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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht März 2009
Unser Reisegebiet
Reisebericht März 2009 (beginnt im Pancho Villa State Park bei Columbus, New Mexico).
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Gästebucheintragungen
Februar 2006 bis Oktober 2007
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Februar 2006
Gästebucheintragungen
November 2007 bis Januar 2008
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    Am 1. März kam Sandra zu uns und wollte wissen, wie sie sich mit Dick in Verbindung setzen könne, um sich für die
    $ 20 zu bedanken, die er mir am Tag zuvor für sie in die Hand gedrückt hatte und die ich gleich nach seiner Abfahrt
    in einem Umschlag bei Sandra abgeliefert hatte. Da ich mir nicht sicher war, ob es ihm recht sein würde, wenn ich ihr
    seine Telefonnummer gäbe, bot ich mich an, die Danksagung an ihn weiterzuleiten. Als ich das nächste Mal mit Dick
    telefonierte, erledigte ich das auch pflichtbewusst.

    Die erste Märzwoche verging im Großen und Ganzen mit alltäglichen Dingen: backen, kochen, schreiben und
    außerdem hatte ich mich angeboten Sandras Wäsche zu waschen. Der Wäscheberg füllte meine Waschmaschine gut
    10-mal, denn sie hat kaum Gelegenheit zu einer öffentlichen Wäscherei zu gelangen, da sie kein Auto hat. Für den
    Wäschetransport hin und zurück ist sie auf andere Leute angewiesen.
    Am 5. März hatten wir etwas Abwechslung in Form eines Besuches von Don Williams aus Las Cruces und dessen
    Freund, Joe St. Louis. Eigentlich hatten wir sie zum Mittagessen nach Palomas in den Pink Store einladen wollen, aber
    da die beiden bereits gegessen hatten als sie bei uns eintrafen, bot ich ihnen Kaffee und Apfel Cobbler an, was
    beiden gut zu schmecken schien.
    Tags darauf fuhr Chuck mit Sandra nach Deming, die dort einige Dinge zu erledigen hatte und ich blieb auf dem
    Campingplatz, um unser Winterbettzeug gegen etwas leichteres Bettzeug auszuwechseln, da es bereits ziemlich
    warm zu werden begann. Außerdem rief ich den obersten Parkranger an und bat ihn um ein Gespräch. Er kam kurze
    Zeit später vorbei und ich erkundigte mich bei ihm, welche Pläne er für Sandra und ihren Aufenthalt im Park habe.
    Er versicherte mir, dass sie bleiben könne und er nicht die Absicht habe, mit einem Kleinlaster vorzufahren, um ihre
    paar Habseligkeiten aufzuladen und sie vor die Parktore zu setzen. Außerdem sei sie gerade in diesen Tagen als
    Freiwilligenhelferin vom Hauptquartier in Santa Fe anerkannt worden und sie könne sich um die Kakteen im Park
    kümmern, um ihrem Status als solche gerecht zu werden. Für die Zeit, bevor ihr Freiwilligenstatus anerkannt wurde
    und sie ihren Stellplatz nicht bezahlt hatte, wolle er auch keine Nachforderung stellen. Nachdem diese
    Angelegenheiten geklärt waren, fragte ich ihn, ob er irgendwelche Einwände hätte, dass Sandra eine Kühlschrank
    auf ihrem Stellplatz anschließt, denn da die Temperaturen tagsüber bereits zu klettern begonnen hatten, waren ihr
    schon einige Lebensmittel verdorben. In ihrer prekären Lebenslage noch unerfreulicher als für unsereins! Da er
    diesbezüglich keine Einwände hatte, erzählte ich ihm, dass wir Sandra zum Abschied einen Kühlschrank kaufen
    wollten. Wir verabschiedeten uns voneinander mit gegenseitigen Komplimenten ob unserer Hilfsbereitschaft Sandra
    gegenüber und als Chuck aus Deming zurückkam, konnte ich ihm die guten Nachrichten übermitteln.
    Am nächsten Tag, Samstag 7. März, fand das Pancho Villa Fest im Park statt. Lobo hatte am morgen beim Gassi
    gehen wieder ein deutsches Ehepaar ausgekundschaftet. Ich weiß nicht wie und warum, aber er findet immer die
    deutschen Campinggäste.  Das Ehepaar stammte aus Aschaffenburg und war auf einer 14-tägigen Campingrundreise
    von Dallas, Texas nach Tucson, Arizona und zurück nach Dallas. Gegen Mittag besuchten wir das Fest. Der
    Bürgermeister einer kleinen mexikanischen Stadt aus dem Inneren des Landes war als ,,Pancho Villa" verkleidet mit
    einer Truppe mexikanischer Reiter tagelang durch die Wüste geritten, um bei den Festivitäten in Columbus
    mitzuwirken. Als wir uns zu den Festgästen gesellten, saß er auf seinem Ross und ließ sich mit den Gästen
    fotografieren. Dummerweise hatte ich meinen Fotoapparat im Wohnmobil vergessen und somit musste die Kamera in
    Chucks Handy herhalten. Das Resultat waren ein paar qualitativ ziemlich schlechte Bilder (siehe Fotoalbum) aber
    wenn man schon mal die Gelegenheit hat, sich mit einem mexikanischen Revolutionär fotografieren zu lassen, dann
    sollte man diese auch wahrnehmen! Der echte Pancho Villa hatte in den frühen Morgenstunden des 9. März 1916 mit
    seiner Guerillatruppe das Militärcamp der 13. US-Kavallerie in Columbus überfallen und rund 100 Pferde, Maultiere,
    Gewehre und Maschinengewehre erbeutet. Bei dem Überfall kamen ca. 20 Amerikaner um. Zum Abschluss brannte
    Panchos Truppe die Stadt nieder. Dann entwischte er mit seinen Leuten über die Grenze.

