Jedes Nachricht-Eingabefeld im Gästebuch ist auf ca. 250 Buchstaben einschließlich Leerzeichen beschränkt. Für längere Mitteilungen schickt uns bitte eine E-Mail unter: morton@rmortonc.com
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,,Das Reisen ist der Mortons Lust"
Reisebericht Februar 2009
Unser Reisegebiet
Reisebericht Februar 2009 (beginnt im Leasburg Dam State Park bei Las Cruces, New Mexico).
Der 1. Februar überraschte mich mit einer Erkältung, die mir wahrscheinlich Chuck überlassen hatte. Ich verbrachte
einen Großteil des Tages im Bett und ging auch am Abend sehr zeitig schlafen, um die Sache möglichst schnell
auszuheilen, was mir auch gelang.
Chucks Arztterminrunde begann tags darauf und da der HNO-Arzt ihm nur eine 50/50 Chance zur völligen
Beseitigung der Probleme mit seiner Nasenscheidewand einräumte, beschloss Chuck vorerst von der geplanten
Operation Abstand zu nehmen, da er momentan recht gut atmen kann. -- Dick rief an, um uns zu meinem Geburtstag
am 8. Februar in „La Posta“ zum Essen einzuladen und wir nahmen die Einladung dankend an.
Am 3. Februar wurde auf Chucks Rücken vom Hautarzt eine Läsion entfernt und zur Untersuchung eingeschickt. Die
nächsten paar Tage vergingen mit alltäglichen Dingen und am Samstag trafen wir uns mit Don Williams, einem guten
Bekannten aus unserer Zeit, als wir in Las Cruces wohnten (1979 – 1990). Er hatte uns zum Mittagessen in Dion’s
Restaurant eingeladen, einer gehobeneren Pizzeria. Außer Pizza gab es auch andere Gerichte und wir aßen sehr gut,
während wir ein paar gemütliche Stunden mit Don verbrachten (siehe Fotoalbum). Dick war zwischenzeitlich auch
erkrankt, ihn hatte eine schlimme Grippe erwischt, und er rief deshalb am Nachmittag an, um seine „La Posta“
Einladung zu verschieben.
Der 8. Februar war bedeckt und kühl, was zu dieser Jahreszeit etwas ungewöhnlich ist für New Mexico. Ein Strauß
roter Rosen (siehe Fotoalbum) erwartete mich, als ich morgens aus den Federn kroch und Michael rief an, um mir
zum Geburtstag zu gratulieren. Auch sonst klingelte das Telefon fast den ganzen Tag mit Gratulanten aus nah, fern
und Übersee, während gleichzeitig von anderen liebe e-Grüße eingingen. Da Dick krank war, feierten Chuck und ich
am Abend alleine bei einem herrlichen Geburtstagsschmaus im „Cattle Baron“ Restaurant in Las Cruces.“
Tags darauf war Posttag. Wir hatten seit kurz vor Weihnachten keine Post mehr bekommen und somit waren in
dieser Sendung auch noch ein paar Weihnachtskarten, über welche wir uns aber trotz der Verzögerung sehr
freuten.
Anmerkung: Wir möchten an dieser Stelle alle die Zugang zum Internet und eine E-mailadresse haben, noch einmal
auf diese Verzögerungen aufmerksam machen und bitten, Festtagsgrüße, die für uns bestimmt sind, doch bitte per
E-mail zu schicken, damit wir nicht so lange darauf warten müssen. Wir bekommen unsere Post höchstens einmal im
Monat nachgesandt und manchmal ist die Zeitspanne aus logistischen Gründen sogar noch größer.
Der Posttag ist immer mit viel Arbeit verbunden (Buchhaltung, Ablage etc.) und dieser war besonders
arbeitsintensiv, denn da ich nun das stattliche Alter von 62 Jahren erreicht habe, mussten die Formulare zur
Beantragung meiner Civil Service Pension (Beamtenpension) ausgefüllt, beglaubigt und abgeschickt werden. Mein
Beamtentum hatte zwar seit 1992 geruht, aber die Pension steht mir trotzdem zu. Bevor das Postamt an diesem Tag
schloss, war alles erledigt und die Unterlagen auf dem Weg an die zuständigen Stellen.
Chuck hatte über einen Zeitraum von mehreren Monaten ein langsames aber beständiges Ansteigen seines
Blutdrucks bemerkt, was ihn am 10. Februar dazu veranlasste, zum Arzt zu gehen. Die Dosierung seiner
Medikamente wurde entsprechend umgestellt und der Blutdruck normalisierte sich daraufhin wieder. Leider stellte
sich bei diesem Arztbesuch aber auch heraus, dass Chuck nun seinen Cholesterinspiegel nicht mehr mit Diät alleine
im Griff hat, was bedeutet, dass sich ein weiteres Pillchen zu den anderen Tabletten im Pillenschächtelchen gesellt.
