Der März begann mit einem sonnigen Tag, aber für Florida viel zu kalt (12° C um 10 Uhr vormittags, aber auch am
Nachmittag stieg die Temperatur nur leicht an). Am nächsten Morgen (Dienstag, 2. März) war es dann etwas
wärmer (18°C um 10 Uhr vormittags, aber dafür war es bis Mittag windig und regnerisch). Irgendwie hatten wir
uns das Wetter in Florida freundlicher vorgestellt!!
Am Nachmittag besuchten wir Christian in seinem Mobilheim, in welches er kürzlich umgezogen war. Sein Haus in
Cape Canaveral vermietet er, da es ihm zu groß geworden war. (Wir berichteten von unserem ersten Wiedersehen
mit Christian im Februar Reisebericht.) Er bot uns selbstgebackenen Kuchen und einen deutschen Apfelstrudel von
Aldi an und beides war sehr lecker. Dazu tranken wir Tee und Kaffee, je nach Wunsch. Wir lernten Christians
Freund, Russ, kennen (siehe Fotoalbum) und Christian zeigte uns seinen antiken Straßenkreuzer, ein Buick, Baujahr
1976 (siehe Fotoalbum), den er herrichten lassen und dann nach Deutschland verschiffen will. Nachdem Russ
heimgegangen war, fuhren wir mit Christian zu unserem Campingplatz auf der Patrick Air Force Base. Christian
parkte seinen Wagen (nicht den Straßenkreuzer) auf einem Parkplatz vor dem Tor der Base und stieg dann bei uns
zu. Er kam problemlos mit seinem abgelaufenen Florida Führerschein durchs Tor. Nachdem wir Christian unser
rollendes Heim gezeigt hatten, gab es Abendessen. Die Vorspeise bestand aus Tortilla Chips mit Chile con Queso.
Als Hauptgericht gab es Enchiladas mit Salat, gefolgt von Käsekuchen und/oder roter Grütze zum Nachtisch. Nach
dem Essen fuhren wir Christian zurück zu seinem Auto.
Der 3. März verlief wenig spektakulär, Chuck arbeitete an der Einkommenssteuer für das vergangene Jahr und
danach erledigten wir ein paar Einkäufe. Aber für Donnerstag hatten wir wieder Interessanteres vor: eine
Einladung zum Lunch bei Helen und Jim Mosby, unseren ehemaligen Nachbarn aus Stafford, Virginia (siehe
Fotoalbum). Es war schön, die beiden wiederzusehen! Jim fungierte als Chef in der Küche und wir kamen in den
Genuss von herrlichen Shrimps Alfredo mit Pasta, Gemüse und Salat. Zum Nachtisch gab es Kaffee / Tee und
Aniskuchen. Helen und Jim wohnen ganz in der Nähe vom Kennedy Space Center und können von ihrem
Wohnzimmerfenster aus die Space Shuttle Flüge beobachten. Wir verbrachten nette Stunden miteinander und
nachdem wir uns im Laufe des Nachmittags von den beiden verabschiedet hatten, machten wir noch eine
Ausflugsfahrt über US Highway 1 (Süd) bis Wabasso und dann über Orchid und Highway A1A (Nord) auf den
Barrier Islands zurück zur Air Force Base. Unterwegs hielten wir an und gingen am Strand spazieren (siehe
Fotoalbum) und besuchten den Sebastian Inlet State Park, wo wir uns Prospekte für Florida State Park Camping
besorgten.
Für Freitag hatten wir eine Bootsfahrt gebucht (siehe Fotoalbum), auf welcher man normalerweise Delfine und
Seekühe zu sehen bekommt. Aber das Wetter war zu kalt und die meisten dieser Tiere hatten sich in wärmere
Gewässer begeben. Außer verschiedenen Vögeln, teilweise auf den Bäumen der Mangroveninseln nistend, bekamen
wir nur zwei Delfine zu Gesicht und diese kamen kaum aus dem Wasser, um sich fotografieren zu lassen. Die Luft
war ihnen wohl zu kalt.
Samstag, 6. März nahmen wir an einer Busfahrt zur Cape Canaveral Air Force Station (< - - bitte anklicken) teil
(siehe Fotoalbum). Dieses Raketenstartgelände ist gewissermaßen der Vorläufer des angrenzenden Kennedy
Space Center Weltraumbahnhofs der NASA. Seit 1968 starten alle bemannten Weltraumflüge vom Kennedy Space
Center, unbemannte Starts für Kommunikationssatelliten, etc. finden weiterhin von Cape Canaveral Air Force
Station statt.
Am nächsten Morgen verließen wir Patrick Air Force Base and verlegten unseren Standort für eine Nacht nach
West Cocoa, wo wir am Montagmorgen einen Werkstatttermin für einige Wartungsarbeiten am Wohnmobil hatten.