    Wir gingen zum Wohnmobil zurück, um den Fotoapparat zu holen, aber als wir zum Fest zurückkehrten, war „Pancho
    Villa“ nirgends mehr zu sehen. Wir machten noch ein paar andere Fotos (wir bitten um besondere Beachtung der
    Cowboystiefel im Fotoalbum) und dann fuhren wir nach Deming, um den Kühlschrank für Sandra zu kaufen, wie auch
    ein Aufladekärtchen mit 120 Minuten für Sandras Handy. Das Kärtchen mit den Telefonminuten überreichten wir
    Sandra, die in ihrem Zelt saß und Schmuckstücke aus getrockneten Pflanzen und Beeren anfertigte,  gleich nach
    unserer Rückkehr aus Deming und sagten, dass sei unser Abschiedsgeschenk. Den Kühlschrank versteckten wir bis
    zu unserer Abfahrt am Dienstag (10. März) in der Dusche. Am nächsten Tag räumte ich meine Schmuckschatulle aus
    und gab Sandra allen Modeschmuck, Ketten, Armbänder und dergleichen, alle Sachen, die ich nie mehr tragen werde
    oder die kaputt waren, damit sie diese mit den Schmuckstücken, die sie anfertigt und zu verkaufen hofft,
    verwerten kann. Die goldene Wittnauer / Bulova Uhr mit den zwei Diamanten, die Chuck auf einem Parkplatz in San
    Antonio, New Mexiko gefunden hatte (wir berichteten darüber in unserem Dezember 2008 Reisebericht) gaben wir
    ihr auch, da sich die Besitzerin nie gemeldet hatte und ich kein Interesse daran hatte. Vielleicht kann sie diese ja zu
    Geld machen.  
    Am Montag trafen wir Jeany Mastellone mit ihren Hunden, Red und Mollie, die wir im Leasburg Dam State Park
    kennengelernt hatten und vor Weihnachten, als Lobo so krank war, im Oliver Lee State Park wieder gesehen hatten.
    Diesmal war Lobo gut drauf und er freute sich, als er die beiden sah und spielte mit ihnen. Am Abend luden wir
    Sandra ein zum Abschiedsessen, das aus Steaks über dem Lagerfeuer gegrillt, Bratkartoffeln, Salat, grünen
    Bohnen, gebackenen Bohnen und frisch gebackenen Brot bestand. Zum Nachtisch gab es rote Grütze mit Vanilleeis.
    Der nächste Tag war unser Abreisetag. Neil Mastellone kam noch mal mit seinen Hunden vorbei, damit Lobo ein
    letztes Mal mit ihnen spielen konnte und dann verabschiedeten wir uns von einander.
    Da man Sandra wieder mal versetzt hatte und ihre Bekannten sie nicht, wie versprochen, mit dem Auto abgeholt
    hatten, um sie zur Lebensmittelvergabe zu fahren, fuhr ich sie hin, damit sie ihre Nummer abholen konnte. Ihre
    Abholnummer war schon über 90 und sie war sicher nicht die Letzte, die sich eine Nummer holte. Erstaunlich, dass
    ein so kleiner Ort wie Columbus (Einwohnerzahl 1765 nach dem 2000 Zensus) so viele arme Leute hat!
    Die Lebensmittelvergabe findet alle 2 Monate statt und alle registrierten Sozialempfänger können daran
    teilnehmen.
    Sandra fuhr mit mir zurück zum Campingplatz, denn die eigentliche Lebensmittelausgabe sollte erst 2 ½ Stunden
    später stattfinden. Glücklicherweise tauchte kurz danach und völlig unerwartet Sandras ehemaliger Freund auf, der
    sie dann wieder hinfuhr, um die Fressalien abzuholen. Dies gab uns dann die Gelegenheit den Kühlschrank neben
    Sandras Zelt anzuschließen und da sie noch nicht wie erwartet zurück war, als wir um 11:15 Uhr abfahrtsbereit
    waren, riefen wir sie auf ihrem Handy an, um uns zu verabschieden. Den Kühlschrank erwähnten wir nicht, klebten
    aber noch einen Abschiedsbrief daran. Dann fuhren wir los.

