Die Volksgruppe der Mestizen hat ihren Ursprung im Pelzhandel. Als europäische Pelzhändler Mitte des
18. Jahrhunderts in das kanadische Hinterland kamen, trafen und heirateten sie Frauen indigener
Abstammung. Ein Jahrhundert später waren die Mestizen eine etablierte Volksgruppe; sie waren
sowohl bekannt für ihre Fähigkeiten wie z.B. im Führen von Expeditionen, Jagen, Fallenstellen,
Tauschhandel und Transportfahrten als auch für ihre mehr auf das europäische Erbe zurück
gehenden Aktivitäten im Handel und der Landwirtschaft. Die zentrale Mestizengemeinde in Westkanada
war die Ansiedlung Red River, die im heutigen Manitoba lag. Sehr viele Mestizen praktizierten, wie auch
ihr Anführer Louis Riel, den Katholischen Glauben.
Als Kanada im Jahre 1867 eine Nation wurde, fand eine Flurbereinigung um die Red River-Siedlung
herum statt. Föderalistische Landvermesser teilten das Land gemäß des in Ontario genutzten
Blocksystems ein. Die Mestizen jedoch hatten ihr eigenes System, bei dem jedes Grundstück an den
Fluss grenzte. Diese und weitere Auflagen der föderalistischen Regierung führten zum Red
River-Aufstand von 1869-1870 und dazu, dass viele Mestizen westwärts in das heutige Saskatchewan
zogen. Der Landabschnitt entlang des South Saskatchewan River, an welchem sich die Mestizen 1872
ansiedelten, war eine Dekade später die erfolgreiche Stadt Batoche. Der Name Batoche resultierte aus
dem Spitznamen von Xavier Letendre, Eigentümer des Gemischtwarenladens und der Fähre.
Nach kurzer Zeit stießen die Mestizen auf die gleichen Probleme wie sie in Red River aufgetreten
waren. In Erwartung einer starken euro-kanadischen Ansiedlung in der Region um Batoche, wurden die
traditionellen Flussparzellen der Mestizen bereinigt und gemäß des landesweiten Systems umverteilt.
Mittlerweile waren die Büffel aus der Batoche-Region verschwunden und die an Ottawa gerichteten
Hilferufe der Mestizen beim Übergang zur Landwirtschaft blieben ungehört.
Die Mestizen waren mit ihren Missständen nicht alleine. Der Cree-Häuptling Big Bear versuchte eine
Koalition der First Nations zu gründen, um günstigere Bedingungen für indianische Stämme im
Nordwesten auszuhandeln. Die euro-kanadischen Siedler in der Region fühlten sich von der
föderalistischen Regierung unfair behandelt und waren wütend, insbesondere über die Entscheidung,
die neue nationale Eisenbahnstrecke viel weiter südlich der ursprünglich vorgeschlagenen Route zu
bauen.
Auf Wunsch der Batoche-Führer kam Louis Riel in die Gemeinde und versuchte die Probleme mit
Ottawa zu lösen. Seine Bemühungen scheiterten. Im Jahre 1884 gründete er eine provisorische
Regierung in Batoche und im Jahre 1885 kam es zum Nord-West-Widerstand. Der entgültige
Zusammenbruch des Widerstandes der Mestizen wurde durch die Schlacht bei Batoche im Mai 1885
herbeigeführt. Die 800 Mann starke Nord-West-Feldarmee, geführt von Major General Frederick
Middleton, kämpfte gegen eine wesentlich kleinere und schlechter bewaffnete Gruppe von Mestizen
und Ureinwohnern, die von Gabriel Dumont angeführt wurde. Die vier Tage andauernden Kämpfe
endeten mit Riels Niederlage und späteren Hinrichtung wegen Hochverrats. Die Gemeinde von
Batoche zerfiel. Bis heute jedoch ist die Gemeinschaft der Mestizen stolz auf ihre junge aber
farbenfreudige Kultur und Vergangenheit, die sie geerbt haben.
An der Batoche Gedenkstätte können u.a. die Überreste des alten Dorfes besichtigt werden oder die
alte Kirche und das Pfarrhaus der St. Antoine de Padoue Mission.
Kostümierte Mitarbeiter erzählen den Besuchern von den Gebäuden und den Menschen, die darin
lebten. Zu sehen sind auch die Reste der Schützengräben, die von den Verteidigern Batoches genutzt
wurden. Auf dem nahe gelegenen, sehenswerten Friedhof, der einen herrlichen Ausblick auf den Fluss
bietet, liegen Dumont und andere Widerstandskämpfer der Mestizen begraben. Die informative
Multivisionsshow befindet sich im gleichen Gebäude wie das Museum. Sie dauert eine halbe Stunde
und ist absolut empfehlenswert, insbesondere vor der Besichtigung der historischen Stätte.
Geschichtlicher Hintergrund zu den Begebenheiten in Batoche.
(Auszug einer 2005 im Internet veröffentlichten
Pressemitteilung von Tourism Saskatchewan )
Batoche heute