Die Werkstatt hatte mehrere Stellplätze mit elektrischen Anschlüssen für ihre Kunden mit Wohnmobilen und somit
waren wir gleich am Morgen zur Stelle, als der Betrieb aufmachte. Während das Wohnmobil in der Werkstatt war,
besuchten wir das Kennedy Space Center (siehe Fotoalbum). Um 17 Uhr holten wir unser Wohnmobil ab und fuhren
über Orlando nach Leesburg, wo wir einen Campingplatz mit allen Anschlüssen (Wasser, Abwasser und Strom)
reserviert hatten. Wir kamen erst nach Dunkelheit an, aber der Geschäftsführer des Campingplatzes war uns
behilflich rückwärts um mehrere Ecken einzuparken und wir waren sehr erfreut, als wir am nächsten Morgen
hinausschauten und den schönen Blick vor unserer Tür entdeckten:
Die ersten beiden Tage in Leesburg widmete ich hauptsächlich der großen Wäsche. Wir hatten seit dem 23.
Februar keinen Stellplatz mit Abwasseranschluss gehabt und konnten deshalb die Waschmaschine nicht benützen.
Die Betten mussten abgezogen werden und auch sonst war der schmutzige Wäscheberg ziemlich angewachsen.
Chuck musste unsere tragbare Satellitenschüssel fürs Internet aufbauen, weil die automatische auf dem Dach
direkt unter einem Baum mit dichten Ästen stand und wir keinen Empfang bekommen konnten.
Donnerstagnachmittag wollten wir uns mit Virginia Farmer treffen. Sie ist die Schwester unseres guten Freundes
Dick, der in Las Cruces, New Mexico wohnt. Er hatte das Treffen mit ihr schon abgesprochen und uns alle „in
absentia” zum Essen eingeladen.
Wir hatten uns für 14 Uhr mit ihr verabredet, aber sie rief kurz vorher an, um uns mitzuteilen, dass für das ganze
Gebiet eine Tornado Warnung herausgegeben worden war. Wir schalteten sofort den Fernseher an und verfolgten
den Wetterkanal. Es sah ziemlich schlimm aus. Draußen goss es in Strömen und auf dem Wetterkanal konnten wir
beobachten, wie ein massives Sturmtief über die Mitte Floridas vom Golf zum Atlantik zog und an allen Ecken und
Enden Tornados auslöste. Mobilheime, Wohnmobile und Autos sind so ungefähr das Gefährlichste, worin man sich
bei einem Wirbelsturm aufhalten kann und in unserer Nähe war kein festes Gebäude, worin wir hätten Zuflucht
suchen können, gemäß den Angaben, die der Wetterkanal immer wieder herausgab. Wir konnten nur hoffen, dass
keiner der Tornados um uns herum gerade bei uns nieder gehen würde. Wir blieben in ständigem Telefonkontakt
mit Virginia und um 17 Uhr war der ganze Spuk endlich vorüber und wir holten sie ab. Auf dem Weg zu einem
Restaurant fuhren wir bei unserem Campingplatz vorbei und zeigten ihr unser Wohnmobil. Nach dem Essen im
Seafood Restaurant (siehe Fotoalbum), wo wir alle drei Jakobsmuscheln bestellten (sehr gut!), haben wir sie
nachhause gefahren und noch ein Weilchen bei ihr verbracht und gequatscht. Wir waren danach ziemlich erschöpft.
Die Anspannung am Nachmittag wegen der Tornados hatte uns scheinbar ganz schön geschlaucht.
Tags darauf trafen wir uns mit Chucks Bruder, Jim, in dessen „Winterquartier“, ganz in der Nähe von Leesburg.
Jim wohnt sonst in Falmouth, Kentucky, wo auch Chuck aufgewachsen ist. Wenn es dort kalt wird, zieht Jim in den
Süden, wo er und einige seiner Bekannten aus Falmouth in einer Wohnanlage an einem See den Winter mit angeln
verbringen. Jim ist ein passionierter Angler! Zum Abendessen besuchten wir mit ihm das „Oakwood Smokehouse“,
das für seine Barbecue Schweinerippchen bekannt ist. Ich hätte mich wohl auch an die Rippchen halten sollen, denn
mein gegrillter Mahi Mahi (Goldmakrele) war eher gedörrt, als gegrillt.
Samstagnachmittag fuhren wir zum Dorakanal (siehe Fotoalbum), da es aber extrem windig war, sahen wir von
einer Bootsfahrt ab und besuchten stattdessen einen Flohmarkt, wo wir ein paar nützliche Dinge erstanden.