                                              Adios New Mexico, endlich sind wir wieder richtig mobil!

    Wir fuhren in westlicher Richtung an der mexikanischen Grenze entlang und bogen in Animas ab zur Autobahn I-10,
    auf der wir bis Tucson, Arizona fuhren. Um 15:30 Uhr erreichten wir den „Crazy Horse“ Campingplatz, der für die
    nächsten 14 Tage unser Standort sein sollte.  Irgendwo in der Umgebung war ein Zirkus oder Jahrmarkt und die
    ungewöhnlichsten Wohnmobile für das Personal waren uns gegenüber geparkt (siehe Fotoalbum). Unser Freund Phil
    Shapiro rief am Nachmittag an und wir verabredeten uns für Donnerstagabend. Kurz danach rief Sandra an, um sich
    für den Kühlschrank zu bedanken. Sie war total baff, dass wir ihr so ein Geschenk gemacht hatten.
    Am 11. März zogen wir los um unsere Speisekammer aufzustocken und auch sonst ein paar Einkäufe zu erledigen,
    denn am nächsten Tag erwarteten wir Mary, Chucks Schwester, die von ihrer Copper Canyon Tour in Mexiko zurück
    sein würde und knapp eine Woche mit uns verbringen wollte. Chuck holte sie dann am Donnerstagmorgen von ihrem
    Hotel ab und da Phil unsere Verabredung auf Freitag verschieben musste, machte ich Schweinekoteletts zum
    Abendessen.

