir Harald, ein entfernter Cousin von Jeanette und Geli, die mit ihm mütterlicherseits
verwandt sind.  Wir wurden von Harald und seiner Frau, Renate aufs herzlichste empfangen und verköstigt.  Wir
lernten auch ihre Jungs, Johannes, Fabian und Felix (siehe Fotoalbum) kennen und verbrachten einen netten Abend
mit der Familie.  Es wurden alte Familienfotos angeschaut und wir plauderten bis spät in die Nacht.  Am nächsten
Morgen ging unsere Reise weiter, nachdem wir vorher noch auf dem nahe gelegenen US Truppenübungsplatz in
Grafenwöhr ein paar Besorgungen im Commissary erledigt hatten.  Über Hof, Plauen und Chemnitz erreichten wir
gegen 15 Uhr Dresden, wo wir uns für die nächsten zehn Tage bei Usch, der besten Freundin meiner verstorbenen
Mutter, einquartierten.

Dresden ist eine wunderschöne Stadt mit unglaublich vielen Sehenswürdigkeiten!  
Einige davon kannten wir schon von früheren Besuchen, deshalb ging unser erster Ausflug zu einer neuen
Sehenswürdigkeit:  Das
„Asisi Panometer“, einem 360-Grad-Panoramagemälde mit dem Titel „1756 Dresden“,
welches im ehemaligen Gasometer ausgestellt ist.  Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis!  Dem wieder erbauten
Residenzschloß, wo das neue „Grüne Gewölbe“, die Türkencammer und die staatliche Kunstsammlung Dresden
untergebracht sind, widmeten wir uns am zweiten Tag.  Am 20. Mai fuhren wir nach Bad Brambach, wo meine
Mutter bis zu ihrem Tod 1992 wohnte.  Dort besuchten wir Brunhilde und Wolfgang, Freunde meiner Mutter (siehe
Fotoalbum). Bevor wir Bad Brambach verließen, machten wir noch einen Abstecher zu Christel und Roland (siehe
Fotoalbum).  Christel war meine Spielkameradin, wann immer ich als Kind meine Mutter besuchte.

Am Vorabend des Pfingstfestes besuchten wir ein Konzert in der Kreuzkirche (siehe Fotoalbum), Pfingstmontag
fuhren wir nach Schloss Pillnitz (siehe Fotoalbum) und für Dienstagabend hatten wir Karten zum Bachzyklus V,
„Dritter Teil der Clavierübung“ mit Matthias Grünert an der Orgel.  Das Konzert fand in der Frauenkirche statt
(siehe Fotoalbum).  

Die neuen Einkaufszentren in der Umgebung von Dresden luden zum Bummeln ein und der „Elbepark“ gefiel uns
besonders gut.  Am 27. Mai luden wir Usch zum Abschiedsessen im „Homage“ am Wasaplatz ein und Tags darauf
brachen wir in Richtung Berlin auf.

Die Fahrt ging bei miesem Wetter durch die Niederlausitzer Heide (Brandenburg) und das Lausitzer Seenland.  In
Berlin angekommen, fuhren wir zuerst zu unserer Hotel-Pension und brachten die Koffer aufs Zimmer.  Chuck
legte sich etwas hin, während ich Blumen für Dorle besorgte.  Dorle ist pensionierte Architektin und auch eine
ehemalige Freundin meiner Mutter.  Sie erwartet uns bereits in ihrer Wohnung auf der Köpenicker Straße und
nachdem wir mit Kaffee/Tee und Kuchen bewirtet worden waren und eine Weile miteinander geplaudert und
erzählt hatten, gingen wir zu Fuß in ein italienisches Restaurant auf der Annenstraße, das „Cavaliere“ (siehe
Fotoalbum).  Während des Abendessens sahen wir durchs Fenster einen Fuchs, der draußen im Gebüsch und unter
den Tischen nach etwas zu Fressen suchte.  Und das mitten in Berlin!  Nach dem Essen begleiteten wir Dorle
zurück zu ihrer Wohnanlage, verabschiedeten uns auf dem Parkplatz und kehrten zu unserem Hotel zurück.  Diese
erste Nacht in Berlin schliefen wir beide sehr schlecht, aber das vielseitige, tolle Frühstücksbuffet am nächsten
Morgen hob dann unsere Stimmung wieder.  Es war ein sonniger, warmer Tag und wir zogen los, um die Stadt zu
besichtigen (siehe Fotoalbum).  Der neue Hauptbahnhof, der Regierungsbezirk (ehemaliger alter Reichstag), das
Brandenburger Tor und die Museumsinsel waren nur einige der Sehenswürdigkeiten, die wir uns anschauten.  Tags
darauf besuchten wir das Museum
„Topografie des Terrors“. Das nur wenige Wochen vorher eröffnete neue
Museumsgebäude befindet sich neben einem Mauerrest der Berliner Mauer an der Niederkirchner Straße. Die
„Topographie des Terrors“ ist ein seit 1987 bestehendes Projekt in Berlin zur Dokumentation und Aufarbeitung
des Terrors der Nationalsozialisten in Deutschland. Ganz in der Nähe liegt „Checkpoint Charlie“ (siehe Fotoalbum)
und von dort aus fuhren wir nach Schloss Charlottenburg (siehe Fotoalbum) und zu Gene, meinem ehemaligen Chef,
als ich bei der Firma Abbott in Wiesbaden arbeitete.  Er ist Amerikaner, lebt seit seinem Medizinstudium in
Deutschland und seit einigen Jahren in Berlin.  Zu unserem Wiedersehenstreffen hatte er mehrere Gäste geladen:
Freunde, Nachbarn, wie auch eine Kollegin (siehe Fotoalbum) und in fröhlicher Runde verzehrten wir eine leckere
Lachs-Spargel-Lasagne, Kreation von Chefkoch, Gene!

Am nächsten Tag war es wieder kalt und regnerisch.  Wir verließen Berlin kurz nach  10 Uhr und steuerten
Hamburg an.  Am Nachmittag erreichten wir Seester bei Elmshorn, etwas nordwestlich von Hamburg, wo wir Karin
(nebst Bärbel in München und Doris in Augsburg, die dritte meiner Internatsfreundinnen) aufsuchten.

Damit endete der Mai und wie es weitergeht, erfahrt Ihr nächsten Monat.


Fortsetzung folgt…..
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