Am Sonntag, bevor wir Leesburg verließen, hatte Chuck noch ein kleines Mißgeschick mit seinem Dremel
Werkzeug. Chuck war dabei mit dem Gerät im Stauraum unter dem Wohnmobil etwas abzuschleifen. Plötzlich fiel
die Klapptür zu, knallte ihm auf den Hinterkopf und stieß seinen Kopf vorwärts in das laufende Gerät hinein. Als es
ihm endlich gelang, das Teil abzuschalten, hatte er so einen Knoten in den Haaren (siehe Fotoalbum), dass sich das
Gerät nicht herausziehen ließ. Er musste den Stecker ziehen, damit er zu mir kommen konnte und mir gelang es
erst nach etwa 10 Minuten, das Ding von seinem Kopf zu entfernen und dann noch mal 10 Minuten um die Haare, die
nicht herausgerissen worden waren, zu entknoten.
Nach diesem kleinen Malheur fuhren wir nach Tampa, Florida, wo wir bis zum 24. März auf dem Campingplatz der
Mac Dill Air Force Base blieben. Unsere Zeit dort verging wie im Fluge. Zuerst besuchten wir Joe, Chucks
anderen Bruder, der in New Port Richey wohnt und uns mit Whirlpool und tollem Abendessen verwöhnte (siehe
Fotoalbum). Wir fuhren an der Golfküste rauf und runter (siehe Fotoalbum), hatten Gelegenheit das alljährliche
Airfest der Air Force Base zu besuchen, das mit tollen Darbietungen der „Blue Angels“ im Kunstfliegen, sowie
spektakulärem Fallschirmspringen die Zuschauer in Bann hielt. Viele der ausgestellten Flugzeuge konnte man auch
von innen besichtigen (siehe Fotoalbum).
In Sankt Petersburg machten wir einen Besuch im Salvador Dali Museum (< - -) und am Montag (21. März) kam uns
Joe besuchen und wurde von uns zum Abendessen bewirtet. Am Mittwoch darauf verließen wir Tampa, nachdem
wir noch einen neuen Spannungswechsler bei Campingworld einbauen ließen und dann ging es über Highway 301
(Nord) bis Bushnell, Florida, wo wir im Paradise Oaks RV Resort (< - -) übernachteten. Bevor wir dann Florida am
nächsten Tagden Rücken kehrten, hatten wir noch einen etwas dubiosen Reifenschaden am Wohnmobil (siehe
Fotoalbum). Es gelang Chuck, in Kingsland, Georgia einen Reifenhändler zu finden, der Wohnmobilreifen vorrätig
hatte und nachdem wir einen neuen Ersatzreifen aufmontiert bekommen hatten und einen zweiten Reifen der
Vorsicht halber auch noch auswechseln ließen, da er etwas abgefahren wirkte, ging es alsdann endgültig nach
Charleston, South Carolina. Von dort aus wollten wir mit einem Air Force Frachtflugzeug (eine C-17 [siehe
Fotoalbum]) Standby nach Deutschland fliegen. Da Chuck 20 Jahre bei der Army war, darf er umsonst mitfliegen,
wenn Platz ist. Egal ob Frachtflugzeug oder Passagierflugzeug der Air Force. Ich darf in seiner Begleitung auch
umsonst mitfliegen.
Die letzten paar Märztage vergingen damit, die nötigen Vorbereitung für unseren Flug zu treffen. Nachdem wir
bereits viele Wochen vorher die Zusage eines Unternehmens erhalten hatten, daß wir unser Wohnmobil dort mit
Stromanschluß unterstellen könnten, während wir in Deutschland sind, waren wir nicht schlecht verärgert, als das
im allerletzten Moment vom Besitzer des Unternehmens rückgängig gemacht wurde. Wir mußten Chucks
Schwester anrufen und sie bitten zu kommen, damit wir ihr unsere kleine Gefriertruhe und den Inhalt unseres
Kühlschranks mitgeben konnten. Dann wurde das Wohnmobil ohne Stromanschluß auf einem eingezäunten
Abstellgelände zurück gelassen und wir fuhren zur Charleston Air Force Base, in der Hoffnung, möglichst schnell
einen Flug nach Deutschland zu ergattern. Das war am 30. März. Leider wurde unsere Geduld auf eine harte
Probe gestellt und als der März zuende ging (und darüber hinaus), saßen wir immer noch in Wartestellung am
Flughafen. Aber davon mehr im nächsten Bericht.
Fortsetzung folgt…..




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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht März 2010
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Reisebericht März 2010 Beginnt auf der Patrick Air Force Base in der Nähe von Cape Canaveral und Cocoa Beach, Florida und endet auf der Charleston Air Force Base in South Carolina
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