Was wären wir ohne die Pharmaindustrie?
An diesem Tag häuften sich die unerfreulichen Ereignisse. Chucks Hautarzt rief an, um ihm mitzuteilen, dass der
Laborbefund der Läsion positiv war und er möge doch bitte vorbeikommen, damit weiteres Gewebe an der
befallenen Stelle entfernt werden könne. Dies wurde sofort erledigt und bei einer dreiwöchigen Weiterbehandlung
musste der gefährdete Bereich auf Chucks Rücken jeden Tag mit einer Salbe behandelt werden, die sich tief ins
Gewebe frisst und eventuelle Krebszellen abtötet. Die Behandlung ist zum Zeitpunkt dieses Berichts noch nicht
abgeschlossen.
Die nächsten paar Tage vergingen mit verschiedenen Projekten im Wohnmobil und ein paar Einkaufsfahrten nach Las
Cruces, wo wir Diesel zu dem unvorstellbar niedrigen Preis von $ 2,05 für eine Gallone tankten (1 Gallone (US) =
3.78541178 Liter). Chuck bastelte weiter an der Verbesserung der terrestrischen Fernsehantenne herum,
während ich fleißig handarbeitete.
Wir hatten Ende Januar in El Paso bei der El Paso Saddle Blanket Company sieben Teppiche im Navajomuster
gekauft, um aus diesen Rollos für die Fenster im Wohnmobil zu machen. Manche mussten der Länge nach zusammen
genäht werden (alles per Hand, denn für die Nähmaschine waren sie zu dick) und wenn sie dann immer noch nicht
breit genug waren, musste an den Seiten ein Stück dran gehäkelt werden. Erstaunlicherweise schaut das sogar gut
aus und fällt überhaupt nicht unangenehm auf, wie sich herausstellte, nachdem wir einige der Rollos installiert hatten.
Wir gingen in diesen Tagen ein paar Mal aus zum Essen.
„Renées Place“ entpuppte sich als ein etwas ungewöhnliches Restaurant, das unter der Woche nur zum Frühstück
öffnet und Freitagabends deutsche Gerichte serviert. Die Eigentümerin dieses Lokals stammt aus Mannheim und
lebt seit 1959 hier. Wir unterhielten uns lange mit ihr. Sie war ziemlich schwerhörig und die Unterhaltung fand auf
Englisch statt, da sie anscheinend noch mehr Schwierigkeiten hatte Deutsch zu hören als Englisch. Das Schnitzel, das
Chuck bestellte, war ausgezeichnet. Mein Sauerbraten war gut, aber nicht umwerfend.
„Pepe’s Chicken“ kannten wir schon und die Hühnchen werden mit Tortillas, Salsa und Chilisaucen serviert, sind immer
gut und haben mexikanisches Flair.
Am 17. Februar war es dann soweit, und wir feierten meinen Geburtstag mit Dick nach (siehe Fotoalbum). Er war
zwar noch nicht wieder ganz auf dem Damm, aber da wir am 19. Februar unsere Zelte in der Nähe von Las Cruces
abbrechen wollten, bestand er darauf, dass wir uns, wie ursprünglich geplant, in „La Posta“ treffen würden, wenn
auch mit ein paar Tagen Verspätung. Nachdem wir bei mexikanischem Bier gut und ausgiebig gegessen hatten,
fuhren wir in getrennten Fahrzeugen zurück zum Leasburg Dam State Park, wo Dick mich im Wohnmobil mit
Geschenken überhäufte (siehe Fotoalbum).
Chuck hatte am 18. Februar noch einen Augenarzttermin, der diesmal zufriedenstellend ausfiel. Der
Augeninnendruck in Chucks rechtem Auge, in welchem er ein Glaukom hat (grüner Star), hatte sich sehr gebessert
und das war endlich mal eine gute Nachricht. Chuck erledigte nach dem Besuch beim Augenarzt sämtliche Einkäufe,
die vor unserer Abfahrt aus der „Zivilisation“ vonnöten waren, denn ich war daheim geblieben, um alles für die
Abfahrt nach Columbus am Tag darauf vorzubereiten. Der 19. Februar war außerdem Lobos 14. Geburtstag! Wer
hätte das gedacht, als er uns Weihnachten solche Sorgen machte? Er hat es doch geschafft und toi, toi toi,
momentan geht es ihm ausgesprochen gut! Sein Geburtstagsmahl bestand aus Gulasch und Wienerle ☺!