    In den darauf folgenden Tagen unternahmen wir viel mit Mary:

    Am Freitag besuchten wir den Saguaro Nationalpark (Ost) und hatten dort ein Picknick (siehe Fotoalbum). Abends
    gingen wir mit unseren Freunden Bea und Phil aus zum Essen in einem für Tucson neuen griechischen Restaurant mit
    dem ulkigen Namen „My big, fat Greek Restaurant“. Phils Bruder Alan, der aus Virginia zu Besuch da war, weil die
    Mutter in dieser Woche ihren 80. Geburtstag hatte, war auch mit von der Partie.
    Am Samstag fuhren wir zum Sabino Canyon (siehe Fotoalbum), nachdem wir vorher Lobo bei Bea abgeliefert hatten.
    Hunde sind im Sabino Canyon nicht erlaubt und Tucson hat eine Verordnung, dass Hunde nicht in geparkten
    Fahrzeugen allein gelassen werden dürfen. Bei der Hitze im Sommer in Arizona eine recht vernünftige Verordnung,
    für einen kühlen Tag im März aber etwas übertrieben!  Nach unserem Ausflug zum Canyon holten wir Lobo wieder
    ab und Mary lud uns zum Abendessen in der „El Paso BBQ Company“ ein.

    Sonntagmorgen fuhr ich Mary zur Messe in die San Xavier Missionskirche die sich auf dem Indianerreservat der
    Papago Indianer befindet (siehe Fotoalbum). Die Indianer hatten an diesem Wochenende ein großes Pow-Wow, das
    zum Teil auf dem Platz vor der Kirche stattfand und wir kamen nach der Messe in den Genuss von „Indian Fry
    Bread“ (siehe Fotoalbum). Danach kehrten wir zu Chuck und Lobo auf den Campingplatz zurück und wir fuhren am
    Nachmittag alle miteinander zum Mt. Lemmon (siehe Fotoalbum). Wir entdeckten dort sogar ein kleines Skigebiet.
    Kaum zu glauben, dass man eine Autostunde von Tucson entfernt Skifahren kann!

    Am Montag besuchten wir zuerst die Altstadt von Tucson und besichtigten dort die St. Augustine Kathedrale und
    das „Congress Hotel“ (Baujahr 1919) (siehe Fotoalbum), wo der Bankräuber John Dillinger (* 22. Juni 1903 in Oak
    Hill bei Indianapolis; † 22. Juli 1934 in Chicago) wohnte, kurz bevor er in Tucson gefasst wurde. John Dillinger war
    übrigens der erste Mensch, den das FBI als Staatsfeind Nr. 1 bezeichnete.
    Damit wir keinen Ärger mit der Polizei bekommen würden, blieb Chuck mit Lobo im Wagen, der im Schatten stand,
    während Mary und ich die Altstadtbesichtigung machten. Die Temperaturen waren in dieser Woche durchgehend
    angenehm und wir würden unseren Lobo sowieso nie in einem heißen Auto sitzen lassen!
    Danach fuhren wir auf dem Weg zum Saguaro Nationalpark (West), an „Old Tucson“ vorbei. Im Park angekommen,
    gönnten wir uns eine Picknickpause und fotografierten viele, viele Kakteen (eine kleine Kostprobe ist in unserem
    Fotoalbum).

    Dienstag machten wir einen Ausflug in die Pecanhaine von Sahuarita, Arizona, südlich von Tucson, wo wir uns mit
    einem Säckchen Pecannüssen eindeckten. Anschließend besuchten wir ein nahegelegenes Kupferbergwerk mit
    Museum, das Touren anbot und Lobo durfte die Besichtigung sogar mitmachen! (Siehe Fotoalbum.) Als wir nach
    Tucson zurückkamen, erwartete uns ein spektakulärer Sonnenuntergang, den wir in Bildern festhalten konnten
    (siehe Fotoalbum). Dies war Marys letzter Tag in Tucson und wir hatten sie zum Abschiedsessen ins „Athens“ in der
    Nähe der 4th Avenue in der Altstadt eingeladen, auch wieder ein griechisches Restaurant (siehe Fotoalbum).

    Mittwoch: Mary musste schon um 5:15 Uhr am Flughafen sein. Chuck brachte sie hin. Als ich am Vormittag mit Lobo
    spazieren ging und bereits auf dem Rückweg zum Wohnmobil war, bekam ich einen Anschnauzer von einem Mann, der
    in seinem Wagen durch den Campingplatz fuhr. Ich solle gefälligst auf dem Hundeplatz meinen Hund Gassi führen
    und die diesbezüglichen Parkregeln lesen. Die Parkregeln stellten allerdings nicht klar, wie ich denn zum Hundplatz
    gelangen sollte, ohne durch den Park zu gehen. Flügel hatten wir ja nun mal keine. Ich war ziemlich sauer und
    beschloss ins Parkbüro zu gehen, um das klarzustellen. Es stellte sich heraus, dass der Typ, der mich angemotzt
    hatte, dort arbeitet. Sein Chef saß im Büro nebenan und die Tür war offen. Das nützte ich natürlich schamlos aus!
    Als mein Widersacher dann auch noch die Versicherung von mir haben wollte, dass er doch freundlich gewesen sei,
    als er mich im Park ansprach, wusste ich, dass ich ihn in die Enge getrieben hatte und letztendlich gab er zu, dass ich
    nichts getan hatte, dass den Parkregeln widersprach. Ich verließ das Büro als Siegerin! Diese kleinen Gernegroß
    Typen sind so ätzend!
    Chuck brachte unser Zuggefährt zur Reifenrotation und am Nachmittag gönnte er sich ein Nickerchen, da er ja so
    früh hatte aufstehen müssen. Leider wurden seine Träume von einem Wasserschlauchriss mal kurz unterbrochen.

    Am nächsten Tag fuhr mich Chuck zu Bea, damit wir mal etwas Zeit zum Quatschen haben würden, ohne eine Menge
    anderer Leute um uns. Chuck ging einkaufen und am Abend waren wir von Bea und Phil zum Essen eingeladen. Es gab
    einen herrlichen Rindereintopf, Salat und zum Nachtisch Amish Kuchen.
    Die nächsten paar Tage waren mehr oder weniger ereignislos bis auf eine zweite Konfrontation in Sachen HUND. Ich
    war mit Lobo außerhalb des Campingplatzes spazieren gegangen und auf dem Rückweg durch eine Wohnsiedlung mit
    vielen Hunden gegangen. Sie waren alle in eingezäunten Gärten. Manche freuten sich über unseren Besuch und kamen
    zum Zaun, um Lobo zu begrüßen. Es wurde geschnüffelt und schwanzgewedelt bevor wir weitergingen. Manche
    waren empört, dass wir in ihr Territorium eindrangen, die wurden ignoriert!  Dann kamen wir zum letzten Haus der
    Siedlung. Zwei Hunde in diesem Garten flippten total aus, als sie Lobo zu Gesicht bekamen. Lobo würdigte sie keines
    Blickes und ging langsam an dem Grundstück vorbei. Da kein Bürgersteig vorhanden war und wir nicht auf der Straße
    gehen wollten, waren wir nur wenige Meter vom Zaun entfernt. Plötzlich schoss ein Mann aus dem Haus und brüllte
    mich noch lauter an, als seine Hunde bellten. Ich solle da verschwinden, das sei sein Grundstück, ich würde seine
    Hunde reizen und weiß der Kuckuck was sonst noch. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er ja keinen
    Bürgersteig habe und ich nicht die Absicht habe mich deshalb auf der Straße von einem Auto über den Haufen
    fahren zu lassen. Plötzlich erschien ein junger Mann und nahm Stellung für mich und versuchte den aufgebrachten
    Hausbesitzer in seine Schranken zurückzuweisen. Es gelang ihm zwar nicht ganz, aber der Typ fühlte sich nun in der
    Minderheit und zog etwas zurück, immer noch maulend und wetternd. Ich bedankte mich mehrmals bei dem jungen
    Mann und dann ging jeder seiner Wege. Als ich Phil von diesem Vorfall erzählte, meinte er, ich solle froh sein, dass
    der Mensch nicht mit einem Gewehr auf mich losgegangen ist. Mein lieber Scholli, das Tucson ist ein hartes Pflaster!