Anmerkung: Wenn irgendjemand weiß, ob eines von Lobos Geschwistern den 14. Geburtstag erreicht hat, gebt uns
bitte Bescheid. Das würde uns interessieren!
Am 19. 2. verließen wir Leasburg Dam State Park um 13 Uhr. Die Fahrt ging über Hatch und Deming, New Mexico
zum Pancho Villa State Park in Columbus. Dort mussten wir uns mit auf Sandras Stellplatz stellen (das ist die
obdachlose Frau, von der ich im Dezember Reisebericht erzählt habe), denn der Park war wegen einer Tagung von
hunderten von steinalten Wohnmobilern (die meisten schauten aus, als ob sie über 90 seien) total überfüllt, als wir
ankamen. Sandra hatte uns ein paar Tage zuvor angerufen, als sich der Park zu füllen begann, uns dieses Angebot
gemacht und auch die Genehmigung zum „Doppelcampen“ vom Ranger eingeholt. Nicht ein einziger Platz war frei und
auf unserem Lieblingsplatz stand der Luxusbus von Dolly Parton, von dem ich voriges Jahr im Mai in unserem
Reisebericht erzählte, als wir den Millionär und seine Frau im nördlichen New Mexico kennengelernt hatten.
Etliche Wohnmobile fuhren immer wieder durch den Park und suchten nach freien Plätzen. Es war köstlich zu
beobachten, wie dumm die Leute rechts und links neben Sandras Stellplatz geschaut haben, als wir uns ganz
gemütlich aus der Kolonne der Suchenden lösten und neben Sandras Zelt einparkten, nachdem auch wir vorher schon
eine Runde durch den Park gedreht hatten, um zu sehen, ob nicht doch irgendwo etwas frei sei. Sandra hat einen
sehr, sehr großen Stellplatz auf welchem problemlos noch zwei Wohnmobile reinpassen würden, (nur Elektrik- /
Wasseranschluß hätten sie nicht), aber das bedeutet ja noch lange nicht, dass man sich einfach dazustellen kann. Da
Sandra uns schon gesagt hatte, dass sie erst am Abend wieder da sein würde, konnten wir den Leuten auch keine
große Begrüßungsszene vorspielen. Wir bauten alles auf, schlossen Elektrik und Wasser an und als wir dann drin
saßen und zum Fenster rausschauten, konnten wir zuschauen, wie die Leute kopfschüttelnd draußen standen, zu uns
herübersahen und sich den Mund verfransten. Wohlgemerkt, das waren alles gelangweilte Senioren, die nichts
Besseres zu tun haben. Als Sandra dann heimkam, war es schon dunkel und sie kam zu uns rüber und wir
unterhielten uns bis spät nachts, aber davon haben die Nachbarn nichts mitbekommen.
Diese Seniorentruppe war hier zu einem Treffen, unabhängig von den bevorstehenden Feierlichkeiten Anfang März
zum Pancho Villa Jubiläum und die meisten sind nach dem Wochenende wieder abgefahren. Der wirklich große
Andrang wird vor dem ersten Wochenende im März auf uns niedergehen, wenn die Besucher zum Pancho Villa
Jubiläum kommen. (Wir fahren am 10. März nach Arizona, das Pancho Villa Jubiläum ist am 7. / 8. März.)