    Am 21. März hatte Lobo mal wieder einen schlechten Tag. Er wollte morgens nicht aufstehen und schlief bis 16 Uhr
    durch. Ich blieb bei ihm, während Chuck ein paar Besorgungen machte. Abends ging es ihm dann wieder besser. Am
    nächsten Tag ließen wir ihn zuhause, als wir zur „4th Avenue Street Fair“ in der Altstadt gingen (siehe Fotoalbum).
    Wir parkten bei Phils Schule, wo er die Schüler beaufsichtigte, die als Parkwarte für das Straßenfest fungierten,
    um Geld für besondere Anlässe ihrer Schule zu verdienen. Auch wir wollten natürlich unsere $ 5,00 beisteuern,
    aber sie waren von Phil beauftragt worden, es nicht anzunehmen und ließen sich auch nicht von uns dazu bewegen.
    Wir bummelten die 4th Avenue hinauf, schauten uns die meist kunstgewerblichen Waren in den Buden an, aßen Eis
    und fuhren mit einer alten Straßenbahn, die uns auch wieder zurück zum Ausgangspunkt brachte (siehe Fotoalbum).
    Dann warfen wir uns wieder in die Menschenmenge und arbeiteten uns auf der anderen Seite der 4th Avenue
    zurück zum Auto. Wir hatten Bea und Phil zum Abendessen eingeladen und trafen die beiden im „El Parador“, wo wir
    unser Abschiedsmahl mit ihnen einnahmen (siehe Fotoalbum).
    Montag, 23. März war Haushaltstag, wir erledigten Überweisungen, packten, tankten (für sage und schreibe $ 1.94
    /Gallone [=3.785 l], der billigste Dieselsprit seit ein paar Jahren) und machten das Wohnmobil reisefertig, denn am
    nächsten Tag war Abfahrtstag.
    Wir verließen den „Crazy Horse“ Campingplatz in Tucson um 11 Uhr und fuhren ein paar Ausfahrten weiter auf der
    Autobahn I-10 (West) und dann auf der US Highway 77 (Nord) bis Winkelman, Arizona, wo wir auf eine
    Straßensperrung stießen, umkehren mussten und ein paar Kilometer zurück die Umleitung fanden, die nicht
    besonders gut ausgeschildert gewesen war. Über Hayden und Superior und US Highway 60 (West) erreichten wir
    letztendlich unser Tagesziel, Globe, Arizona um 14:40 Uhr. Die Fahrt zwischen Hayden, Superior und Globe war
    sehr bergig und auf US Highway 60 kam eine Baustelle nach der anderen. In Globe mieteten wir uns auf einem
    kleinen Campingplatz mitten in der Stadt ein. Am nächsten morgen standen wir früh auf, um nach Tempe, Arizona zu
    fahren, wo wir einen IKEA Besuch eingeplant hatten. Nach unserer Rückkehr von IKEA besuchten wir den „Pickle
    Barrel“ Laden in Globe, der uns als wichtige Sehenswürdigkeit empfohlen worden war. Nun, die Geschmäcker sind
    verschieden und wenn wir den Laden als auch recht urig empfanden, bestand er hauptsächlich aus Ramsch und
    sogenannten „Antiquitäten“. Etwas indianisches Kunstgewerbe und Töpfereien gab es auch.  Da war das höchste
    dreistöckige Gebäude der Welt, das sich ebenfalls in Globe befindet, unserer Meinung nach schon sehenswerter
    (siehe Fotoalbum).
    Für Donnerstagmorgen hatten wir eine Fahrt mit der Copper Spike Eisenbahn geplant, mit anschließendem Besuch
    der Besh-Ba-Gowah Ausgrabungen außerhalb von Globe. Unser Campingplatz lag nahe dem alten Bahnhof und als ich
    mit Lobo morgens spazieren ging, sah ich, als mehrere Schulbusse vor dem Bahnhof hielten und die Kinder in den
    Copper Spike Zug einstiegen, der bereits auf Fahrgäste wartete. Wir hatten uns die Fahrt eigentlich etwas ruhiger
    vorgestellt, als das mit 177 Erst- bis Viertklässlern als Reisegefährten möglich ist. Dass es 177 Kinder waren,
    erzählte uns die Schaffnerin am Fahrkartenschalter, als wir am Nachmittag unser Billets kauften, denn wir
    gestalteten unseren Tagesplan morgens schnell um und gingen zuerst zu den Ausgrabungen im Archäologischen Park
    (siehe Fotoalbum) und machten die Copper Spike Tour am Nachmittag, wie sich herausstellen sollte, in einem fast
    leeren Zug! (Siehe Fotoalbum). Die Copper Spike Railway ist eine 43 km lange, landschaftlich reizvolle Bahnstrecke,
    die vor dem „Apache Gold Casino“ endet (siehe Fotoalbum). Wir besuchten das Kasino, ich machte vom Eingang aus
    ein Foto und gleich kam jemand angerannt, um mir zu sagen, dass man drinnen nicht fotografieren darf. Das Foto,
    das ich bereits gemacht hatte, musste ich löschen und sie passten genau auf, dass es auch wirklich gelöscht war! Wir
    aßen ein spätes Mittagessen im Restaurant des Kasinos, Chuck verprasste ein paar Dollar am „einarmigen Banditen“
    und dann kehrten wir zur Haltestelle zurück um mit dem Copper Spike nach Globe zurückzufahren.
    Um 11:20 Uhr am 27. März ging unsere Fahrt weiter. Wir fuhren von Globe aus über die US Highway 60 / Arizona
    Highway 77 durch die San Carlos und Fort Apache Indianerreservate, durch den Salt River Canyon (siehe
    Fotoalbum) bis zum Fool Hollow See bei Show Low, Arizona, wo wir einen wunderschönen Stellplatz im Fool Hollow
    Lake State Park mitten im Wald fanden. Dass er noch dazu alle Anschlüsse (Wasser, Strom und Kanalisation) hatte
    und wir im Sonderangebot zwei Tage umsonst bekommen würden, wenn wir eine Woche blieben, machte uns die
    Entscheidung recht leicht. Dort oben in den Bergen war es noch recht kalt, es hatte sogar am Tag vor unserer
    Ankunft geschneit. Trotzdem grillten wir am Abend Steaks über dem Lagerfeuer, genossen die gute Luft, den
    sternenklaren Himmel und erfreuten uns daran, dass es so viel schöne Natur gibt!
    Am Samstag (28. März) machte sich Chuck daran, die Hocker, die wir bei IKEA gekauft hatten, zusammenzubauen
    und zu beizen. Ich nützte es aus, dass wir Kanalisationsanschluss hatten und wusch fleißig Wäsche und am Abend um
    20:30 koppelten wir unser Wohnmobil zur Unterstützung der „Earth Hour 2009“ für eine Stunde vom Stromnetz
    ab. Da es schon dunkel war, bin ich auf der Couch und Chuck in seinem Lehnstuhl eingeschlafen.  Aber dann wurde es
    etwas kalt im Raum und wir wachten auf und stellten den Strom wieder an, bevor wir uns für die Nacht ganz
    zurückzogen.
    Sonntagnachmittag fuhren wir nach Show Low rein und erledigten ein paar Einkäufe, aber die restlichen paar Tage
    des Monats blieben wir auf dem Campingplatz, genossen die wunderschöne Umgebung und gingen viel mit Lobo
    spazieren, der diesbezüglich „bei Laune“ war. (Meistens ist er das jetzt in seinem Alter nicht mehr.)
    Der März klang bei kühlen Temperaturen aus und am Montagmorgen wachten wir sogar zu einem Schneesturm auf
    (siehe Fotoalbum).

    Fortsetzung folgt…..