Wir wollten Sandras Stellplatz räumen, wenn ein wirklich guter Platz frei geworden wäre, aber der Dolly Parton Bus
stand auch Ende Februar noch immer auf unserem Lieblingsstellplatz (mit Doppelstromanschluss) und die Mühe
lohnte sich kaum für die Stellplätze, die bis dahin frei geworden waren. So nach und nach lernten wir Sandra durch
diese unmittelbare Nähe auch besser kennen. Es ist eine Tragik! Diese andererseits hochintelligente Frau, ist
teilweise vollkommen getrennt von der Realität des Lebens, kann die Prioritäten in ihrem Leben nicht einordnen und
lebt mit Wahnvorstellungen. Sie plant ihr Leben, wie eine 20-jährige (sie ist 60!), kann aber nicht einen ihrer Pläne
verwirklichen (die meisten drehen sich um Besserung ihrer finanziellen Lage), weil ihr alle möglichen anderen Pläne,
die auch nicht verwirklicht werden, ständig dazwischen kommen. Sie hüpft von einer Idee zur anderen. Mit Geld
könnte sie auch nicht umgehen, selbst wenn sie welches hätte. Beispiel: jeden Monat werden automatisch $ 25.00 von
ihren $ 600.00 Sozialhilfe in ein Sparkonto überwiesen. Sie ist verpflichtet, dieses Sparkonto zu haben. Da sie
bereits Monate im Verzug ist mit der Miete ihres Abstellraums, wo sie ihre paar Habseligkeiten untergestellt hat,
ist sie zur Bank gegangen und hat Geld abgehoben von eben diesem Sparkonto, um die Miete zu bezahlen. Auf dem
Rückweg sah sie ein Keyboard in einem Geschäft. Von einem Keyboard träumt sie schon lange, denn sie dichtet und
will die Gedichte vertonen und dann als Songs verkaufen. Was tut sie? Sie kauft das Keyboard und damit war das
Geld für die Miete futsch. Ob die Leute auf die Miete warten werden, bis die Gedichte vertont und die Songs
verkauft sind, ist wohl mehr als fraglich! Als ich sie fragte, was sie denn nun wegen der Miete machen würde, meinte
sie, sie würde im März einen Dauerauftrag bei der Bank einreichen, damit es dann immer pünktlich bezahlt würde.
Den Mahnbrief (= letzte Mahnung) in ihrer Tasche wird sie deshalb vorläufig mal noch nicht öffnen. Na denn, dann
sind ja alle Probleme gelöst. Und sie meint das wirklich ernst!! Wir haben sie ein paar Mal zum Essen eingeladen,
denn ihre „Speisekammer“ war ab Mitte Februar bis Ende des Monats so gut wie leer. Sie ist ein furchtbar lieber
Kerl, aber mit so vielen gesundheitlichen, psychosomatischen, psychologischen und sonstigen Problemen behaftet,
dass es einem in der Seele wehtun kann.
Die letzten Tage im Februar vergingen recht schnell.
An unserem ersten Samstag im Pancho Villa State Park machten wir einen Ausflug zu einem Flohmarkt in Deming, zu
welchem wir Sandra einluden und anschließend bei „Campos“ zu Mittag aßen. Unser Rolloprojekt mit den
Navajoteppichen konnte auch endlich abgeschlossen werden und von einem Ausflug über die mexikanische Grenze
nach Palomas, kehrten wir mit einem Vorrat von Lobos Medikamenten für sechs Monate zurück. Die kosten dort
weniger als die Hälfte im Vergleich zu hier! Wie meistens, wenn wir in Palomas sind, aßen wir im Pink Store
Restaurant zu Mittag.
Am 26. Februar kam uns Dick für ein paar Tage besuchen. Er kam bepackt mit Sauerkraut und Bratwürsten.
Letztere brutzelten dann am Abend über dem Lagerfeuer, während die Zubereitung des Sauerkrauts etwas
weniger romantisch auf meinem Herd im Wohnmobil von statten ging. Dick campte zwei Nächte auf dem Stellplatz
neben uns. Wir spielten ein paar Mal Scrabble, während er bei uns war, aber da meine Glückssträhne im
Scrabblespiel weiterhin anhielt (schon bei seinem letzten Besuch gewann ich mehrere Male hintereinander), schwand
seine Begeisterung für das Spiel zusehends.
Chuck hatte vor einigen Wochen einen Dokumentarfilm über Dale Chihuly aufgenommen, den wir uns gemeinsam mit
Dick anschauten, denn wir waren ja auch im Oktober 2008 mit ihm zusammen in die Chihuly-Ausstellung in Altos
gegangen (wir berichteten darüber).
Am 28. Februar rief Chucks älteste Schwester, Mary, bei uns an. Wir hatten mit ihr ausgemacht, dass wir sie am
11. März in Tucson, Arizona treffen würden, wenn sie von ihrer Mexiko Reise zum Copper Canyon zurückkehrt. Die
Reisebustour beginnt und endet in Tucson. Bei der Abfahrt von Tucson stellte sich heraus, dass die Hinfahrt von
Tucson zum Copper Canyon über Columbus und den Grenzübergang Palomas gehen würde und somit vereinbarten wir
ein Treffen im Pink Store, wo die Reisegruppe am Nachmittag eine dreiviertelstündige Rast machen würde. Da der
Reisebus etwa 100 km östlich von Tucson auf der Autobahn schlapp machte und die Reisegruppe auf einen Ersatzbus
warten musste, verzögerte sich unser Treffen mit ihr um ein paar Stunden, aber letztendlich klappte es doch und
es bot sich sogar Gelegenheit für ein Foto (siehe Fotoalbum).
Fortsetzung folgt…..